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Eintracht Frankfurt Raus aus der Warteschleife

31.01.2012 ·  Auch bei der Eintracht dreht sich gerade vieles um mögliche Transfers auf den letzten Drücker. Sonny Kittel gilt schon als Neuzugang - nach langer Pause steht er wieder auf dem Sprung.

Von Marc Heinrich und Ralf Weitbrecht
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Die Übersicht ist am Montag regelmäßig aktualisiert worden. Auf einer Liste führte die Deutsche Fußball Liga (DFL) zuletzt die Namen von fast zwanzig Profis an, die noch in dieser Winterpause den Arbeitsplatz wechseln sollen oder wollen. Die Klubs müssen alle Spieler, die sie noch gerne loswerden möchten, an diesem Dienstag bis 12 Uhr gemeldet haben. Spätestens um 18 Uhr müssen die von allen Beteiligten ausgefüllten Verträge dann in den Büros der DFL in Frankfurt eingetroffen sein, damit sie als offiziell vollzogen gelten. Um den erwarteten Ansturm in den Griff zu bekommen, werden in den Büros im Westend zwanzig zusätzliche Faxgeräte angeschlossen, ehe danach das sogenannte Transferfenster in dieser Winterpause schließt. Fortan sind für den Rest der Saison dann nur noch Geschäfte mit vereinzelten Ligen in Nordamerika, Russland oder Asien möglich.

Stand Montagnachmittag hat die Eintracht nicht einen ihrer Spieler, von denen sie sich aus Kostengründen gerne trennen würde, in die Übersicht aufnehmen lassen. Wobei es innerhalb der Branche längst kein Geheimnis mehr ist, dass der Tabellendritte der zweiten Liga höchst erfreut wäre, wenn sich doch noch Abnehmer für Caio, Ricardo Clark, Dominik Schmidt oder Marcel Titsch-Rivero finden ließen. Allein, es fehlt die Nachfrage für die Reservisten, die weder in dieser Runde noch davor durch Großtaten im Trikot der Eintracht aufgefallen sind. Für Georgios Tzavellas, den bei Trainer Armin Veh in Ungnade gefallenen Griechen, gibt es immerhin einen Interessenten. So soll sich der Karlsruher SC, der vom Abstieg in die dritte Liga gefährdete Traditionsverein, nach den Konditionen erkundigt haben, für die die Frankfurter den bulligen Linksverteidiger ziehen ließen. Bruno Hübner, der Manager der Hessen, wollte bis zum Abend keine Stellungnahme in dieser Angelegenheit abgeben, deutete aber zuvor mehrmals an, dass der Abschied von Tzavellas wohl bevorsteht, weil er bei ihm ein großes Interesse verspüre, mit der griechischen Nationalmannschaft zur Europameisterschaft zu fahren. Dafür benötigt Tzavellas Spielpraxis, die er von Veh bestimmt nicht mehr bekommt. Hübner sagte schon in der vergangene Woche, „dass es wohl kurz vor Toreschluss noch mal hektisch wird“. So wie im letzten Schlussverkauf am 31. August, als Rob Friend und Mohamadou Idrissou unmittelbar vor Ultimo verpflichtet wurden. Aufregende Stunden erwartet Hübner auch im Hinblick auf die Bemühungen, nach dem Abgang von Theofanis Gekas und der andauernden Verletzung von Idrissou noch einen weiteren Stürmer an die Eintracht zu binden. Der erhoffte Deal mit Patrick Helmes vom VfL Wolfsburg wurde als wirtschaftlich nicht machbar zu den Akten gelegt. Wobei Heribert Bruchhagen, der Vorstandsvorsitzende, bis zur letzten Minute am Ball bleiben und in den Verhandlungen mit Felix Magath, dem Sportdirektor der Niedersachsen, versuchen soll, doch noch den Preis auf ein für die Frankfurter akzeptables Maß zu drücken. Helmes selbst ist ebenfalls noch nicht auf der Transferliste aufgetaucht, wird nun aber auch mit Dortmund, Hannover und den Glasgow Rangers in Verbindung gebracht - allesamt namhafte Adressen.

Auch Unterstützung von Bruchhagen

Regional ist die Eintracht allemal eine namhafte Adresse, und es ist davon auszugehen, dass in Sonny Kittel das nächste Talent aus der Nachwuchsabteilung den Sprung zu den Profis schafft. Kittel, gerade neunzehn Jahre alt geworden, wird im internen Sprachgebrauch der Eintracht-Verantwortlichen als winterlicher Neuzugang geführt. Der technisch hochveranlagte Mittelfeldspieler, monatelang wegen eines Kreuzbandrisses außer Gefecht gesetzt, hat den jüngsten Trainingslageraufenthalt am Persischen Golf in Qatar dazu genutzt, um sich bei Chefcoach Armin Veh zu empfehlen. Der schwärmte geradezu von den großen Fähigkeiten des kleinen Außenmannes. „Der Junge kann einfach kicken, der gefällt mir. Er ist ein besonderes Talent.“ Einer, der vom Start weg für frischen Wind sorgen kann - so wie bei seiner Einwechslung am Sonntag gegen den FC Lausanne-Sport. Kittel setzte sofort zu einem Dribbling an, bestach dabei durch Ballsicherheit und Antrittsschnelligkeit. Der Lohn: Szenenapplaus von den Rängen, auf denen 5000 Zuschauer bei freiem Eintritt Platz genommen hatten. Später, als das 0:1 gegen die biederen Eidgenossen perfekt war, erneuerte Veh seine optimistische Einschätzung. „Sonny weiß, was er mit dem Ball machen muss. Er ist einfach ein guter Junge. Jetzt muss er nur noch richtig fit werden.“

Dass Kittel nicht nur in Testspielen wie gegen die Schweizer eine Chance erhält, sondern auch im bevorstehenden Ligaalltag, gilt als ausgemacht. Auch Vorstandschef Heribert Bruchhagen setzt auf den Youngster. „Wenn es einer aus dem Nachwuchs bei den Profis schafft, dann Kittel.“

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