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Eintracht Frankfurt Der Dauerläufer lässt das Träumen nicht

 ·  Zum Saisonende läuft der Vertrag des fast 33 Jahre alten Österreichers Markus Weissenberger aus. Bleibt er oder geht er? Abhängig ist das von vielen Faktoren.

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Der kluge Mann baut vor. Stein auf Stein, grundsolide, wie er auch Fußball spielt, wächst das Haus, das schon bald seine neue Heimat werden soll. Wann Markus Weissenberger das Domizil in Linz an der Donau bezieht, ist offen. Vielleicht im Sommer, vielleicht auch erst ein oder zwei Jahre später?

Abhängig ist das von vielen Faktoren. Entscheidend wird sein, ob der im März 33 Jahre alt werdende Fußballprofi der Frankfurter Eintracht über das Saisonende hinaus eine Zukunft am Main hat. Am 30. Juni endet der Vertrag des stets lauffreudigen Mittelfeldspielers. „Wenn ich gesund bleibe, spricht nichts dagegen, dass ich weiter Fußball spiele“, sagt er.

Absage an die Offenbacher Kickers

Weissenberger, der zu den erfahrensten und besonnensten Kräften der Eintracht zählt, gehört zur Gruppe der grundsoliden Bundesligaspieler. Kaum überragend, selten stark abfallend: Der kleine Vorarlberger (1,68 Meter) ist zumeist eine verlässliche Größe und spielt folgerichtig auch in den Planungen seiner Vorgesetzten eine übergeordnete Rolle. Für das Binnenklima innerhalb der Mannschaft ist der Familienvater besonders wichtig, und vielleicht auch deshalb hat Vorstandschef Heribert Bruchhagen vagen Abwerbungsversuchen der zweitklassigen Offenbacher Kickers sofort eine Absage erteilt. „Ein Ausleihgeschäft kommt überhaupt nicht in Frage. Wir geben keinen Mittelfeldspieler her, und Markus Weissenberger schon gar nicht.“

Der Mann mit der Rückennummer 10 ist – anders als es die prominente Zahl auf dem Trikot suggeriert – kein klassischer Spielmacher. Weissenberger, mit dem linken Fuß stärker als mit rechts, fühlt sich auf der linken Mittelfeldseite wohl. Auch zentral hinter den Spitzen, dort, wo zukünftig der neue Brasilianer Caio seine Position finden sollte, hat man Weissenberger schon gesehen. Selten aber gab es Momente, in denen er sein Publikum verzücken konnte. Und trotzdem: „Fußball ist mein Leben. Da komme ich her, da will ich bleiben. Ich bin ja schon mit 16 Profi geworden.“

Konditionell und gesundheitlich fühlt sich Markus Weissenberger, gestählt durch 139 Bundesligaspiele und das variationsreiche Trainingslager an der portugiesischen Algarveküste, „topfit“, wie er sagt. „Die Voraussetzungen sind da, um Gas zu geben und gesund zu bleiben. Und im Frühjahr will ich meinen Traum von der Europameisterschaft erfüllen.“

Zukunftspläne: Trainer oder Manager?

Achtundzwanzig Einsätze sind es bislang, auf die der in Lauterach in der Nähe des Bodensees aufgewachsene Weissenberger in der Nationalelf zurückblicken kann. Weitere sollen folgen, besonders eines: das letzte Vorrundenspiel in Wien gegen Deutschland. Mit Weissenberger in der Startelf. „Es ist wirklich ein großer Traum von mir, wenn ich dabei sein könnte“, sagt der Fußballprofi, der seit 2004 schon bei der Eintracht sein Geld verdient. Weissenberger weiß, dass die Kicker aus der Alpenrepublik gegen den WM-Dritten normalerweise chancenlos sind. „Doch mit der nötigen Leidenschaft und dem Publikum im Rücken können wir schon über uns hinauswachsen.“ Schon am 6. Februar, wenn die Deutschen im Testländerspiel auf die Österreicher warten, wird Weissenberger sehen, wie groß die Kluft zwischen beiden Auswahlmannschaften ist.

Fußball war, ist und soll auch zukünftig das Leben des Profis Markus Weissenberger sein. „Nach dem Ende der Karriere wollen viele Trainer werden. Doch das Trainerdasein ist ein Vagabundenleben.“ Weissenberger mag es lieber harmonischer, überschaubarer, berechenbarer. Und vielleicht auch deshalb wird in Linz, der Heimat seiner Frau, an der neuen gemeinsamen Bleibe fleißig gemauert und gewerkelt. Von Vorarlberg über Hessen nach Oberösterreich: Weissenberger hätte es fast ahnen können, „denn in meiner Familie ziehen wir Männer immer den Frauen nach. Mein älterer Bruder ist nach Kärnten gezogen, mein Papa ist einst aus Kärnten nach Vorarlberg gekommen. Und ich gehe eines Tages nach Linz.“

Wohl nicht als Trainer, sondern eher als Manager. Bei seinem Berater Max Hagmayer ist Weissenberger schon in die Lehre gegangen, hat immer wieder geschaut, worauf es ankommt. Ein Plan, der Sinn macht. Weissenberger kennt sich aus im österreichischen Fußball, genießt dort einen ähnlich hohen menschlichen Stellenwert wie bei der Eintracht. Weissenberger eines Tages in Linz – eine kluge Entscheidung.

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Jahrgang 1961, Sportredakteur.

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