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Eintracht Frankfurt Gekas beschäftigt Daum

27.04.2011 ·  Drin lassen oder rausnehmen? Gründe für und gegen den Stürmer.

Von Marc Heinrich
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Das Restprogramm, das die Eintracht bis zum Ende dieser Bundesligasaison absolvieren muss, hat es in sich. Kein Konkurrent im Kampf um den Klassenverbleib bekommt es mit ähnlich anspruchsvollen Aufgaben zu tun wie die Frankfurter, die sich in den vergangenen Wochen unter Neu-Trainer Christoph Daum zwar stabilisierten, insgesamt mit nur einem Sieg aus vierzehn Partien aber noch immer in der Rückrundentabelle auf dem letzten Platz liegen. Dem Rhein-Main-Duell an diesem Samstag mit Mainz 05, folgt das vor allem für den Coach spezielle Aufeinandertreffen mit dem 1. FC Köln, ehe am 14. Mai die Reise zum designierten Meister Dortmund ansteht. Ob auch der Eintracht danach zum Feiern zumute sein wird, sie den Gang in die zweite Liga antreten muss oder der Hoffnungslauf mit den Relegationsspielen gegen den Zweitligadritten die Saison um zwei spannende Auftritte verlängert, lässt sich nicht einmal in Ansätzen erahnen. Nur soviel, meinte Daum, lasse sich vorhersagen: Es werden „Wochen der Wahrheit“.

Am Dienstag bereitete er seine Elf unter erschwerten Bedingungen vor: Weil im Stadtwald die Forstverwaltung eine Schädlingsbekämpfung aus der Luft angesetzt hatte, flog im Minutentakt ein Hubschrauber im Tiefflug über die Trainingsplätze – mehr als einmal zuckten Spieler und Betreuer, aber auch Hunderte Zaungäste, darunter viele Kinder, die die Osterferien zu einem Ausflug an die WM-Arena nutzten, zusammen. Die Übungsatmosphäre habe unter dem Lärm zwar gelitten, die Konzentration auf das Wesentliche sei aber nicht gestört worden, befand Daum nach dem Abgang vom Rasen. „Jeder ist hochmotiviert bei der Sache“, sagte der 57-Jährige, der es als nächstes Vorhaben beschrieb, „nicht mit leeren Händen aus Mainz zurückzukommen“.

„Sollte er nicht spielen, und wir gewinnen, wäre es eine richtige Entscheidung gewesen“

Ein Unentschieden sei das Mindestes, was er erreichen wolle. „Keinen Millimeter“ dürfe man im Endspurt locker lassen, nur mit „knallharter Arbeit“ lasse sich der Absturz aus dem Elitekreis der achtzehn besten deutschen Mannschaften, verhindern. Ob Theofanis Gekas, der Torjäger außer Dienst, der beim 1:1 gegen den FC Bayern die Möglichkeit zum 2:0 auf unerklärliche Weise verstolpert hatte, am Bruchweg abermals in der Startformation stehen wird, ließ Daum offen. Der Grieche, der in der ersten Saisonhälfte mit 14 Treffern erheblichen Anteil am Vorstoßen in einstellige Tabellenregionen hatte, ist seit Wochen ein Schatten seiner selbst. Seit der Winterpause traf er nur zweimal, Mitte März beim 2:1 gegen den FC St. Pauli. Doch dieses Glückserlebnis brach den Bann nicht. Ganz im Gegenteil. Seitdem vergab der Angreifer beste Chancen reihenweise und soll, so berichtete „Bild“, nach seinem Patzer gegen den Rekordmeister in der Kabine geweint haben.

Daum sagt, es gebe durchaus Argumente, die für eine Herausnahme des Dreißigjährigen sprächen: „Sollte er nicht spielen, und wir gewinnen, wäre es eine richtige Entscheidung gewesen.“ Andererseits könne sich der Verlust der Stammplatzgarantie negativ auf die ohnehin angespannte nervliche Verfassung des Spielers auswirken. „Wenn Gekas selbst daran glaubt, wird er es schaffen. Wenn nicht, wird er es nicht hinbekommen“, sagte Daum, während sein Sorgenkind einmal mehr schwieg. Er werde sich sagte der Coach, in den kommenden Tagen abermals „individuell und im psychologischen Bereich“ mit Gekas beschäftigen. Grundsätzlich aber müssten persönliche Interessen gegenüber dem Wohl der Gemeinschaft zurückstecken: „Es geht nur um den Verein, diesem Ziel hat sich jeder unterzuordnen.“ Eine Auszeit für Gekas sei zudem nur dann sinnvoll, wenn die Alternativen entsprechend besser seien, fügte Daum an. Womit er – gewollt oder unbewusst – eine Pause seines trotz allem gefährlichsten Spielers in dieser entscheidenden Phase ein Stück unwahrscheinlicher machte: Die Position im Sturmzentrum könnte Daum ansonsten an Martin Fenin oder Ioannis Amanatidis vergeben. Der Tscheche, der in dieser Spielzeit einmal traf, musste am Dienstag angeschlagen beim Training kürzertreten, und der Grieche – noch ohne Saisontor – ist nach vielen Verletzungen noch immer weit von der Form und Verfassung früherer Tage entfernt. Marc Heinrich

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Jahrgang 1974, Sportredakteur.

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