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3:2-Sieg gegen Bremen Eintracht im Glück

08.08.2009 ·  Die Frankfurter überraschen sich selbst beim Auftaktsieg in Bremen – und fühlen sich „wie im Traum“. Trainer Skibbe ist nach seinem ersten Spiel zufrieden: „Wir haben gut von hinten heraus gespielt, wir waren bissig in den Zweikämpfen.“

Von Ralf Weitbrecht, Bremen
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Natürlich huschte ein Strahlen über sein Gesicht. Trotzdem war Michael Skibbe darum bemüht, seine Gefühle unter Kontrolle zu halten. „Keine Frage, für uns ist das eine gute Reise gewesen“, sagte der Trainer der Frankfurter Eintracht. Und was für eine eine. Belohnt wurde der Dienstflug der Hessen an diesem 8. August mit einem vorab kaum für möglich gehaltenen 3:2-Auswärtserfolg beim SV Werder Bremen. Zweimal Ioannis Amanatidis (6., 42.) und Martin Fenin (71.) bei Gegentreffern von Mesut Özil (13., Foulelfmeter) und Boubacar Sanogo (44.) sorgten zum Auftakt der neuen Bundesligasaison für kollektive Glücksmomente.

„Für mich ist das wie ein Traum“, sagte der nach der Pause für den verletzt ausgeschiedenen Amanatidis in die Partie gekommene Fenin. „Ich hatte schon damit gerechnet, dass ich irgendwann nach meiner Leistenoperation spielen würde. Aber dass es schon jetzt in Bremen sein würde, war nicht zu erwarten.“ Der Tscheche setzte den Schlusspunkt unter eine in der Summe starke Leistung der Eintracht. „Wir haben tolle Angriffsaktionen gehabt, schöne Tore erzielt und das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, sagte Trainer Skibbe.

Forsche Töne - zu Recht

Tatsächlich waren es durchweg forsche Töne, die von den Frankfurtern vor dem Start in die Saison zu hören waren. Doch das verbal zur Schau getragene Selbstbewusstsein verstand die Mannschaft von Beginn an mit beherzten Aktionen zu belegen. „Wir waren technisch gut und haben viele Aktionen taktisch sauber gelöst“, lobte Skibbe. Auch Vorstandschef Heribert Bruchhagen war in höchstem Maße erstaunt über das, was die Eintracht-Profis ihren 1800 mitgereisten Fans in der Baustelle Weserstadion zu bieten hatten. Schnelles Passspiel, überraschende Flügelläufe, schöne Flanken – schon nach sechs Minuten führte einer dieser starken Angriffe, vorgetragen von Selim Teber und Patrick Ochs, zur Frankfurter Führung. Der Grieche Amanatidis zeigte seine Routine, als er den Ball an Tim Wiese vorbei in die lange Ecke spitzelte.

Und selbst als Nationalmannschaftsverteidiger Clemens Fritz Amanatidis ohne Not rüde in die Beine trat und einen sogenannten „Pferdekuss“ versetzte (20.), ließ sich der Frankfurter Sturmführer in seinem Elan nicht bremsen. Unter Schmerzen glückte ihm auch noch Treffer Nummer zwei. Manager Bruchhagen, einer der Freunde des Fußballs der Marke Amanatidis, freute sich über die Vorstellung des Griechen. Doch er fand auch und vor allem lobende Worte für das Gesamtwerk der Eintracht. „Das war schon sehr gekonnt, wie das die Mannschaft in der ersten Halbzeit gemacht hat. Damit konnte man wirklich nicht rechnen“, gestand sich Bruchhagen ein.

„Bissig in den Zweikämpfen“

Der Schlüssel zum überraschenden, aber letztlich verdienten Erfolg der Eintracht: Die Mannschaft hat von der ersten Minute an sich geglaubt. „Wir alle haben uns etwas zugetraut“, sagte Trainer Skibbe. „Da ist es natürlich wichtig, dass man sofort für Entlastung sorgt. Wir haben gut von hinten heraus gespielt, wir waren bissig in den Zweikämpfen.“ Innenverteidiger Aleksandar Vasoski, der für seine zuletzt starken Leistungen mit einem Platz in der Startelf belohnt wurde, während Neuzugang Maik Franz abermals auf der Bank Platz nehmen musste, war zwar derjenige, der Özil touchierte und somit den Strafstoß verschuldete. Doch Skibbe sah über diesen Fehler hinweg. „Vasi hat das gut gemacht. Er hat sich durch den Elfmeter nicht aus dem Konzept bringen lassen, und die Mannschaft auch nicht.“ Auch Torwart Oka Nikolov sah beim zweiten Treffer der Bremer nicht gerade glücklich aus, als er einen Flankenball falsch berechnete. Doch typisch Nikolov: Der Eintracht-Routinier bewahrte auch nach diesem Fauxpaus die Ruhe und zeigte gerade nach dem Seitenwechsel eine tadellose Leistung. Stark, wie er den Schuss von Werder-Debütant Marko Marin noch parierte und somit die mögliche Bremer Führung verhinderte (58.).

Mit Ruhe und Können einerseits, mit Herz und Verstand andererseits zum Coup an der Weser: Selbst Werder-Trainer Thomas Schaaf zollte der Eintracht den Respekt, der ihr gebührte. „Wir waren einfach viel zu passiv. Die Zweikämpfe haben wir überhaupt nicht angenommen“, rügte der Trainer. Ganz anders die Eintracht. Skibbe durfte sich zum Saisonauftakt von seiner harmonierenden und funktionierenden Mannschaft beschenkt fühlen. Sie hat das umgesetzt, was vorab mit Worten versprochen worden war. Nach dem Pokaltriumph in Offenbach hat sie nun auch im Ligaalltag in Bremen einen wichtigen Sieg erzielt und spielerisch für gute Stimmung gesorgt.

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Jahrgang 1961, Sportredakteur.

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