06.03.2010 · Mit dem erst am Ende deutlichen Sieg in Frankfurt bewirbt sich Schalke 04 weiterhin ernsthaft um die deutsche Fußball-Meisterschaft. Vor allem in der ersten Hälfte macht es die Eintracht den Gelsenkirchenern zu leicht.
Von Uwe Marx, FrankfurtDer FC Schalke 04 ist in dieser Saison ein Spezialist darin, es anderen besonders schwer zu machen. Im Spiel bei Eintracht Frankfurt aber war es anders, da machte es sich die defensivstärkste Mannschaft der Liga nach einem Traumstart selbst schwer und hatte am Ende etwas Mühe gegen einen Gegner 4:1 zu gewinnen, der eigentlich schon am Boden und geschlagen war.
Nach zwei frühen Toren von Joel Matip in der 12. und Benedikt Höwedes in der 15. Minute deutete zunächst wenig bis gar nichts darauf hin, dass die Schalker noch einmal in Gefahr geraten sollten. Nach dem Anschlusstreffer von Alexander Meier in der 52. Minute aber wurde es noch einmal brenzlig, zumal sich die Eintracht von einem deutlich unterlegenen zu einem gleichwertigen Gegner gewandelt hatte. Erst ein Kontertreffer von Ivan Rakitic in der 80. Minute und eine Zugabe von Kevin Kuranyi in der 89. Minute sicherten den am Ende deutlichen Sieg. „Der Sieg erscheint klarer als er letztlich war. Nach der Pause haben wir die Kontrolle verloren. Zum Glück haben wir mit einem Konter das Spiel entschieden“, sagte Schalke-Trainer Felix Magath.
Sollten die nächsten Gegner der Schalker anfänglich genau so naiv und unorganisiert ans Werk gehen wie die Frankfurter, dann dürfte weiteren Erfolgen wenig im Wege stehen. Die beiden frühen Treffer fielen nach dem selben Muster - das in der Liga eigentlich längst bekannt sein sollte und das schon so vielen Toren der Schalker in dieser Spielzeit zu Grunde lag.
Tore nach dem Schalker Muster
Bei einer Standardsituation wird der Flankenball auf den kurzen Pfosten geschlagen, dort steht einer der vielen kopfballstarken Schalker Spieler deutlich zu unbedrängt und köpft den Ball ins Tor. Das tat der junge Matip nach einem Zuspiel von Rafinha im Anschluss an eine kurz ausgeführte Ecke, und so machte es auch Innenverteidiger Höwedes, der einen Freistoß von Lukas Schmitz am Frankfurter Torhüter Nikolov vorbei ins Tor lenkte.
Fortan waren die Eintracht-Profis bei jedem weiteren Eckball und jedem weiteren Freistoß in der Nähe des Strafraums so nervös, dass sie sich eine Ballunsicherheit nach der anderen leisteten. Es war kein schönes Bild, dass diese zuletzt ebenfalls sehr erfolgreiche Mannschaft abgab, und deshalb war es erstaunlich, dass sie sich nach der Pause plötzlich so präsentierte, als sei sie eine andere.
Am Ende spielt die Eintracht wie am Anfang
Dabei hatte Trainer Michael Skibbe nur den Brasilianer Caio ins Spiel gebracht, der bisher nicht dafür bekannt war, schwierigen Partien eine neue Wendung geben zu können. In diesem Fall aber brachte er neuen Schwung - zumal sich seine Mitspieler auf wundersame verbessert hatten. Eben noch verunsichert und ohne jedes Konzept gegen einen gut organisierten Gegner spielten nun die Frankfurter so offensiv, dass es den Schalkern Mühe machte mitzuhalten.
Immerhin, sie ergaben sich nicht so wehrlos wie die Eintracht in den ersten fünfundvierzig Minuten, sondern sie beteiligte sich gleichberechtigt an einem jetzt besseren und ausgeglichenen Spiel mit Torchancen auf beiden Seiten. Die Schlussphase geriet den Frankfurtern dann allerdings wieder so schlecht wie die ersten Minuten. Eine Einladung, die die Schalker nicht ausschlugen.