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Bundesliga-Kommentar Kennenlernphase

15.02.2009 ·  Die Vergangenheit spricht für Friedhelm Funkel und die Eintracht. Beide haben es schon oft geschafft, sich aus prekären Situationen zu befreien. Verliert die Mannschaft beim KSC, ist sie aber ein ernsthafter Kandidat für die zweite Liga.

Von Uwe Marx
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Wie gut kennt Friedhelm Funkel Eintracht Frankfurt? Die Antwort auf diese Frage wird für die sportliche Zukunft des Vereins entscheidend sein. Der Trainer tat nach dem 0:2 gegen Wolfsburg, was er nach diversen Niederlagen in schwieriger Lage schon häufiger tat. Er beruhigte und relativierte, indem er eine bessere Leistung im nächsten Spiel nicht nur ankündigte, sondern geradezu versprach. Er kenne seine Profis sehr gut, sagt Funkel bei solchen Gelegenheiten, und das soll heißen: Die machen das schon.

Es könnte eine unruhige Restsaison werden

Vor dem Spiel am nächsten Samstag beim Karlsruher SC war diese Art Aufbauarbeit mal wieder nötig. Die Vergangenheit spricht für Funkel und die Eintracht. Beide haben es schon oft geschafft, sich aus prekären Situationen zu befreien. Das war in der zweiten Liga so und hat sich in der ersten fortgesetzt. Immer hieß es danach selbst bei eingefleischten Funkel-Kritikern: Gut gemacht, Hut ab. Es mag beruhigend sein, sich auf so gute Erfahrungen berufen zu können. Aber es ist fahrlässig, es schon wieder so weit kommen zu lassen, dass ein rettender Kraftakt her muss. Jetzt also Karlsruhe.

Verliert die Eintracht auch hier, ist sie ein ernsthafter Kandidat für die zweite Liga. Dann würde es sicher eine unruhige Restsaison werden. Der KSC markierte schon in der Hinrunde eine Wegscheide. Hätte die Eintracht diese Partie verloren, wäre Funkel vermutlich nicht mehr lange Trainer in Frankfurt geblieben. Aber seine Mannschaft gewann, in der Nachspielzeit gar, Funkel durfte bleiben, die sportliche Wiederbelebung nahm ihren Anfang.

Funkel ist von der Wende überzeugt

So weit, so gut. Andererseits gibt es keine Serie, die nicht irgendwann reißt. Dass die Eintracht sich gewissermaßen naturgesetzlich aus der Bredouille befreit, kann keiner ernsthaft annehmen. Das wäre so, als würde der FC Bayern immer wieder Meister, nur weil er es ja schon so oft geworden ist. Das ist zwar regelmäßig der Fall, aber manchmal sind eben auch andere dran. Und dieses eine Mal würde im Falle der Eintracht heißen, eine Spielklasse tiefer spielen zu müssen.

Funkel sagt, er kenne seine Spieler so gut, dass er auch diesmal von einer Wende überzeugt ist. Natürlich ist er das, was bleibt ihm anderes übrig? Allerdings dürfte er so manchen Eintracht-Profi gegen Wolfsburg nicht wiedererkannt haben. Seine Einschätzung, drei bis vier Spieler hätten weit unter Form gespielt, war eine Untertreibung. Es waren mehr. So gesehen wäre es wichtig, Mannschaft und Trainer lernten sich in Karlsruhe neu kennen.

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Jahrgang 1964, Sportredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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