19.06.2007 · Zuerst hieß es, es ziehe ihn zum HSV. Dann gab Albert Streit bekannt, mit Schalke 04 einig zu sein. Doch zum Beginn der neuen Saison wird der Mittelfeldmann wohl wieder das Trikot der Adlerträger überstreifen.
Von Josef SchmittAm 2. Juli beginnt die Frankfurter Eintracht mit der Vorbereitung auf die kommende Bundesliga-Saison 2007/2008. Schon jetzt steht fest, dass Trainer Friedhelm Funkel auf viele seiner Spieler zunächst verzichten muss. Besonders im Angriff herrscht ein Mangel an Personal, da sich neben Benjamin Köhler auch Marcel Heller verletzt hat, Ioannis Amanatidis noch ein paar Tage länger Urlaub genießen darf und Naohiro Takahara mit Japan an der Asien-Meisterschaft teilnimmt.
Vom Stammpersonal steht zu Beginn der Vorbereitung alleine Michael Thurk zur Verfügung. Für ihn sei dies „kein Grund zur Beunruhigung“, sagt der Frankfurter Trainer, „wir haben in diesen ersten Tagen genug Möglichkeiten, die Probleme zu lösen“. Eintracht-Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen macht sich dagegen schon Sorgen, „weil gleich zu Beginn für die anderen Spieler die Belastung sehr hoch sein wird“.
„Takahara zum Bundesliga-Start zurück“
An die Verpflichtung eines weiteren Stürmers denken die Frankfurter noch nicht. Man werde nicht „krampfhaft“ einen Stürmer suchen, sagt Funkel. „Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass wir tätig werden, aber auch nicht wahrscheinlich.“ Auf Funkels Wunschliste ganz oben stehen Spieler für andere Mannschaftsteile. Ob der Trainer seine Prioritäten ändern muss, hängt ganz von den Heilungsverläufen bei Köhler und Heller ab. Benjamin Köhler hat sich im letzten Saisonspiel gegen Hertha BSC Berlin einen Riss des Syndesmosebandes zugezogen und absolviert nach einer Operation Rehatraining. Frühestens Mitte Juli kann Köhler bei gutem Heilungsverlauf wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.
U-21-Nationalspieler Heller hat sich beim Turnier in Toulon eine Rückenverletzung zugezogen, die inzwischen als Ermüdungsbruch im Lendenwirbelbereich diagnostiziert wurde. Auch der 21 Jahre alte Heller wird noch einige Wochen nicht gegen den Ball treten können. Mit Amanatidis rechnet Funkel noch während des ersten Trainingslagers, das die Eintracht vom 4. bis 11. Juli im Zillertal bezieht. „Und Takahara kommt ja rechtzeitig zum Bundesliga-Start zurück“, sagt der Trainer.
Streit noch oder wieder da
Die Stürmer sind nicht die Einzigen, die zu Beginn fehlen. Auch die Schweizer Nationalspieler Benjamin Huggel und Christoph Spycher sowie der griechische Abwehrrecke Sotirios Kyrgiakos und U-19-Spieler Kreso Ljubicic dürfen etwas länger ausspannen. Neuzugang Mehdi Mahdavikia spielt mit Iran ebenfalls die Asien-Meisterschaft und wird einen großen Teil der gesamten Vorbereitung verpassen. Ähnliches droht beim zweiten Neuzugang Junichi Inamoto, doch da ist noch keine Entscheidung gefallen, ob er für die japanische Nationalmannschaft abgestellt werden muss.
Viele, auf die Funkel zählt, werden also fehlen, einer, mit dem niemand mehr gerechnet hat, wird wahrscheinlich noch oder wieder da sein. Noch immer gibt es im Streitfall um den wechselwilligen, aber vertraglich gebundenen Albert Streit keine Annäherung zwischen Schalke 04 und der Eintracht. Nachdem ein erstes Ablöseangebot der Schalker nicht den Gefallen von Bruchhagen gefunden hatte, herrscht Funkstille. Alleine Streits Berater Klaus Gerster bemühe sich, „aktiv zu werden“, berichtet Bruchhagen, „doch unsere Vorstellungen sind relativ klar“. Bruchhagen geht davon aus, dass Streit beim Saisonstart der Eintracht dabei sein wird. „Er hat seinen Abgang ein wenig voreilig verkündet“, sagt der Eintracht-Chef, „ich denke, er wird hier am 2. Juli seine Arbeit wiederaufnehmen.“
Streit überbewertet
Markus Schulze (leser-faz)
- 20.06.2007, 12:03 Uhr