Home
http://www.faz.net/-gzo-13eem
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Sonntag, 12. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Eintracht Frankfurt Feuerwehrmann Franz im Vorteil

28.08.2009 ·  Hauptsache, es brennt nichts an: Der wuchtige Abwehrspieler dürfte gegen Dortmund als Vertreter von Patrick Ochs auf ungewohnter Position für Eintracht Frankfurt verteidigen.

Von Ralf Weitbrecht
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Es kann nur einen geben. Maik Franz oder Sebastian Jung. Einer dieser beiden Fußballprofis wird an diesem Samstag um 15.30 Uhr in der Startelf der Eintracht stehen, die sich anschickt, den ersten Heimsieg dieser Saison zu landen. Michael Skibbe, der Frankfurter Coach, hält sich erwartungsgemäß bedeckt und möchte sich das „noch ein, zwei Tage offenhalten, weil ich mich noch nicht entschieden habe“.

Doch wer aufmerksam die Übungseinheiten der Eintracht analysiert und ins Kalkül zieht, was sich vor einer Woche beim torlosen Remis in Köln zugetragen hat, gewinnt den Eindruck: Franz liegt im internen Rennen um den Platz auf dem rechten Verteidigerposten vorn. „Er hat sich einen kleinen Bonus erspielt“, stellte Skibbe schon in Köln fest. Und weil er weiß, dass es in der kommenden Heimpartie gegen Borussia Dortmund in der Defensive vor allem darauf ankommt, den Westfalen mit einer großgewachsenen Abwehr zu begegnen, hat Franz vom Start weg bessere Chancen. „Ich bin gut drauf und hoffe natürlich, dass ich spiele“, sagte der 28 Jahre alte Neuzugang von Absteiger Karlsruher SC. „Es sieht ja ganz gut aus.“

„Einer der besten rechten Verteidiger“


Die jüngsten 35 Einsatzminuten, auf die der gelernte Innenverteidiger nach der Hinausstellung des Wiederholungstäters Patrick Ochs zurückblicken kann, haben ihm Mut für weitere Prüfungen gemacht. Franz, einst zu Wolfsburger Zeiten auf der rechten Außenposition aufgestellt, traut sich zu, während des einmonatigen Fehlens von Platzhirsch Ochs dessen Aufgaben wahrzunehmen. „Wenn man Patrick sieht, weiß man, wie man den rechten Verteidiger spielen muss. Er war schon für mich zu Karlsruher Zeiten einer der besten rechten Verteidiger in der Bundesliga. Er marschiert unheimlich viel“, sagte Franz am Donnerstag voller Anerkennung. Sein ganz persönlicher Plan für die nahende Startprüfung gegen Dortmund: „Ich sollte erst einmal sehen, dass hinten nicht so viel anbrennt.“

In der Vorbereitung auf das zweite Saisonheimspiel gegen seinen ehemaligen Klub Borussia Dortmund spricht Eintracht-Trainer Michael Skibbe von der „Variante Franz“ und der „Variante Jung“. Auch dem 19 Jahre alten Sebastian Jung, der bislang keine Rolle im Profikader gespielt hat, traut Skibbe plötzlich Großes zu. „Er ist eine tolle Alternative“, sagte der Trainer am Donnerstag fast schon überschwänglich.

Skibbe setzt auf den Faktor Zeit. Wohl erst am Spieltag Samstag will er seine Entscheidung treffen. Immerhin hat er schon einmal die Vor- und Nachteile der beiden Alternativen abgewogen. „Für die Variante Franz würde sprechen, dass er in Köln fast eine Halbzeit lang die Aufgabe exzellent gelöst hat. Für ihn spricht auch, dass er körperlich robust ist und dies vor allem bei Standardsituationen, sowohl offensiv wie defensiv, zeigen kann“, sagt Skibbe. „Für die Variante Jung würde sprechen, dass er ein schneller und technisch beschlagener Spieler ist, der mehr Offensivdruck auf der rechten Seite machen könnte. So oder so: Der Ausfall von Patrick Ochs wiegt schwer. Er ist einer unserer Leistungsträger.“

Ochs ab Oktober spielberechtigt

Auf Ochs aber kann Skibbe vorerst nicht zählen. Der Heißsporn ist erst wieder am ersten Oktoberwochenende für die Eintracht spielberechtigt. Die Frankfurter müssen dann nach Gelsenkirchen reisen und sich bei Meistertrainer Felix Magath und dem FC Schalke 04 vorstellen. Mehr als ein Monat Zeit für Kandidaten wie Franz und Jung, um sich zumindest vorübergehend zu empfehlen und in den Blickpunkt zu spielen. Im mannschaftsinternen Duell liegen die aktuellen Vorteile auf Seiten des robusten Innenverteidigers Franz, der nun auch rechts außen über einen längeren Zeitraum zeigen will, dass er der Eintracht mit seiner physischen Präsenz ein wichtiger Baustein sein kann. „Für mich wird es eine neue Aufgabe sein“, sagte er am Donnerstag voller Neugier und warb schon einmal um Verständnis, dass er kein zweiter Ochs ist. „Ob noch etwas nach vorne geht, wird man im Laufe des Spiels sehen.“ Seine Devise: „Hinten sicher stehen, kein Tor kassieren, alles andere machen dann die Jungs da vorne. Wir sind heiß, wir wollen unbedingt gewinnen.“

Um tatsächlich die hoch eingeschätzte Borussia entscheidend zu treffen, wünscht sich Eintracht-Trainer Skibbe „eine gute Athletik in unserem Spiel“. Einen ersten Vorgeschmack, dass es an zentraler Stelle im Mittelfeld durchaus personelle Änderungen geben kann, hat die Übungseinheit am Donnerstagvormittag gegeben. Skibbe beorderte Selim Teber und den lauffaulen Caio in die vermeintliche B-Elf und ließ in der formal ersten Mannschaft Nikos Liberopoulos und den von seiner Innenbanddehnung halbwegs genesenen, wieder einsatzfähigen Pirmin Schwegler spielen. Skibbes Ansinnen: „Wir haben viele gute Kandidaten für das Mittelfeld, aber ich will, dass bei uns ins Mittelfeld mehr Bewegung und Leben reinkommt. Allzu viele sollten sich ihrer Plätze nicht zu sicher sein.“ Skibbe betonte, „dass ich das Optimale herauskitzeln will“. Das Gerangel um Posten und Positionen nimmt Fahrt auf – nicht nur hinten rechts.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Karlsruher Konzern unter Druck

Von Manfred Köhler

Der Energieversorger ENBW im Rhein-Main-Gebiet? Neu wäre das nicht. Der Karlsruher Konzern ist mit 15,1 der Mannheimer MVV Energie beteiligt, die wiederum 48,6 Prozent am Offenbacher Energieversorger EVO hält. Mehr