03.09.2010 · Beim 3:1 über Würges kann der Eintracht-Kapitän auf Anhieb durchspielen. Dagegen muss das Talent Rode wieder einen Rückschlag hinnehmen: Knorpelschaden.
Von Ralf Weitbrecht, WürgesDas Comeback ist geglückt. „Man hat ihm angesehen, dass er längere Zeit nicht mehr gespielt hat“, sagte Michael Skibbe. Doch der Trainer der Frankfurter Eintracht, vor allem aber Chris selbst waren froh, dass der Körper des 32 Jahre alten Brasilianers nach vier Monaten Verletzungspause gehalten hat. Vom Anpfiff bis zum Abpfiff ist der Eintracht-Kapitän am Freitagabend im Stadion „Goldener Grund“ am Ball gewesen. Am Ende stand in dem Test bei der fünftklassigen RSV Würges ein 3:1-Erfolg der erstklassigen Bundesligaprofis, herausgeschossen durch Markus Steinhöfer (24., 64.) und Ioannis Amanatidis (69.). Steinhöfer, der in Skibbes Bundesligaplanungen keine Rolle spielt, zeigte eine engagierte Vorstellung. Von Chris kann und wird zukünftig mehr kommen. „Aber diese neunzig Minuten hier haben Chris gut getan“, sagte Skibbe. „Schön, dass er wieder bei uns in der Mannschaft ist.“
Die fleißigen Würgeser, seit Jahrzehnten fester Bestandteil der höchsten hessischen Amateurliga und mit der Empfehlung eines 2:0-Punktspielsieges am Mittwoch gegen Rot-Weiß Darmstadt in das „Spiel des Jahres“ gegangen, hatten gegen die anfangs indisponierte Eintracht sogar für das erste Ausrufezeichen gesorgt. So überlistete Kilic Görgülü Eintracht-Torwart Ralf Fährmann schon in der neunten Minute mit einem gefühlvollen Heber vor 2000 begeisterten Zuschauern.
„Chris braucht noch einige Trainingseinheiten“
Eine Halbzeit schwach, im zweiten Abschnitt besser: Trainer Skibbe konnte mit dem Auftritt seiner Mannschaft anlässlich des neunzigjährigen Vereinsjubiläums des RSV Würges insgesamt nicht zufrieden sein. Auch weiß er, „dass Chris noch einige Trainingseinheiten braucht, um wieder ganz der Alte zu sein“. Doch Skibbe ist Optimist. Wenn die Eintracht in einer Woche das dritte Bundesligaspiel im Mönchengladbacher Borussia-Park bestreitet, sollte der brasilianische Abwehrchef von Beginn an dabei sein.
Während sich Chris also anschickt, endlich wieder Schritt für Schritt an das alte Leistungsvermögen anzuknüpfen, hat es einen der Jungen aus dem Eintracht-Tross besonders schlimm getroffen. Sebastian Rode, mit großen Hoffnungen im Sommer von den Offenbacher Kickers zur Eintracht gekommen, fällt monatelang aus. Bei dem 19 Jahre alten Mittelfeldmann ist nach Untersuchungen in der Frankfurter BG-Unfallklinik sowie im Heidelberger Zentrum für Gelenkchirurgie ein Knorpelschaden im linken Knie diagnostiziert worden. Schon am kommenden Montag wird Rode vom Heidelberger Kniespezialisten Jürgen Huber operiert. Trotz des sportlichen Tiefschlags hat sich Rode am Freitag dosiert optimistisch geäußert. „Die Ärzte haben mir gesagt, dass der Schaden relativ klein sein soll.“ Der leidgeplagte Profi, dem schon zu Offenbacher Zeiten im rechten Knie das Kreuzband gerissen war, hatte damals nach sechsmonatiger Zwangspause wieder annähernd zu alter Form gefunden. „Der jetzige Schaden ist im Testspiel gegen Palermo passiert“, sagte Rode. In dem Vergleich während des Sommertrainingslagers in Kärnten (2:1) war der Frankfurter mit einem Italiener zusammengeprallt. „Seitdem habe ich Schmerzen.“
Die Schmerzen von Chris sind abgeklungen. Die vor knapp sechs Wochen operierte Leiste hält, und Trainer Skibbe geht davon aus, dass sein Abwehrchef am kommenden Samstag mithelfen kann, beim schweren Auswärtsspiel in Mönchengladbach die Wende einzuleiten. Nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge ist ein Erfolgserlebnis fast schon Pflicht. Schließlich will die Eintracht bis zum Saisonende immer noch 50 Punkte holen.