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Prognose aus Hamburg : Theoretisch steigt die Eintracht ab

Laufen für den Ernstfall: Am Samstag können die Eintracht-Profis endlich zeigen, was sie den Sommer über gemacht haben. Bild: Jan Huebner

Wenn es nach einer Bundesliga-Prognose des Unternehmens „Goalimpact“ geht, gibt es eine Abschlusstabelle ohne Frankfurter Happy End. Doch das letzte Wort ist noch lange nicht gesprochen.

          Die Eintracht-Strategen blieben in Deckung. Vielleicht auch gut so, denn was das Hamburger Unternehmen „Goalimpact“ am Donnerstag veröffentlicht hat, das dürfte den Frankfurter Fußball-Experten nicht gefallen. Die Absteiger der kommenden Bundesligasaison 2017/2018? Eintracht Frankfurt und Werder Bremen. Nur eine Prognose der Hamburger Mannschaft um Finanzmathematiker Jörg Seidl, der einen Algorithmus geschrieben hat, mit dem Fußball-Wahrscheinlichkeiten errechnet werden können. Dass im Fußball grundsätzlich alles möglich sei, ist hinlänglich bekannt.

          Dass aber auch zentrale Fragen vorab das Ergebnis einer gesamten Saison von 306 Spielen an 34 Spieltagen beeinflussen können, das glauben sie vor allem im hohen Norden. Wie beeinflusst ein Spieler den Ausgang eines Spiels? Und wie ist die Tordifferenz einer Mannschaft, wenn Spieler A, B oder C auf dem Platz steht? Andere Statistiken wie Zweikampfstärke, Passquote oder Torschüsse spielen keine Rolle. Alle Spielergebnisse werden im System erfasst und den Profis zugeordnet. Mehr als 400.000 Fußballspieler aus 66 Ländern zählen zur Datenbank von „Goalimpact“. Für jeden einzelnen wird aus all seinen Spielen ein Durchschnittswert ermittelt. Diesen gleicht der Algorithmus mit den Werten anderer Spieler ab, berücksichtigt die Werte der Teamkollegen sowie die Stärke des Gegners; zudem können auch Faktoren wie Heimvorteil, Ermüdungsgrad des Spielers und Platzverweise den Wert beeinflussen.

          Freiburg auf Relegationsplatz

          Am Ende bleibt dann der „Goalimpact“ eines jeden Spielers – sein theoretischer Einfluss auf das Spielergebnis. Um den Erfolg eines Teams vorherzusagen, werden die Werte der Mannschaftsmitglieder addiert, und daraus wird wiederum der Durchschnitt ermittelt. Dieser Wert ist der entscheidende Faktor für die Prognose eines Klubs, der durch zusätzliche Transfers und Verletzungen beeinflusst werden kann. Die Eintracht Letzter, die Bayern, wen wundert‘s, Erster?

          Niko Kovac ist bekannt dafür, dass für ihn eine Währung, eine Konstante im Fußball besonders zählt: harte Arbeit. Seit sechs Wochen schon kümmert sich der 45 Jahre alte Fußballlehrer um die Neujustierung der Mannschaft, an deren Form er seit Ende Juni nahezu täglich bastelt. „Wir sind weiter als im letzten Jahr“, sagte der Trainer unlängst. Wie weit seine runderneuerte Mannschaft wirklich ist, wird sich erstmals seriös in den kommenden zwei Wochen beurteilen lassen.

          Dem Auftaktpflichtspiel an diesem Samstag beim Regionalliga-Aufsteiger TuS Erndtebrück, dem viertklassigen Gegner in der ersten Runde des DFB-Pokals, folgt am darauffolgenden Sonntag der mit Spannung erwartete Bundesliga-Auftakt in Freiburg. Die Mathematiker von „Goalimpact“ sehen den Sportclub übrigens auf dem Relegationsplatz landen.

          Endlich wieder ernst

          Richtig ist schon jetzt: Der Eintracht behagen Spiele im Schwarzwaldstadion nicht sonderlich. Erfolgserlebnisse sind rar, der letzte Auswärtssieg datiert vom 12. September 2009, als es aus Eintracht-Sicht 2:0 hieß. Einer der Torschützen damals: Alexander Meier. Der verletzte Kapitän kann zum Start in die neue Saison 2017/2018 aktiv nicht mithelfen, dass die überschaubare Pokalhürde Erndtebrück genommen wird und dass in Freiburg endlich mal wieder gewonnen wird.

          Weil Kovac wie im Vorjahr einen guten Start hinlegen möchte, hat er sich schon vor dem Pokalspiel gegen die ehemals fünftklassigen Amateure zum Üben auf einen mit Sichtschutzblenden uneinsehbaren Trainingsplatz zurückgezogen. Dass am Donnerstag ein minimales Zeitfenster von 15 Minuten geöffnet wurde, ehe dann auch wirklich die letzten Außenstehenden das Areal verlassen mussten, erinnerte an Nationalmannschaftspraktiken. Was zu erkennen war: 21 Spieler und drei Torhüter gingen ihrer Arbeit nach, dazu drehte Rekonvaleszent Slobodan Medojevic individuell Laufrunden. Alles Weitere wird sich weisen. Gut, dass es von Samstag an endlich ernst wird.

          Quelle: F.A.Z.

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