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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Eintracht Frankfurt Es wird eng im Mittelfeld

 ·  Vorsicht, Gedränge: Friedhelm Funkel, Trainer der Frankfurter Eintracht, hat ein Überangebot an zentraler Stelle: Gleich elf Mittelfeldspieler rangeln um vier Plätze in der Startaufstellung.

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Vierundzwanzig Lizenzspieler umfasst das Aufgebot der Frankfurter Eintracht für die kommende Spielzeit in der Fußball-Bundesliga. Auf der offiziellen Liste, die der Verein vor ein paar Tagen verteilt hat, werden die Profis den vier Mannschaftsteilen zugeordnet. Demnach stehen im Kader von Trainer Friedhelm Funkel drei Torhüter, sieben Abwehrspieler, neun Mittelfeldspieler und fünf Angreifer.

Für die Viererreihe im Mittelfeld, die der Frankfurter Trainer zu bevorzugen gedenkt, stehen also mehr als doppelt so viele Kandidaten wie auf den ersten Blick benötigt zur Verfügung. In Wahrheit ist das Gedränge noch größer, denn in Chris Hening und Benjamin Köhler wurden zwei Spieler Abwehr oder Sturm zugeordnet, die in der vergangenen Saison die Mehrzahl ihrer Einsätze im Mittelfeld hatten. Im Grunde sind es also elf Spieler für vier Positionen, zweifellos ein Überangebot.

An Albert Streit führt kein Weg vorbei

Der Konkurrenzkampf wird im Mittelfeld demnach besonders ausgeprägt sein. Und dies ganz unabhängig davon, welche taktische Formation der Trainer wählen wird. In den ersten beiden Testspielen hat Funkel schon mal zwei Möglichkeiten durchgespielt. Beim 1:0 gegen den österreichischen Regionalliga-Klub WSG Wattens hatte er das Mittelfeld in einer Raute aufgestellt, mit dem Japaner Junichi Inamoto direkt vor der Abwehr, Alexander Meier zentral hinter den beiden Angreifern, Christoph Preuß und Albert Streit auf den Außenpositionen. Beim 1:3 gegen den rumänischen Meister Dinamo Bukarest hatte Funkel auf einen Spielmacher verzichtet, Michael Fink und den etwas nach vorne geschobenen Inamoto als zwei sogenannte „Sechser“ zwischen den beiden Außen aufgeboten.

So vielfältig die Möglichkeiten für den Trainer sind, so deutlich sind die Favoritenrollen verteilt. Auf den Außenbahnen wird an Neuzugang Mehdi Mahdavikia, so er denn gesund von der Asien-Meisterschaft zurückkehrt, und an Albert Streit zunächst kein Weg vorbeiführen. Streit muss sich allerdings erst damit anfreunden, auf der linken Seite zu spielen, nachdem er in der vergangenen Saison meist auf dem anderen Flügel eingesetzt wurde. In diesem Zusammenhang dürfte es Funkel gefallen, dass sich für die linke Seite Faton Toski, ein junger Mann aus dem eigenen Nachwuchs, nach vorne gespielt hat.

Das ausdrückliche Lob durch den Trainer für den 20 Jahre alten Toski nach dem Spiel gegen Bukarest („eine erfreuliche Leistung“) wird auch dazu dienen, den Druck auf Streit zu erhöhen. Toski hatte ein paar kluge Pässe gespielt und auch in Streits Spezialdisziplin, dem Ausführen von Freistößen, Klasse bewiesen. Auch Benjamin Köhler könnte auf der linken Seite eine Heimat finden, doch dazu muss er nach einer Knöcheloperation erst wieder Anschluss gewinnen. Nachwuchsspieler Kreso Ljubicic wird sich vermutlich noch gedulden müssen und Spielpraxis in der Oberliga-Mannschaft sammeln.

Michael Fink gilt als „Bank“

Benjamin Huggel und Jermaine Jones haben als Spieler für die Positionen vor der Abwehr die Eintracht verlassen. Mangel herrscht dennoch nicht. Michael Fink gilt längst als „Bank“, und Neuling Inamoto hat gegen Bukarest gezeigt, dass er eine Verstärkung werden kann. Christoph Preuß und der Brasilianer Chris Hening stehen als sogenannte Allrounder bereit, die auf verschiedenen Positionen in Abwehr und Mittelfeld eingesetzt werden können. Es ist genau diese Flexibilität, die der Trainer an den beiden Spieler schätzt.

Die schwierigsten Ausgangspositionen haben Alexander Meier und Markus Weissenberger. Nicht, dass sie etwa grundsätzlich weniger leistungsfähig wären als ihre Konkurrenten, doch könnte es durchaus sein, dass ihre Position wegrationalisiert wird. Meier wie Weissenberger werden als Spielmacher geführt, doch konnte sich weder der eine noch der andere als solcher durchsetzen. Meier ist keine Persönlichkeit, die andere Spieler führen kann. Und Weissenberger war zu oft verletzt, um auf dem Rasen die gleiche Wertschätzung zu genießen wie abseits des Platzes.

Beide sind auf der Suche nach Nischen, die ihnen trotzdem einen Platz im Team sichern könnten. Meier, selbst laut Trainer Funkel „kein Spielmacher“, hat das Talent, Chancen herauszuarbeiten und Chancen zu nutzen. „Er ist ein torgefährlicher offensiver Mittelfeldspieler“, sagt der Trainer. Und Weissenberger könnte in bestimmten Situationen, immer dann, wenn Ruhe und Erfahrung gebraucht werden, noch wichtig sein. So oder so: Es wird eng im Mittelfeld der Eintracht.

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