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Eintracht Frankfurt Hiergeblieben

21.07.2010 ·  Sebastian Jung, eines der größten Talente bei Eintracht Frankfurt, hat seinen Vertrag bis 2014 verlängert. Auf seine enorme Vielseitigkeit setzt Trainer Michael Skibbe auch weiterhin.

Von Ralf Weitbrecht, Frankfurt
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Die ersten Vorstöße sind schon vor drei Wochen gemacht worden. Nun haben die Gespräche unter Männern zu einem Ergebnis geführt. Danach bleibt Sebastian Jung über das Ende seines ursprünglich bis 2012 laufenden Vertrages hinaus weitere zwei Jahre bei der Frankfurter Eintracht. Planungssicherheit für einen gerade zwanzig Jahre alt gewordenen Fußballprofi bis zum 30. Juni 2014: „Es ist immer mein Traum gewesen, hier bei der Eintracht in diesem tollen Stadion zu spielen“, sagte Jung am Dienstag. Ein möglicher Wechsel zu einem anderen Bundesligaklub habe nie zur Disposition gestanden. „Ich bin sehr zufrieden hier“, ergänzte der Profi. Noch immer wohnt er bei den Eltern am Fuße der Königsteiner Burg, und er sieht auch keinen Anlass dies zu ändern. Selbst seinen Kleinwagen will er nicht wie das Gros seiner Mannschaftskollegen gegen ein überdimensioniertes Fahrzeug tauschen. Schließlich haben sich seine Bezüge zu seinem Vorteil verändert. „Bislang hatte ich eine Art Jungprofivertrag. Der ist jetzt geändert und aufgestockt worden.“

Bäcker hat er gelernt, Lizenzspieler ist er geworden. Für Heribert Bruchhagen stand außer Frage, sich frühzeitig und perspektivisch die Dienste des großen Talents zu sichern. „Wir freuen uns in besonderem Maße“, so der Vorstandschef und Manager der Eintracht, „dass es uns gelungen ist, mit Sebastian Jung einen Spieler, der aus der eigenen Jugend stammt, langfristig an uns gebunden zu haben“. Einer, der sich auf dem rechten Außenverteidigerposten wohl fühlt, gleichwohl aber auch in der Lage ist, im Abwehrverbund variabel eingesetzt zu werden. Sein erster Förderer Friedhelm Funkel, der Jung in der Saison 2008/2009 beim Auswärtsspiel in Bielefeld die letzte Viertelstunde brachte, schickte ihn bei seiner Bundesligapremiere als Abräumer vor die Abwehr. Seine eigentlichen Stärken aber liegen auf rechts, und auch deshalb gab ihm Trainer-Nachfolger Michael Skibbe mehr und mehr Einsatzzeiten. Vierzehn Mal war Jung in der abgelaufenen Spielzeit am Ball. In der neuen Saison kämpft er gemeinsam mit Maik Franz um die Position rechts hinten. Doch es ist durchaus denkbar, dass es wegen der angekündigten offensiveren Ausrichtung zu personellen Verschiebungen kommen kann. Patrick Ochs könnte vereinzelt auf seinen alten Posten nach hinten rutschen – und dann ergäbe sich für Jung die Chance, es mal auf links zu probieren. Trainer Skibbe hat am Dienstag angekündigt, „Sebastian in Testspielen auf links auszuprobieren“. Der findet es überhaupt nicht schlimm, die Seiten zu wechseln. „Dann mach‘ ich halt den Philipp Lahm.“ Bei Skibbe mögen dabei auch Überlegungen eine Rolle spielen, Alternativen für den Linksverteidigerposten zu haben. Die Eintracht hat dafür bekanntlich den Griechen Georgios Tzavellas verpflichtet. Doch der Hellene muss noch zulegen, um auf Anhieb ein erstklassiger Ersatz für den in die Heimat zurückgekehrten Christoph Spycher zu sein. Jung zur Aushilfe auf links, im Normalfall aber auf rechts: „So soll es sein“, sagte Skibbe. „Er ist als rechter Verteidiger geplant.“

Am Ende entscheidet der Trainer

Der Eintracht-Trainer wird die kommenden Privatspiele dazu nutzen, um weiter an personellen Stellschrauben zu drehen. Zum vierten Mal hintereinander wird es dabei an diesem Mittwoch ein munteres Wechselspielchen geben. Beim Test im Rhein-Stadion von Kehl gegen Racing Straßburg (Anstoß 18.30 Uhr) ist eine der wenigen Konstanten im Spiel der Eintracht Torwart Oka Nikolov. Er wird neunzig Minuten lang zum Einsatz kommen, Spieler wie Chris und Aleksandar Vasoski, möglicherweise auch Ricardo Clark überhaupt nicht. Die beiden Innenverteidiger Chris und Vasoski fehlten am Dienstag Vormittag wegen Blessuren an Bauch und Fuß. Mit dem Amerikaner Clark, vor kurzem erst nach dem WM-Urlaub in Frankfurt eingetroffen, will Skibbe im Gespräch ausloten, „ob er schon spielen, oder doch lieber erst einige Trainingstage absolvieren möchte“.

Sebastian Jung ist seit der Wiederaufnahme der Arbeit am 5. Juli im Training, und er glaubt, im Duell mit Widersacher Maik Franz eine faire Chance zu haben. „Ich denke, es geht wieder ganz vorne los. Ich werde auf jeden Fall jeden Tag Gas geben.“ Und dann? „Dann wird am Ende der Trainer entscheiden.“

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Jahrgang 1961, Sportredakteur.

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