05.06.2010 · Mit den neuen Spielern Giorgios Tzavellas und Sebastian Rode verjüngt sich die Eintracht.
Von Ralf Weitbrecht, FrankfurtTheofanis Gekas ist schon Feuer und Flamme. „Gleich mit einem Spiel gegen den englischen Meister zu starten, ist natürlich eine große Sache.“ Und auch sein griechischer Landsmann Giorgios Tzavellas hat wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass das seit längerem geplante Testspiel der Frankfurter Eintracht gegen den FC Chelsea nun endlich perfekt ist. Am 1. August – die Anstoßzeit steht noch nicht fest – wird sich der Tabellenzehnte der Fußball-Bundesliga mit dem englischen Meister und Pokalsieger in der Frankfurter Arena messen. Nach dem jüngsten Länderspiel von Deutschland gegen Bosnien-Hercegovina ein weiteres herausragendes Sportereignis.
Bis August, so die Hoffnungen des neuen Eintracht-Verteidigers Tzavellas, will der Grieche im Vollbesitz seiner Kräfte sein. Am Freitag hatte ihn sein neuer Klub der Öffentlichkeit präsentiert, und der 22 Jahre alte Linksverteidiger äußerte sich optimistisch über sein zukünftiges, auf drei Jahre fixiertes Engagement. „Theofanis Gekas und Sotirios Kyrgiakos haben mir vieles Gutes von der Eintracht und der Bundesliga erzählt“, ließ der Athener von Berater Paul Koutsoliakos übersetzen. „Ich komme mit einem sehr guten Gefühl nach Deutschland. Und ich will auch Deutsch lernen.“ Damit würde der torgefährliche Vorbereiter, anders als manch anderer seiner neuen Frankfurter Kollegen, Ankündigungen wirklich Taten folgen lassen.
„Ein sehr gutes Gefühl bei Giorgios“
Gerne hätte der neue Eintracht-Verteidiger mit der Rückennummer 31 (die er schon bei Panionios trug) auch die Reise mit seinen Landsleuten nach Südafrika angetreten. Doch im WM-Kader von Nationalcoach Otto Rehhagel war letztlich kein Platz für ihn. Der Essener zog es vor, in einer knappen Dreierentscheidung auf die Dienste von Vasilis Torosidis (Olympiakos Piräus) und Nikos Spiropoulos (Panathinaikos Athen) zu setzen. Berater Koutsoliakos empfindet die Nichtnominierung von Tzavellas als nicht so gravierend. „Er ist ja erst 22 und hat nun Zeit, sich an das Tempo des deutschen Fußballs zu gewöhnen.“
Dort soll er die Eindrücke bestätigen, die die Frankfurter Trainer Michael Skibbe und Edwin Boekamp sowie Chefscout Bernd Hölzenbein von ihm gewonnen haben. Nach einigen Live-Beobachtungen vor Ort in Griechenland „hatten wir alle ein sehr gutes Gefühl bei Giorgios“, sagte Skibbe am Freitag. „Er hat eine sehr gute Saison gespielt, und wir finden: Er hat ein Potential an Möglichkeiten.“
Die Lücke links hinten scheint geschlossen
Links hinten im Abwehrverbund bestand nach dem Weggang von Kapitän Christoph Spycher Handlungsbedarf. Diese Lücke scheint nun durch den Transfer von Tzavellas geschlossen. Zudem bietet sich als verlässliche Notlösung Allrounder Benjamin Köhler für Einsätze an. Dass Nikola Petkovic den Griechen Tzavellas verdrängen könnte, scheint ausgeschlossen. „Wenn sich ein Klub findet, bei dem er spielen kann, lassen wir ihn gerne gehen“, so Skibbe. Bislang ist dies nicht geschehen, und da die Eintracht für ihre Vertragstreue bekannt ist, dürfte sich der Serbe wohl auch zukünftig mit der Zuschauerrolle begnügen.
Weitere Neuzugänge nach den Transfers von Tzavellas und Talent Sebastian Rode schließt Heribert Bruchhagen aus. „Unsere Personalplanungen sind abgeschlossen.“ Da einzig hinter dem verletzten Ioannis Amanatidis ein Fragezeichen steht, behält sich der Manager und Vorstandschef aber die kleine Option für eine Stelle „zentral im Sturm“ offen. In der weiterhin schwebenden Personalangelegenheit Halil Altintop ist Bruchhagen im Übrigen optimistisch, dass sich der Deutsch-Türke trotz vermeintlicher anderer Angebote doch für einen Verbleib in Frankfurt entscheidet. „Mein Gefühl sagt mir, dass er bleibt.“
„Verein mit dem größten Renommee“
Mittelfeldmann Rode bleibt sogar für die kommenden vier Jahre. Mit dem jungen Kicker, von den Kickers aus Offenbach nach Frankfurt gekommen, verknüpfen die Eintracht-Verantwortlichen Hoffnungen. „Er hat vielversprechende Möglichkeiten“, sagte Skibbe. „Er ist ein herausragendes Talent der Region, das wir bei uns im Klub integrieren wollen.“ Der 19 Jahre alte Jungprofi zeigte sich bei seiner Vorstellung sichtlich stolz, nun plötzlich ein Teil der Eintracht zu sein. „Ich habe schon immer zur Eintracht geschielt. Das ist der Verein mit dem größten Renommee“, sagte er stolz und zufrieden. Findet auch Giorgios Tzavellas. „Die Verantwortlichen hatten sich richtig um mich bemüht.“