31.08.2008 · Caio und die Eintracht - das scheint einfach nicht zusammenzupassen. Der Brasilianer hat sich seit Monaten nicht im Kader behaupten können. Was sind die Ursachen? Und wie soll die Mannschaft damit umgehen? Ein Kommentar von Marc Heinrich.
Von Marc HeinrichAn diesem Montag endet die Wechselperiode in der Bundesliga. Einen Tag später als üblich. Kaum zu glauben, dass diese Verlängerung der Eintracht hilft, ihr aktuell größtes Sorgenkind im Schlussverkauf noch an den Mann zu bringen: Caio. Der Brasilianer ist seit mehr als einem halben Jahr in Frankfurt – angekommen ist er noch nicht. Sein Vertrag läuft eigentlich bis 2012, wenn aber nicht noch ein mittelschweres Fußballwunder geschieht, dürfte die Zusammenarbeit vorzeitig enden. Über Ansätze, sein Talent zu beweisen, kam Caio nie hinaus.
Er kann hart schießen, fein flanken und frech tricksen. Zumindest gegen Amateure im Training oder als Last-Minute-Mann in Köln klappte das. In den vergangenen Tagen, so echauffierte sich Trainer Funkel vor dem Remis in Wolfsburg, soll es dem 22 Jahre alten Profi in den Übungsstunden allerdings an der nötigen Arbeitsmoral gemangelt haben. Es wäre nicht das erste Mal und somit keine Überraschung. Wäre es da nicht das Beste, der Klub zöge unter das traurige Kapitel alsbald einen Schlussstrich? Trotz des erwartbaren finanziellen Minusgeschäfts.
Caio mangelt es an Behauptungswillen
Erst einmal aber dürfte es unmöglich sein, einen Interessenten für den begabten, aber arg antriebslosen Spieler zu finden. Fast vier Millionen Euro gab der Verein für den vermeintlichen Überflieger aus – auch für einen wirtschaftlich gesunden Verein wie die Eintracht viel Geld, das anderweitig besser investiert gewesen wäre, wie man heute weiß. Caio ist, so der aktuelle Stand, ein Fehlgriff. Das einzugestehen tut zwar weh, doch darum wird das Eintracht-Führungsteam nicht mehr herumkommen. Es ist zwar ärgerlich, aber keine Schande, schließlich haben schon Klubs mit weitaus besser besetzten und erfahreneren Scout-Abteilungen danebengelegen.
Für die Eintracht sollte es jetzt darum gehen, die Ursachen für den unglücklichen Transfer herauszufinden. Fehler haben beide Seiten gemacht. Caio mangelt es an Behauptungswillen. Warum aber lehnte Funkel im Sommer einen Vereinsbetreuer für Caio ab, als dieser übergewichtig aus dem Urlaub zurückkehrte? Warum sollte die Integration nur über seinen Landsmann Chris laufen? Und wieso kam der offensichtlich unglücklich durchs Leben laufende Offensivmann selbst in Testspielen nicht zum Einsatz – wann, wenn nicht hier hätte er sich besser mit seinen Mitspielern abstimmen und fitter werden können?
Funkel selbst sagt zu der Personalie längst kein Wort mehr. Und der Betroffene muss schweigen. Die Eintracht teilte mit, er habe in der Öffentlichkeit den Mund zu halten und sich auf den Sport zu konzentrieren. Die Eintracht hat nun fast zwei Wochen spielfrei. Kaum zu glauben, dass Caio, dem Monate nicht genügt haben, um sich durchzusetzen, ausgerechnet jetzt den Anschluss findet. Personelle Probleme hat die Eintracht in diesen Tagen einige. Sie wäre gut beraten, eines der dringendsten aus eigenem Antrieb so rasch wie möglich zu lösen.
Malocher!und Grätscher sind in und Ballkünstler out!..
Faruk Yalcin Dinc (fereli)
- 01.09.2008, 01:46 Uhr
Fehlgriff oder Ignoranz seitens Eintracht Frankfurt?
Stephan Ilten (stephan-ilten)
- 01.09.2008, 23:54 Uhr
Caio
Detlef Biermann (kaefigkicker)
- 02.09.2008, 00:34 Uhr