19.03.2007 · In diesen Tagen kann Markus Pröll nur zuschauen. Zum dritten Mal plagt den Eintracht-Torhüter eine Rippenverletzung. Nun hat er sich einen Schutzpanzer aus Karbon anfertigen lassen, um sich vor weiteren Beschwerden in der Brust zu schützen.
Von Josef SchmittMarkus Pröll war der Mann der Vorrunde. Nicht nur bei der Frankfurter Eintracht, sondern in der gesamten Liga. Der 26 Jahre alte Torhüter hatte mit ganzen Serien von Paraden der Eintracht so manchen Punkt gewonnen. Doch in diesen Tagen und Wochen, in denen die Entscheidung im Abstiegskampf heranreift, kann Pröll nur zuschauen. Zum dritten Mal schon verhindert eine Rippenverletzung, dass er seiner Arbeit weiter so erfolgreich nachgehen kann wie im ersten halben Jahr dieser Spielzeit.
Schon in der Vorrunde hatte Pröll mit der gleichen Verletzung eine Pause einlegen müssen, dann aber den Weg zurückgefunden. Gleich zu Beginn des Jahres hat es ihn abermals erwischt, und als er vor gut zwei Wochen vor dem Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg bereit zu sein schien für das Comeback, waren die Schmerzen von einer auf die andere Minute wieder zurückgekehrt.
Suche nach der Ursache der Schmerzen
Seitdem hat Pröll gemeinsam mit verschiedenen Ärzten die Suche nach der Ursache der Schmerzen verstärkt, auch von einem Heilpraktiker hat er sich behandeln lassen. Beim Mannschaftsarzt der Eintracht, Dr. Christoph Seeger, war er mehrmals durchgecheckt worden, Röntgenaufnahmen und Kernspintomographien hatten keine „knöchernen und muskulären Verletzungen“ im Rippenbereich ergeben, so die Aussage des Arztes. Beim Kölner Spezialisten Dr. Peter Schäferhoff hatte sich Pröll in den vergangenen zwei Wochen aufgehalten, seit Montag ist er nun in München. „Ich hole die Meinungen von einem weiteren Neurologen und einem weiteren Orthopäden ein“, sagt Pröll.
Bisher sind die Diagnosen der verschiedenen Mediziner deckungsgleich. „Es wird vermutet, dass es sich um eine Gelenkentzündung im hinteren Rippenbereich handelt“, sagt Pröll, der hofft, dass die jüngsten Untersuchungen dazu beitragen, dass aus den Vermutungen endlich Gewissheit wird. „Ich will einfach wissen, was ich habe, bevor ich mich wieder ins Tor stelle“, sagt er. Die Option, mit schmerzstillenden Mitteln den Weg zurückzufinden, wurde inzwischen verworfen. Spritzen hätten nur zu einer „zehnprozentigen Besserung“ geführt, erzählt Pröll, nicht genug, um seinem Beruf als Torwart nachgehen zu können.
„Ich denke, dieser Panzer kann mich unterstützen“
Mut macht dem Torhüter der Eintracht, dass er seit dem Wochenende im Alltag keinerlei Schmerzen mehr verspürt. Mit Radfahren versucht er sich körperlich fit zu halten, mit dem Training beginnen will er aber erst dann wieder, wenn ein endgültiges Urteil der Ärzte feststeht. Hoffnung gibt Pröll auch, „dass die Sache ja in der Vorrunde auch plötzlich wieder weg war und ich ohne Probleme trainieren und spielen konnte“.
Aber die Schmerzen sind nach „Allerweltsparaden“ beim Training nun auch schon zweimal zurückgekommen. Um den ganz offensichtlich schwachen Punkt seines Körpers ein wenig zu schützen, hat sich Pröll in der Orthopädie in Köln einen Schutzpanzer aus Karbon anfertigen lassen. Beim Training getestet hat er ihn noch nicht: „Aber ich denke, dieser Panzer kann mich unterstützen.“