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Eintracht Frankfurt Amanatidis bleibt hart und kehrt zurück

07.07.2011 ·  Gescheiterte Einigung: Die Eintracht wollte ihren früheren Kapitän eigentlich loswerden, aber der will sich ein professionelles undregelmäßiges Training nicht nehmen lassen.

Von Josef Schmitt, Frankfurt
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Aus der Generalprobe eine Woche vor dem Saisonstart in die Zweite Fußball-Bundesliga ist ein Generalpröbchen geworden. Gegen einen Profiklub aus dem Ausland wollte die Frankfurter Eintracht ursprünglich spielen an diesem Freitag, nun tritt sie beim Regionalliga-Aufsteiger SV Waldhof Mannheim an. Das Spiel von 18.30 Uhr an im Carl-Benz-Stadion in Mannheim ist nicht ganz das, was sich Trainer Armin Veh vorgestellt hat – aber immer noch besser als nichts. Denn in der Saisonvorbereitung sind ja aus unterschiedlichen Gründen schon die Testspiele gegen Steaua Bukarest und Darmstadt 98 ausgefallen. „Generalprobe habe ich jeden Tag im Training“, sagt Veh, der mit seiner neu zusammengestellten Mannschaft gerade vier Testspiele absolviert hat und nun also vor dem fünften und letzten steht. Schuld an der in vielen Bereichen ungewöhnlichen Vorbereitung ist der vorverlegte Saisonstart der zweiten Liga, den Vorstände und Manager aus den Vereinen beschlossen haben – ohne zum Beispiel Trainer zu fragen oder die vielen Nachteile ausreichend zu bedenken. Veh nennt den frühen Saisonstart deshalb „totalen Blödsinn“. Und dies nicht nur wegen der schwierigen Suche nach Testspielgegnern.

Viel schwerer fällt ins Gewicht, dass die zweitklassigen Vereine Probleme haben, ihre Mannschaft komplett zusammenzustellen, weil die erstklassigen Klubs erst in diesen Tagen nach und nach ihre eigenen Personalplanungen vorantreiben. Die fast schon verzweifelte Suche der Eintracht nach Innenverteidigern hat das Dilemma in den vergangenen Tagen deutlich gemacht. Nun wurde also Gordon Schildenfeld gefunden, ein Spieler, der nur Insidern in Deutschland bekannt war, der es vor drei Jahren beim MSV Duisburg nicht in die Stammelf geschafft hatte, seitdem aber offenbar eine beachtliche Entwicklung in Österreich genommen hat. Ihn will die Eintracht als siebten Neuen verpflichtet. „Es macht keinen Sinn länger zu warten“, sagt Veh, „das wird jetzt klappen“.

Russ wird vermutlich wechseln

Also hat die Eintracht das Angebot an den abgebenden Verein Sturm Graz noch einmal erhöht und angeblich eine Million Euro Ablöse geboten. In jedem Fall soll der 26 Jahre alte kroatische Nationalspieler wenn möglich schon am Freitag im Spiel gegen Waldhof Mannheim dabei sein – und dort gemeinsam mit Marco Russ das Abwehrzentrum bilden, genau wie eine Woche später beim Saisonauftakt bei der Spielvereinigung Greuther Fürth.

Dabei geht auch der Eintracht-Trainer längst davon aus, dass er Russ nicht mehr allzu lange im Team haben wird. Die Eintracht wird irgendwann zwischen Ende Juli und Anfang August ihr inzwischen 25 Jahre altes Eigengewächs für möglichst viel Geld an den VfL Wolfsburg verkaufen, um die nach dem Abstieg größer gewordenen Finanzlöcher zu stopfen. Bis dahin wird Sportdirektor Bruno Hübner weiter nach Innenverteidigern suchen, die helfen können, den Wiederaufstieg zu erreichen. Ein Einspielen für das große Ziel wird so oder so nicht möglich sein.

Die Abteilung Angriff wird am Ende noch größer sein als ursprünglich angenommen

Im Offensivbereich sieht es dagegen besser aus, was zur Beruhigung des Trainers beiträgt. „Vorne sind wir flexibel“, sagt Veh, „da wird es schwierig für die Gegner, gegen uns zu spielen.“ Schnelle Außen wie der Gladbacher Neuzugang Karim Matmour und Ümit Korkmaz, torgefährliche Mittelfeldspieler wie Caio und Alex Meier, dazu drei erfahrene Innenstürmer mit Theofanis Gekas, Erwin Hoffer und Martin Fenin – das ist ganz nach dem Geschmack des Trainers. Fußballerisch sei seine Mannschaft sehr gut, sagt Veh, „wir kombinieren gut und werden Torchancen herausspielen“.

Die Abteilung Angriff wird am Ende sogar noch größer sein als ursprünglich angenommen, denn mit Ioannis Amanatidis hat es keine Einigung gegeben. Der ehemalige Kapitän steht noch bis zum Sommer 2012 bei der Eintracht unter Vertrag, ist aber nicht mehr erwünscht. Zuletzt war er vom Training freigestellt, der Vertrag sollte gegen Zahlung einer Abfindung aufgelöst werden. In mehreren Gesprächen hat es allerdings keine Einigung gegeben. Nun teilte Amanatidis‘ Anwalt Georgios Gounalakis mit, dass sein Klient von Beginn der kommenden Woche an sein Recht auf professionelles Training einfordere. Bis dahin will der 29 Jahre alte Stürmer auch die von der Deutschen Fußball-Liga vorgeschriebene sportmedizinische Untersuchung absolvieren. Amanatidis loswerden – auch bei diesem Projekt tut sich die Eintracht also schwerer als gedacht.

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