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Eintracht Frankfurt Schwere Vorwürfe gegen Präsident Fischer

23.08.2009 ·  Der Eintracht-Präsident soll als Geschäftsführer einer Firma Anleger getäuscht und seinem Klub Zahlungen vorenthalten haben. „Die wollen mir in den Hintern treten“, kontert der Gescholtene.

Von Ralf Weitbrecht, Marc Heinrich und Josef Schmitt
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Steht Peter Fischer vor einem stürmischen Frühherbst? Am Samstag, vor dem Auswärtsspiel der Frankfurter Eintracht in Köln, das 0:0 endete, berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin „Spiegel“, dass der Eintracht-Präsident als Geschäftsführer einer Firma Anleger getäuscht haben soll. Auch sein Verein soll noch auf Zahlungen eines Unternehmens warten, in dem Fischer tätig war. Zudem soll er sich vom 2. September an vor dem Frankfurter Landgericht verantworten.

Fischer, der in Berlin am Rande der Leichtathletik-Weltmeisterschaft bei einem Empfang der Hessischen Landesregierung mit Innenminister Volker Bouffier, Staatssekretär Dirk Metz und der für die Eintracht startenden Hammerwerferin Betty Heidler gewesen ist, sagte auf telefonische Anfrage gegenüber dieser Zeitung: „Das ist der größte Schwachsinn, der da drinsteht. Ich war weder Herausgeber eines Fonds, noch habe ich jemals um Geld für einen Fonds geworben. Dieser Fonds“, so Fischer weiter, „ist im Übrigen mehrmals von Wirtschaftsprüfern testiert und für in Ordnung befunden worden. Ich bin seit fünf Jahren nicht mehr Geschäftsführer der In-Motion AG. Seit 2002 versucht man populistisch, über eine prominente Person in die Öffentlichkeit zu kommen.“

Fischer: Haltlose und konstruierte Vorwürfe

Der „Spiegel“ hatte berichtet, dass 2001 das Unternehmen In-Motion AG, in dessen Aufsichtsrat Fischer bis 2000 und von 2004 an wieder tätig gewesen war, mit der Eintracht einen Sponsorvertrag über zwei Jahre abgeschlossen hatte. Gezahlt hat der Werbepartner nur für eine Saison, auf 183.800 Euro für die zweite Spielzeit wartet der Klub noch heute. Mittlerweile, so das Blatt weiter, belaufen sich die Forderungen der Eintracht-AG auf 270.000 Euro. Fischer soll den Deal vermittelt haben. Zudem muss sich der Frankfurter Präsident als früherer Aufsichtsratschef der In-Motion AG vom 2. September an in einem Zivilprozess vor dem Landgericht Frankfurt verantworten. Dem Geschäftsmann wird vorgeworfen, als einer der Initiatoren des Medienfonds „Dritte World Media“ Anleger mittels „arglistiger Täuschung zum Beitritt“ bewegt und Mängel des Anlagemodells „arglistig verschwiegen“ zu haben. „Ich bin mir sicher“, so Fischer am Samstagmittag, „dass derart haltlose und konstruierte Vorwürfe keinen Nährboden finden werden.“

Am frühen Abend dann ließ der erste Mann des Großvereins Eintracht in einer offiziellen Pressemeldung mitteilen, dass es „zutreffend ist, dass Peter Fischer von 1998 bis 2000 und ab 2004 für vier Monate vom Gericht bestelltes Mitglied des Aufsichtsrates der In-Motion AG war und in seiner Funktion als Geschäftsführer des Medienfonds ,Dritte World Media', die Fischer bis 2005 ausübte, neben anderen Beklagter in einem Zivilprozess ist. Der in den Raum gestellte Vorwurf der arglistigen Täuschung von Anlegern durch Falschdarstellungen im Anlageprospekt ist jedoch insofern absurd, da Peter Fischer weder zu irgendeinem Zeitpunkt mit der Erstellung des Prospekts befasst war, noch im inhaltlichen Sinne Initiator oder im rechtlichen Sinne Haftender des Prospekts ist.“

„Es war klar, dass diese Geschichte wieder aufplatzen wird“

Weiter heißt es: „Auch die in dem Artikel erwähnte Verbindung zu dem Sponsoringvertrag, der zwischen der Eintracht Frankfurt Fußball AG und der In-Motion AG im Jahr 2001 abgeschlossen wurde, ist insofern sachfremd, da Peter Fischer als Präsident von Eintracht Frankfurt e. V. weder mit der Verhandlung noch mit dem Abschluss von Verträgen der Eintracht Frankfurt Fußball AG betraut ist und zu dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses auch nicht in irgendeiner Funktion weder beratend noch vermittelnd für die In-Motion AG tätig war. Vielmehr ist Fischers Verhältnis zu den damals handelnden Vorständen der In-Motion AG seit der Niederlegung seines Aufsichtsratsmandates der In-Motion AG im Mai 2000 zerrüttet.“ Dass Fischer gerade jetzt in den Fokus der Schlagzeilen gerät, hatte der 53 Jahre alte Medienkaufmann fast schon erwartet.

„Es war klar, dass diese Geschichte irgendwann wieder aufplatzen wird. Die wollen mir in den Hintern treten“, sagte er auf telefonische Anfrage am Rande des Berliner Treffens. Fischer vermutet gar, „dass da von Feinden der anderen Seite nachgeholfen worden ist. Aber Heribert Bruchhagen nehme ich aus. Mit ihm bin ich befreundet.“ Bruchhagen, der Vorstandschef der Eintracht Frankfurt Fußball AG, wollte sich als Beobachter des Bundesligaspiels der Eintracht in Köln zu der Causa Fischer nicht dezidiert äußern. „Die finanzielle im Raum stehende Forderung von der Eintracht-AG an die In-Motion AG besteht schon seit längerer Zeit“, sagte Bruchhagen. „Aber das ist nichts Neues, das sind alte Kamellen.“

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Jahrgang 1961, Sportredakteur.

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