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Eintracht Frankfurt : Fragezeichen vor dem Jubiläum

Schieflage: Trainer Kovac machen nicht nur Verletzte Sorgen Bild: Wonge Bergmann

Gegen Stuttgart braucht die Eintracht einen Erfolg. Kovac sitzt dabei zum 50. Mal in der Bundesliga auf der Trainerbank – nicht frei von Sorgen.

          Wenn das Pflichtspiel näher rückt, werden die Tore geschlossen. Niko Kovac hat es sich angewöhnt, mindestens die abschließenden beiden Trainingseinheiten stets hinter hohen, blickdichten Zäunen zu absolvieren. Dabei bleibt es in der Einstimmung auf die dritte Heimpartie der noch jungen Saison, in der es die Eintracht mit dem VfB Stuttgart zu tun bekommt. In welcher körperlichen Verfassung Lukas Hradecky dabei wird mitwirken können, ist aufgrund der verordneten Geheimhaltung – wenn überhaupt – wohl nur dem zuletzt über Rückenschmerzen klagenden Torwart, seinen Mitspielern und dem Betreuerstab in Ansätzen klar. Was genau es ist, wodurch sich der Finne zuletzt in seinem Bewegungsablauf beeinträchtigt fühlte, wurde allenfalls angedeutet – offiziell kommuniziert jedenfalls nicht. Am Donnerstag stand er zumindest wieder auf dem Rasen.

          Einzig „Moppes“ Petz, von Natur aus ein durchweg optimistisches Naturell, war zuletzt mit dem Hinweis zu vernehmen, dass es so schlimm um den Finnen nicht bestellt sei und seine Pause in den Übungsstunden vor allem darin begründet liege, um ihn soweit zu schonen, dass er mit voller Tatkraft gegen den Aufsteiger seinen Auftrag als Torsteher wird verrichten können. An der Bedeutung Hradeckys für das Team besteht kein Zweifel. Der 27-Jährige steht seit August 2015 bei der Eintracht unter Vertrag. In seiner Debütsaison bestritt er sämtliche Liga-Spiele, in der vorigen Runde verpasste er wegen einer Roten Karte in Leipzig nur eins, und auch seit der Sommerpause gehörte er zu den wenigen Konstanten in der Mannschaft, die ansonsten weder über ein funktionierendes System oder eingespielte Achsen verfügt.

          „Mit der Integration leicht gemacht“

          Sollte er passen müssen, käme es zu einer Bewährungsprobe für Ersatzmann Jan Zimmermann. Der 32-Jährige kam im Sommer vom TSV München 1860 zurück zur Eintracht, für die er schon von 2005 bis 2010 auflief – allerdings für die zweite Mannschaft. „Das Team hat es mir mit der Integration leicht gemacht. Sowohl auf als auch neben dem Platz. Ich versuche den jungen Spielern zur Seite zu stehen und ein wichtiger Faktor in der Kabine zu sein“, sagte er kürzlich in einem Gespräch mit der „Offenbach Post“. Klar sei für ihn aber auch: „Lukas Hradecky ist die Nummer eins und ich der Herausforderer.“

          Er bewerte seine Situation „sportlich“ und versuche „auf den Punkt da zu sein, wenn ich gebraucht werde“. Unbestritten ist die Eintracht nach sechs Niederlagen in keiner sonderlich komfortablen Situation; der elfte Tabellenplatz ist nicht das, was sich der Klub versprochen hat, als er mehr als zwanzig Millionen Euro in neues Personal investierte. Ein Erfolg gegen die Schwaben ist zwingend erforderlich, um in der dann folgenden Länderspielpause einigermaßen gelassen weiter darauf hin zu arbeiten, dass sich die vielen Zugänge, das etablierte Personal und die Nachwuchsleute zu einer Einheit entwickeln, von der mehr erwartet werden kann, als in den ersten Wochen zu sehen war.

          In der Vergangenheit besaßen Duelle zwischen Frankfurt und Stuttgart eine durchaus unterhaltsame Note; alleine in den zurückliegenden vier Begegnungen, von denen die Hessen drei verloren, fielen nicht weniger als 24 Treffer (2:4, 4:1, 1:3, 4:5). Beim Blick in die Statistik fällt außerdem auf, dass die Eintracht zu Hause gegen den VfB zwar ihre meisten Tore schoss (95), aber mit 14 auch die meisten Niederlagen kassierte. In den zurückliegenden sechs Auseinandersetzungen im eigenen Stadion gingen die Frankfurter gegen Stuttgart fünfmal leer aus. Als Alexander Meier am 21. März 2014 in der 89. Minute zum 2:1 traf, sorgte er für den bis heute letzten Eintracht-Sieg. Auf den an der Ferse operierten Kapitän wird Kovac definitiv verzichten müssen. Der Coach, der in sein 50. Bundesligaspiel als Trainer geht, sagte jüngst, nach dem Misserfolg in Leipzig, dass sein Team „leider zu wenig Punkte“ erspielt habe – und sich das ändern müsse. Eine rechtzeitige Genesung von Hradecky käme ihm bei dieser Absicht sicher nicht ungelegen.

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