Home
http://www.faz.net/-gzo-6kapm
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Eintracht Frankfurt Die Eintracht will die Wende

28.08.2010 ·  Mit zwei Niederlagen mag Kapitän Ochs nicht starten. Gegen den Hamburger SV kann Franz verteidigen. Im Sturm hält sich Trainer Skibbe alle Optionen offen.

Von Ralf Weitbrecht, Frankfurt
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Die Parole kommt vom Kapitän. „Wir wollen nicht mit zwei Niederlagen starten.“ Verständliche Worte aus dem Mund von Patrick Ochs, der zum zweiten Mal binnen Wochenfrist Spielführer der Frankfurter Eintracht ist. Der eigentliche Anführer des Fußball-Bundesligaklubs, der 32 Jahre alte Chris, ist nach überstandenem Leisteneingriff noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte und muss sich wie schon in der Vorwoche beim missglückten Saisonstart in Hannover mit der Zuschauerrolle begnügen. Die behagt ihm gar nicht, „denn für mich ist es eine Ehre, Kapitän der Eintracht zu sein. Gerne möchte ich versuchen, die Mannschaft in die richtige Spur zu bringen.“ Als Taktgeber von der Bank aus kann Chris gegen den Hamburger SV nur als Stimulator wirken. Auf dem Feld müssen gegen den Favoriten aus dem Norden andere Verantwortung übernehmen. Ochs, formal der zweite Mann in der teaminternen Hierarchie, ebenso wie Mittelfeldabräumer Pirmin Schwegler, Sturmführer Ioannis Amanatidis und Innenverteidiger Maik Franz. Um Franz hatte sich Eintracht-Trainer Michael Skibbe zuletzt einige Sorgen gemacht. Doch der während der Woche angeschlagene Abwehrmann ist erwartungsgemäß fit geworden. „Alles ist gut bei ihm“, versicherte Skibbe am Freitag Abend nach dem Abschlusstraining. Franz selbst fühlte sich schon vor der abschließenden Übungseinheit stark genug, um sich dem HSV in den Weg zu stellen. „Ich spiele.“ Doch wer spielt sonst noch?

Eigentlich galt die Personalie Franz als einziges Fragezeichen vor der Heimspielpremiere in der neuen Bundesligasaison. Doch um einen kompletten Fehlstart zu verhindern, sind auch Änderungen im Angriff denkbar. Gibt Skibbe dem in Hannover schwachen und lauffaulen Theofanis Gekas die Chance, sich zu rehabilitieren? Oder setzt er doch auf Halil Altintop? Konkret auf Wechselfälle angesprochen, warb der Eintracht-Trainer um Verständnis. „Keine Auskünfte zu taktischen Maßnahmen.“ Auskünfte in eigener Sache gab es immerhin vom Deutsch-Türken Altintop. Musste er in der Vorwoche zum Start in Hannover noch überrascht feststellen, dass Gekas – und nicht er – an der Seite von Ioannis Amanatidis stürmen durfte, erwartet Altintop eine baldige Korrektur. „In der Vorbereitung und im Pokal habe ich Argumente für mich gesetzt“, sagte er. „Für die Zukunft sehe ich meinen Platz in der ersten Elf.“

Bruchhagen freut sich auf das Wiedersehen

Patrick Ochs hat seinen Platz schon lange sicher. Dank Skibbes vorgenommener Verschiebung nach vorne kann der quirlige Außenmann seine offensiven Qualitäten zum Wohle der Mannschaft weitaus effektiver einsetzen. So glänzte Ochs in Hannover als Vorbereiter des einzigen Tores, das Benjamin Köhler erzielte. „Dass wir nun gegen den HSV unter Druck stehen, wissen wir. Aber wir haben in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass uns die sogenannten Topmannschaften der Liga durchaus liegen.“ Keine Überraschung: Skibbe erwartet für die annähernd ausverkaufte Partie gegen den HSV, „dass meine Mannschaft das besser macht, als in der zweiten Halbzeit gegen Hannover. Auch wollen wir gut im Defensivverbund stehen.“

Was angesichts der starken Hamburger Angreifer auch nötig sein dürfte. Heribert Bruchhagen, der Vorstandschef der Eintracht, freut sich auf das Wiedersehen mit seinem alten Klub, bei dem er einst drei Jahre lang (1992 bis 1995) als Manager wirkte. Doch mehr noch freut sich der 61 Jahre alte Eintracht-Chef darüber, dass auch die besonders zahlungskräftige Kundschaft den Weg zurück zu den Frankfurtern gefunden hat. 96 Prozent Auslastung bei den Business Seats, 90 Prozent Auslastung bei den Logen: „Damit können wir sehr zufrieden sein,“ so Bruchhagen. Wirtschaftlich also passt es bei der Eintracht, sportlich noch nicht. Die Partie gegen Hamburg soll die Wende bringen.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Jahrgang 1961, Sportredakteur.

Jüngste Beiträge

Perspektivlosigkeit ist Gift

Von Rainer Schulze

Die Zukunft der Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte ist unklar. Das Land will sich von der Beteiligung trennen - Frankfurt hat die Hand gehoben. Eine Entscheidung tut not. Mehr