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Donnerstag, 09. Februar 2012
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Eintracht Frankfurt Mit Ochs in den Wildpark

16.02.2009 ·  Der quirlige Verteidiger muss nicht operiert werden und erhält für seine gebrochene Hand eine Spezialschiene. Vor dem wegweisenden Duell in Karlsruhe wäre ein Ausfall von Ochs schmerzlich gewesen. Durch seine kontinuierlich guten Leistungen ist er schon längst nicht mehr wegzudenken aus der ersten Elf.

Von Ralf Weitbrecht
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Glück gehabt! Patrick Ochs braucht nicht operiert zu werden. Der quirlige Rechtsverteidiger der Frankfurter Eintracht, der sich während der 0:2-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg einen Bruch des Mittelhandknochens an der linken Hand zugezogen hat, wird eine Spezialschiene erhalten, die es ihm ermöglichen soll, auch das nächste Bundesligaspiel für die Eintracht zu bestreiten.

Dieses findet am Samstag in Karlsruhe statt und hat für die Hessen wegweisende Bedeutung. Schafft es die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel, die Trendwende einzuleiten und erstmals in dieser Rückrunde mit dem Siegen zu beginnen? Oder droht nach dem schwachen Rückrundenstart mit nur einem Remis und zwei Niederlagen und dem punktemäßigen Abrutschen in tabellarisch unangenehme Zonen weiteres Ungemach?

Mehr Planungssicherheit für Funkel

Die körperlichen Schmerzen, über die der 24 Jahre alte Ochs noch während der Partie gegen Wolfsburg geklagt hatte, sind mittlerweile verflogen. Eingehende Untersuchungen haben den ersten Eindruck der behandelnden Mediziner bestätigt, dass Ochs den Bruch mit einer speziellen Schiene beheben kann. Nach Auskunft von Eintracht-Mannschaftsarzt Dr. Christoph Seeger kann der Verteidiger am Donnerstag mit diesem Hilfsmittel auf Zeit wieder in das Training einsteigen.

Rechtzeitig genug also, um mit den Kameraden insgesamt dreimal (zweimal am Donnerstag, einmal am Freitag) am Ball zu sein und Witterung für die Partie im Wildpark aufzunehmen. Für Trainer Funkel bedeutet dies ein Stück weit Planungssicherheit. Er braucht die eh schon labile und fragile Abwehr nicht noch weiter umzubauen und kann sich vielmehr darauf konzentrieren, an zentraler Stelle in der Innenverteidigung die richtigen Leute aufzustellen. Viele Alternativen freilich bieten sich ihm nicht. Aleksandar Vasoski könnte nach überstandener Zehenverletzung an die Stelle des nach wie vor wankelmütigen und in seinen Leistungen höchst schwankenden Habib Bellaid treten.

„Ich will etwas erreichen im Fußball“

Funkel ist froh, einen wie Ochs zu haben. Der gebürtige Frankfurter, der seit 1991 sämtliche Jugendmannschaften der Eintracht durchlief und in seiner zweijährigen Zeit bei den Bayern-Amateuren als Schüler von „Tiger“ Hermann Gerland den wohl entscheidenden Schub in Richtung Profidasein bekam, entwickelte sich seit seiner Rückkehr 2004 nach Frankfurt zu einem unverzichtbaren Baustein weiter.

Dass Ochs nicht nur sportlich, sondern auch menschlich gereift ist, zeigt sich in seiner selbstbewussten Einstellung für den Profifußball. „Mein Ziel ist, nicht immer im Mittelfeld zu spielen. Ich will etwas erreichen im Fußball.“ Ob er dieses ambitionierte Ziel mit der Eintracht erreichen kann, die aktuell aufpassen muss, nicht noch stärker in den Abstiegssog hineingezogen zu werden? Auf Dauer Mittelmaß, das ist nicht die Sache des Patrick Ochs. Der Profi weiß, dass sich an dieser von Vorstandschef Heribert Bruchhagen vorgegebenen Grundausrichtung in absehbarer Zeit nichts Wesentliches ändern wird.

Noch kein Bekenntnis zur Eintracht

Immer wieder mal ist der lauffreudige Frankfurter Rechtsverteidiger mit der Nationalmannschaft in Verbindung gebracht worden. Doch weiter als bis in den sogenannten erweiterten Beobachterkreis schaffte er es noch nicht. Vielleicht, weil seine Leistungen nicht auf einem konstant hohen Niveau sind. Vielleicht auch, weil er nicht unbedingt im richtigen Verein spielt. Ein klares Bekenntnis, über das bislang schriftlich fixierte Vertragsende im Juni 2010 hinaus in Frankfurt zu bleiben, gab es noch nicht.

Immer wieder wird spekuliert, Ochs, von neuen Beratern umgeben, könne es schon in diesem Sommer von der Eintracht weg zu neuen Herausforderungen ziehen. Andererseits sagt er auch, „dass ich als Frankfurter Gesicht gelte. Daher ist die Eintracht in jedem Fall mein erster Ansprechpartner.“

„Ochs macht Spaß“

Vom Grundsatz her hat der engagierte, stets mit großem Eifer kämpfende und seiner spielerischen Arbeit nachgehende Ochs eine löbliche Berufsauffassung. „Ochs macht Spaß“, sagte unlängst Bruchhagen. Und Assistenztrainer Armin Reutershahn, der neben Funkel am engsten mit dem Verteidiger zusammenarbeitet, will im Laufe der vergangenen Jahre eine „kontinuierliche Entwicklung“ festgestellt haben. „Er spielt viel abgeklärter und nicht mehr so übermotiviert. Ochs geht vorneweg, er ist ein absoluter Siegertyp.“

Solche Typen, ob mit oder ohne Spezialschiene, kann die Eintracht gerade jetzt besonders gut gebrauchen. Schließlich kommt es wie schon in der Vorrunde auch in der zweiten Saisonhälfte zu einer höchst bedeutsamen Partie gegen den Karlsruher SC. Ochs will und muss mithelfen, dass abermals die Trendwende glückt.

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