04.03.2010 · Der Abwehrspieler der Eintracht tastet sich nach seiner Verletzung langsamer als gedacht ans Comeback heran. Dabei wäre er gerade gegen Schalke so gut wie unentbehrlich.
Von Ralf Weitbrecht, FrankfurtMal schauen, wann die Dummys wieder zum Vorschein kommen. Seit vergangenem Freitag jedenfalls sind sie für unbestimmte Zeit eingemottet worden. Seit jenem Unfall, als Eintracht-Verteidiger Maik Franz mit Wucht gegen den Gegner aus Hartplastik rutschte und sich eine fünf Zentimeter lange Risswunde unterhalb des Knies zugezogen hatte. „Alles halb so schlimm“, versicherte der Frankfurter Trainer Michael Skibbe nach dem Vorfall. „Maik kann in Stuttgart spielen.“ Natürlich konnte Franz nicht spielen und somit auch nicht mithelfen, die 1:2-Niederlage der Eintracht beim VfB zu vermeiden. Seit jenem Spiel sind weitere Tage ins Land gezogen – und Franz ist immer noch nicht im Kreise der Kameraden gesichtet worden. Eigentlich war seine Rückkehr in das Mannschaftstraining von Skibbe für Mittwoch angekündigt worden. Doch auch daraus ist nichts geworden. Nun soll es an diesem Donnerstag passieren. Höchste Zeit auch, wenn der 28 Jahre alte Verteidiger im Heimspiel gegen den FC Schalke 04 am Samstag (Anpfiff 15.30 Uhr) mitwirken soll.
Skibbe geht fest von Franz’ Rückkehr aus. Immerhin: Am Mittwoch soll sich der wuchtige Defensivspezialist radelnd fit gehalten haben. „Er hat auch ein Lauftraining absolviert“, sagte der Eintracht-Coach. „Die Narbe vom vergangenen Freitag ist mittlerweile verheilt. Er ist Donnerstag wieder dabei. Und wenn er trainiert, dann ist er auch zwei Tage später gegen Schalke dabei“, so der Trainer.
Eine stabile, gefestigte Abwehr - darüber verfügt im Prinzip auch die Eintracht
Kollege Selim Teber ist in jedem Fall wieder spielfähig. Am vergangenen Samstag in Stuttgart musste der Mittelfeldmann notgedrungen eine Zwangspause einlegen – nach zehn Gelben Karten, was einsamer Bundesligarekord nach dem 24. Spieltag ist. Der lauffreudige Kurpfälzer, ein nimmermüder Kämpfer, wird gegen die Gelsenkirchener gebraucht. Franz auch. Schließlich haben die Schalker unter der Führung ihres neuen Trainers Felix Magath Maßstäbe gerade bei der Ausführung und Verwertung von Standardsituationen gesetzt. Um dieser Gefahr zu begegnen, dürften Skibbe große und kopfballstarke Verteidiger wie Chris, Marco Russ und eben Franz gerade recht sein. „Schalke spielt bis jetzt eine ganz enorme Saison“, sagte Skibbe am Mittwoch. „Sie haben eine stabile Defensive und sind stark im Kontern.“
Eine stabile, gefestigte Abwehr – darüber verfügt im Prinzip auch die Eintracht. Mit aktuell 32 Gegentoren stellen die Frankfurter die neuntbeste Abwehrreihe. Spitze in der Bundesliga: Schalke. Achtzehn Gegentreffer nur hat Manuel Neuer zugelassen, der im jüngsten Nationalmannschaftsranking von Bundestrainer Joachim Löw hinter René Adler gemeinsam mit dem Bremer Tim Wiese gelistet wurde. Bleibt die Frage: Wer von der Eintracht kann Neuer, den Mann mit den wenigen Gegentoren, überwinden? Halil Altintop? Alexander Meier? Benjamin Köhler? Oder vielleicht ein ganz anderer?
„Mit Martin ist bis jetzt alles okay“
Typisch Skibbe: Nachdem Martin Fenin sich seit dem Saisonstart mit mehr oder weniger schwerwiegenden Leistenproblemen geplagt hatte und derzeit nahezu beschwerdefrei ist, traut der Eintracht-Trainer dem Tschechen „gegebenenfalls“ ein Comeback gegen Schalke zu. Die Vorsicht siegt also. Der 22 Jahre alte Stürmer, der in gesundem Zustand an der Seite von Altintop durchaus eine Bereicherung für das Frankfurter Angriffsspiel sein kann, tummelt sich derzeit wie ein Springinsfeld im Training herum und vermittelt einen ordentlichen Eindruck. „Mit Martin ist bis jetzt alles okay“, sagte Skibbe am Mittwoch. „Wenn bei ihm alles hält, könnte er für uns am Samstag gegen Schalke eine richtig gute Alternative im Sturm sein.“
Alternativlos als kompromissloser Abräumer in der Abwehr ist Maik Franz. Seine erwartete Rückkehr könnte mithelfen, dass sich die in der Vorwoche in Stuttgart unglücklich geschlagene Eintracht dem Tabellendritten störend in den Weg stellt.