Home
http://www.faz.net/-gzo-blu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Eintracht Frankfurt Selbstfindung in der Schweiz

04.07.2011 ·  Engpass in der Innenverteidigung, dagegen Glanz im Mittelfeld und Enge im Angriff – beim 3:1 gegen Young Boys Bern macht sich die neue Eintracht Mut.

Von Josef Schmitt, Frankfurt
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Nur noch elf Tage dauert es bis zum ersten Spiel der Frankfurter Eintracht in der Zweiten Fußball-Bundesliga – aber eine Stammformation hat Trainer Armin Veh noch nicht. Dafür fehlt das eine oder andere Mosaiksteinchen im zukünftigen Aufgebot. Aber nach dem 3:1 beim Europa-League-Teilnehmer Young Boys Bern, dem vierten Sieg im vierten Vorbereitungsspiel, ist der neue Trainer wenigstens jener Aufstellung ziemlich nahe gekommen, die den Auftakt am 15. Juli bei der Spielvereinigung Greuther Fürth bestreiten soll. Nur ein oder zwei Positionen seien noch offen, sagt Veh. Dazu gehört sicher die zweite Position in der Innenverteidigung neben Marco Russ. Sportdirektor Bruno Hübner hatte auf die Reise nach Bern verzichtet und lieber die Suche nach einem neuen Spieler fortgesetzt. Veh erwartet „zügige Entscheidungen“.

Zu den offenen Fragen gehört auch die Besetzung im Tor. Routinier Oka Nikolov sitzt Neuzugang Thomas Kessler, der in Bern besonders beim Herauslaufen einige Schwächen verriet, im Nacken. Kesslers Absprache mit den Kollegen habe „noch nicht so richtig geklappt“, sagte Veh. Zudem verursachte der Torwart einen Elfmeter, der zum 1:1 der Schweizer durch Thomas Silberbauer führte. Für die Eintracht trafen vor 3000 Zuschauern der Brasilianer Caio mit einem Elfmeter zum 1:0, Alex Meier zum 2:1 und Martin Fenin zum 3:1.

Glanzstück der Eintracht war einmal mehr die Mittelfeldreihe

Die Abwehr der Eintracht steht inzwischen – mit einer Ausnahme. Rechts wird Sebastian Jung verteidigen, links Constant Djakpa, in der Mitte ist Marco Russ gesetzt. In Bern verteidigte neben ihm Ricardo Clark. „Er hat seine Sache gut gemacht“, lobte Veh den Amerikaner, sieht in dieser Möglichkeit aber keine Dauerlösung: „Die Suche nach neuen Spielern werden wir ganz sicher nicht einstellen.“

Glanzstück der Eintracht war einmal mehr die Mittelfeldreihe mit Sebastian Rode, Pirmin Schwegler und Matthias Lehmann. Das Trio überzeugte mit guten Kombinationen und Ballsicherheit. Das Spiel wirkte flüssig, die Mannschaft „dominant“, wie Veh sagte.

Eine komfortable Situation

Obwohl der für die rechte Flügelposition neu verpflichtete Karim Matmour noch nicht zur Verfügung stand, ließ der Trainer im 4-3-3-System spielen. Die Flügel bildeten wie beim 5:1 unter der Woche in Eschborn Caio und Alex Meier, in der Mitte stürmte Erwin Hoffer. Alle drei konnten Pluspunkte sammeln in den internen Konkurrenzkämpfen mit Theofanis Gekas, Martin Fenin und Ümit Korkmaz. Hoffer imponierte mit Zweikampf- und Laufstärke und war kaum vom Ball zu trennen. „Er hat sehr viel gearbeitet, auch defensiv“, lobte Veh den Österreicher, der den Elfmeter herausholte, den Caio verwandelte. Er und Meier nutzten die Räume auf Außen immer wieder, um nach innen zu stoßen und so Druck auf die Abwehr auszuüben. „Sie sind keine wirklichen Außenbahnspieler“, sagte Veh, „aber sie sind torgefährlich“.

Und haben damit gute Chancen, zu Beginn der Saison unter den ersten Elf zu stehen. Caio, weil er in seiner vierten Saison in Frankfurt erstmals schon in der Vorbereitung fit wirkt, Meier, weil er sich wie gewohnt in guter Frühform präsentiert und in beiden Spielsystemen, im 4-4-2 und im 4-3-3, eingesetzt werden kann. Im Mittelfeld und im gesamten Offensivbereich ist die Eintracht dem Ziel, alle Positionen doppelt zu besetzen, schon ziemlich nahe gekommen. Die aktuellen Favoriten müssen sich in Zukunft der Konkurrenz von Karim Matmour, Theofanis Gekas, Martin Fenin, Ümit Korkmaz und Benjamin Köhler erwehren. Für den Trainer bietet sich in diesen Mannschaftsteilen also eine komfortable Situation.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Das streift das Absurde

Von Peter Lückemeier

Die Landesregierung behält Ergebnisse von Meinungsumfragen für sich. Es lassen sich viele gute Gründe finden, warum das Unbehagen darüber nicht auf die SPD beschränkt bleiben muss. Mehr