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Jonathan de Guzman : „Ich muss fitter sein als jemals zuvor“

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Künstler am Ball: Jonathan de Guzman soll das Spiel der Eintracht auch durch seine technischen Fähigkeiten bereichern. Bild: Jan Huebner

Jonathan de Guzman ist bei der Eintracht als Mann für die besonderen Momente im Mittelfeld engagiert worden. Der Holländer über seine Wanderjahre durch den europäischen Fußball, das Warten auf das erste Eintracht-Tor und seine Qualität als Anführer.

          Ihre Mutter stammt aus Jamaika, Ihr Vater kommt von den Philippinen. Sie wurden in Kanada geboren und sind dann in den Niederlanden in Rotterdam groß geworden. Gespielt haben Sie schon in Spanien, England und Italien. Was bedeutet Heimat für Sie?

          Heimat ist für mich meine Familie. Meine Eltern leben in Toronto wie mein Bruder und meine Schwester. Das ist mein Zuhause. Aber auch die Niederlande sind für mich zu einem Zuhause geworden. In den zehn Jahren, in denen ich dort aufwuchs, bin ich gereift und erwachsen geworden. Beide Länder, Kanada und die Niederlande, sind Heimat für mich. Ich weiß, dass können nicht viele Leute von sich behaupten: Aber ich fühle mich kanadisch-niederländisch – und niederländisch-kanadisch.

          Nun ist die Eintracht Ihr Arbeitgeber. Ist Frankfurt für Sie schon zur Heimat geworden?

          Frankfurt ist eine internationale Stadt. Das spürt jeder, der sich in und um Frankfurt herum aufhält und sich unter die Menschen mischt. Natürlich fühle ich mich schon zu Hause, weil hier viele Menschen aus unterschiedlichen Nationen zusammenleben. Auch Toronto und Rotterdam sind internationale Städte, in denen verschiedene Kulturen gelebt werden. Außerdem hat es mir Eintracht Frankfurt – der Trainerstab, die Mitspieler und die Mitarbeiter – leichtgemacht, mich hier einzuleben. Ich war schnell ein Teil der Eintracht-Familie. Das war bei meinen Stationen davor nicht immer so. Mein Berater lag absolut richtig damit, mir einen Wechsel nach Frankfurt zu empfehlen.

          Wohnen Sie mitten in der Stadt?

          Ja, ziemlich nah dran am Stadtzentrum.

          Ihr zehn Jahre alter Sohn Jaden lebt in Rotterdam. Bei Feyenoord Rotterdam geht er auf die Jugend-Fußballakademie, in der auch Sie gespielt haben.

          Ja, er hat mit sieben Jahren angefangen. Er macht das ziemlich gut. Für ihn und mich ist am wichtigsten, dass er Spaß am Fußball hat. Das war auch bei mir so. Ob er auch Profi werden wird, liegt an ihm. Das entscheide nicht ich, sondern er muss seine Wahl treffen. Ich glaube aber, es ist sein Ziel, Profi zu werden.

          Wird Ihre Familie weiter in Rotterdam leben?

          Ja, meine beiden Kinder werden weiter in Rotterdam zu Hause sein. Hier gibt es zwar auch eine internationale Schule. Aber in Rotterdam ist ihnen alles vertraut, dort haben sie ihre Freunde. Mein Leben als Profi ist doch ziemlich anstrengend mit den vielen Ortswechseln. Rotterdam gibt meinen Kindern Stabilität.

          Keiner Ihrer Mitspieler aus 15 Nationen in Frankfurt weist mehr Internationalität als Sie auf. Hat das für Sie einen besonderen Stellenwert?

          Nein, es ist einfach Teil meiner Identität. Es gehört für mich dazu.

          In den Niederlanden haben Sie die Grundlagen des Fußballs gelernt. In Spanien war es die Technik, in England die Athletik und in Italien schließlich die Taktik. Was können Sie noch in Deutschland lernen?

          Laufen (lacht). Das gehört in Deutschland dazu. Die Bundesliga ist eine Topliga, in der auch die physischen Voraussetzungen sehr hoch sind. Absolut fit sein zu müssen ist eine Bedingung in dieser außergewöhnlichen Liga: Du musst fitter sein als jemals zuvor. Das ist der Schlüssel zum Erfolg.

          Sie haben Erfahrungen in allen europäischen Topligen gesammelt. Ist das ein großer Wettbewerbsvorteil, über den Sie verfügen?

          Ich weiß nicht, ob es ein Wettbewerbsvorteil ist, aber ich habe verschiedene Spielstile in unterschiedlichen Ländern kennengelernt und sie mir angeeignet. Natürlich ist es nicht leicht, sich immer wieder an Neues wie zum Beispiel eine andere Mentalität zu gewöhnen. Aber ich kann mich sehr schnell an neue Begebenheiten anpassen. Das habe ich im Lauf der vergangenen Jahre gelernt. In unserer Mannschaft in Frankfurt sind es viele Spieler gewohnt, sich auf für sie neue Dinge wie die Sprache einstellen zu müssen. Man unterstützt sich gegenseitig, die Mannschaft wächst mit den Herausforderungen und entwickelt sich. Bei der Eintracht wird Integration gelebt.

          2014 haben Sie unter Trainer Louis van Gaal mit den Niederlanden die WM in Brasilien gespielt. Gibt es Parallelen zwischen den Trainern van Gaal und Kovac?

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