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Eintracht Frankfurt Anführer gesucht

 ·  Wer soll Spieler wie Chris, Franz oder auch Amanatidis ersetzen? Gegen Mainz braucht die Eintracht Profis mit dem gewissen Etwas.Allzu viele Kandidaten gibt es nicht mehr.

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Christian Maicon Hening, genannt Chris, ist seit Beginn dieser Saison zwar Kapitän der Frankfurter Eintracht, also per se Führungsspieler. Aber der Brasilianer plagt sich seit Wochen mit einer hartnäckigen Rückenverletzung und wird im Derby gegen Mainz 05 am Samstag nicht spielen können. Maik Franz ist allgemein anerkannt der größte Kämpfer unter den Profis der Eintracht. Und auch er wird gegen Mainz nicht dabei sein, nachdem sich eine zunächst als Prellung diagnostizierte Hüftverletzung bei einer weiteren Untersuchung als Teilriss in der Bauchmuskulatur herausgestellt hatte. Zwei Führungsspieler weniger also. Dabei hat die Eintracht nicht allzu viele davon. Der Verlust dieser beiden Spieler sei für die Mannschaft „immens“, sagt Trainer Michael Skibbe. „Es sind Spielertypen mit Siegeswillen, Durchsetzungsvermögen und Biss.“

Ähnliche Qualitäten zeichnen auch Ioannis Amanatidis aus. Auch der Stürmer ist einer jener Spieler, der in der Vergangenheit Führungsqualitäten unter Beweis gestellt und dessen Wort Gewicht hat. Doch auch der ehemalige Kapitän wird ziemlich sicher im Derby nicht dabei sein, weil er seit Wochen schon von Skibbe nicht für die Anfangsformation berücksichtigt wird. Den Frankfurtern sind also die Anführer abhanden gekommen. Ausgerechnet gegen Mainz.

Spielerisch gut, aber weniger kämpferisch

Es werde sehr „auf Emotionalität und Leidenschaft ankommen“, sagt Franz, „dieses Spiel ist eben kein Spiel wie jedes andere“. Gerne hätte er die Rolle des Vorkämpfers übernommen, „weil mir so etwas einfach Spaß macht“ – so wie in der vergangenen Saison in seinem spektakulären Zwist mit dem früheren Mainzer Angreifer Aristide Bancé. Doch nach der für ihn „niederschmetternden Diagnose“ ist das unmöglich. Nun setzt Franz auf seine Kollegen. „Ob ich spiele oder nicht, ist eigentlich egal“, sagt er, „es wird darauf ankommen, dass wir die besondere Motivation in Leistung umsetzen können.“ Doch wer kann die Eintracht in dieses Derby führen, wer kann neben dem Trainer, dessen direkter Einfluss mit dem Anpfiff im Grunde beendet ist, jene mannschaftsinterne Stimmung befördern, die für eine gute Leistung benötigt wird?

Da ist Patrick Ochs, seit Wochen Vertreter von Chris als Spielführer. Er weiß als Eigengewächs der Eintracht natürlich auch um die besondere Bedeutung des nächsten Spiels. „Derbys darf man nicht verlieren“, sagte er schon vor dem Pokalspiel in der Vorsaison gegen die Offenbacher Kickers – der Mutter aller Derbys in der Region. Die Rivalität mit Mainz hat sich erst durch den Aufstieg des Nachbarn in den vergangenen Jahren entwickelt. Ochs sagt: „Gegen Mainz gewinnt man gerne, weil das immer hitzige Spiele sind.“ Er sei sich seiner Verantwortung in der aktuellen Situation bewusst, sagt er. Gerade wegen des Fehlens anderer wichtiger Spieler sei er „besonders gefordert“.

Viel mehr Anführer hat die Eintracht in diesen Tagen auf den ersten Blick nicht mehr zu bieten. Viele gute Spieler sicher, wie den Spielmacher Pirmin Schwegler oder den Torjäger Theofanis Gekas. Doch deren Qualitäten liegen im spielerischen Bereich, weniger im kämpferischen. Skibbe sieht das naturgemäß anders. „Wir haben zum Beispiel in Bremen auch ohne Chris und nach der Halbzeit ohne Franz gut gespielt“, sagt er. „Alle Spieler werden hochmotiviert sein.“ Er ist überzeugt davon, die Lücken ohne großen Substanzverlust füllen zu können. So genieße Aleksandar Vasoski als Vertreter von Franz und Partner von Marco Russ in der Innenverteidigung sein „vollstes Vertrauen“. Dahinter allerdings sei durch die Ausfälle die Spielerdecke „ultradünn“. Um wenigstens noch einen gelernten Innenverteidiger im Aufgebot zu haben, hat er den 18 Jahre alten Kevin Kraus aus der U 23 zu den Profis geholt. Auch der könnte einen Anführer sicher gut gebrauchen.

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Von Matthias Alexander

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