16.01.2009 · Im zweitletzten Testspiel der Rückrunden-Vorbereitung trifft die Eintracht auf Koblenz. Alexander Meier ist von Beginn an am Ball. Einer der interessantesten Spieler aus dem Eintracht-Kader muss sich aber noch in Geduld üben.
Von Ralf WeitbrechtSchon wieder eine Chance für Alexander Meier. Diesmal heißt der Gegner TuS Koblenz, gegen den sich der wertvolle Eintracht-Profi beweisen kann. Gut möglich, dass sich der lange Mittelfeldmann der Frankfurter Eintracht selbst ein passendes Geburtstagsgeschenk macht. Schließlich wird der Hamburger, der gesund aus der Stammelf der Frankfurter kaum wegzudenken ist, an diesem Samstag 26 Jahre alt. Meier wird seinen Ehrentag spielend verbringen, denn sein Trainer und Förderer hat ihm schon am Vortag mitgeteilt, dass er gegen Koblenz von Beginn an am Ball sein wird. Wie auch Habib Bellaid, Mehdi Mahdavikia und Nikos Liberopoulos.
Die Eintracht exakt zwei Wochen vor dem Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga: Am Freitag, zwei Tage nach der Rückkehr aus dem einwöchigen Trainingslager im Stammquartier an der portugiesischen Algarve in Vale do Lobo, hat die Mannschaft wieder die Arbeit in der Heimat aufgenommen, und zwar im deutschen Winter. Die Bedingungen dafür sind dennoch exzellent gewesen: Die sogenannte kleine Kampfbahn an der Wintersporthalle auf dem weitläufigen Stadionareal verfügt über eine Rasenheizung.
Tsoumou darf bei den Profis bleiben
„Phantastisch“, schwärmten unisono Frank Leicht und Alexander Schur, die beiden zuschauenden Trainer der „U 23“-Mannschaft, die als Spitzenreiter der Regionalliga Süd überwintert. Um auch weiter spitze zu sein, haben sich Leicht und Schur mit Profitrainer Friedhelm Funkel über die Rückholaktion einiger Spieler verständigt. Das Ergebnis der kurzen Unterredung: Verteidiger Jürgen Mössmer wird ebenso in die Amateurelf zurückkehren wie Mittelfeldspieler Timothy Chandler. Stürmer Juvhel Tsoumou darf bei den Profis bleiben und wird zur Reisegruppe gehören, die an diesem Samstag nach Koblenz aufbricht, um im Stadion Oberwerth (Anstoß 14 Uhr) den vorletzten Test vor der Bundesligaprüfung bei Hertha BSC Berlin zu bestreiten.
Für den emsig an seinem Comeback arbeitenden Oka Nikolov kommt der Ausflug an das Deutsche Eck noch zu früh. Funkel wird die beiden Torhüter Markus Pröll und Jan Zimmermann mit nach Koblenz nehmen. Einer der interessantesten Spieler aus dem Eintracht-Kader muss sich noch in Geduld üben. Doch der Moment des Härtetests liegt nicht mehr fern. Chris, der variabelste und technisch beschlagenste Eintracht-Profi, erhält in genau einer Woche seine einmalige Bewährungsprobe.
Bei der Spielvereinigung Greuther Fürth muss der 30 Jahre alte Brasilianer zeigen, ob er der Eintracht auch unter Wettkampfbedingungen ein wertvoller Taktgeber sein kann. Hält die Schulter? Kommt Chris unbeschadet aus Zweikämpfen heraus? Von seinem Trainer, der ihn behutsam aufgebaut hat, gibt es schon jetzt lauter lobende Worte zu hören. „Er ist vollständig wiederhergestellt. Wenn nichts dazwischenkommt, ist er erste Wahl für Berlin.“ Auch der Posten steht schon fest. Chris soll in der Innenverteidigung ein Bollwerk bilden – nach Lage der Dinge mit Marco Russ.
Korkmaz kehrt zurück
Glaubt man Funkel, vor allem aber dem Betroffenen selbst, dürfen sich die Frankfurter Fußballfreunde nach Alexander Meier und Chris schon bald auf einen weiteren Rückkehrer freuen. Vermutlich kommt der Start in die Rückserie für Ümit Korkmaz noch zu früh. Doch der Österreicher mit türkischen Wurzeln, dem binnen weniger Monate zweimal der Mittelfußknochen gebrochen ist, kehrt kommende Woche in das Mannschaftstraining zurück. „Er ist intensiv im Kraftraum und läuft schon eine Dreiviertelstunde“, weiß Funkel. An der Seite von Fitmacher Michael Fabacher soll Korkmaz die entscheidenden Schritte auf dem angestrebten Weg zurück in die Stammelf machen.
Zudem ist Funkel optimistisch, dass der zuletzt frustrierte Zlatan Bajramovic, „wenn denn zutrifft, was ich von den behandelnden Ärzten gehört habe“, gleichfalls zurückkehrt. „Ich denke, wir haben genau die richtige Phase erwischt und uns vom Acker Richtung Portugal gemacht“, sagte Funkel. In der Heimat kann nun der Endspurt beginnen. Die Bedingungen, die sich der Eintracht dafür bieten, sind im deutschen Winter wirklich ideal.