http://www.faz.net/-gzg-91z7p

In Köln fällt der erste Treffer für den neuen Eintracht-Stürmer Haller. Bild: STEINBA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Eintracht Frankfurt : Voller Lohn für harte Arbeit

Die Frankfurter Eintracht beendet mit einem mühevollen 1:0-Sieg beim 1. FC Köln eine schwarze Serie. Elfmeterschütze Sébastien Haller behält die Nerven.

          Ziel erreicht! Für die Frankfurter Eintracht hat auch das dritte Auswärtsspiel der noch jungen Saison ein Erfolgserlebnis gebracht, auf das sie vor eigenem Publikum bislang vergeblich wartete. Beim 1.FC Köln kam die Mannschaft am Dienstag zu einem 1:0 und sicherten sich damit drei Punkte, mit denen sie zur Mitte dieser Englischen Woche wieder Anschluss ans Tabellenmittelfeld herstellen konnte. Das Tor des Abends erzielte Sébastien Heller mit einem umstrittenen Strafstoß in der 20. Minute. Für die Hessen, die nach der Heimniederlage gegen Augsburg unter Zugzwang standen, endete dadurch eine schwarze Serie: Sie setzten sich erstmals seit dem 7. Mai 1994 wieder im Stadion in Müngersdorf durch.

          Auf Seiten des Gegners verschärfte sich dagegen die sportliche Krise. Die Kölner gingen auch im fünften Versuch, in der Bundesliga als Gewinner vom Platz zu gehen, komplett leer aus. „Ich bin happy“, sagte Neuzugang Haller anschließend bei der Bewertung des Geschehens und seines ersten Liga-Treffers, „der Sieg ist gut für das Team und für mich.“ Fredi Bobic sprach von einem „schweren Arbeitssieg“. In seinem Fazit räumte der Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic ein, „dass das Spiel sicher nicht hochklassig war, doch am Ende des Tages sind wir froh, dass wir diesmal das Quentchen Glück hatten, dass uns schon manchmal fehlte“.

          Bundesliga

          Beide Mannschaften begannen die Aufgabe, wie es in Anbetracht ihrer zurückliegenden Auftritte zu erwarten war: mit einigen personellen Veränderungen. Während die Kölner in ihrer Startformation vier neue Gesichter aufboten, nominierte Niko Kovac ein Trio, das am Wochenende beim Anpfiff noch von außen hatte zusehen müssen. Gelson Fernandes als Sechser, Taleb Tawatha auf dem Linksverteidigerposten und Ante Rebic als Linksaußen erhielten den Vorzug vor Jonathan de Guzman, Jetro Willems und Carlos Salcedo (der gar nicht mehr im Kader stand). Die Anfangsminuten boten den 49.000 Zuschauern Fußballunterhaltung mittelprächtiger Qualität; hüben wie drüben überwog die Absicht, zunächst nicht in Rückstand zu geraten und die Kontrolle über den Ball zu behalten, was in nahezu allen Aktionen zu Lasten des Tempos ging.

          Auch als die Kölner etwas mutiger wurden und den Druck zu erhöhen versuchten, geriet die Viererkette vor Eintracht-Keeper Lukas Hradecky nicht in Verlegenheit, was auch daran lag, dass die aufmerksamen Kollegen Simon Falette immer dann zur Hilfe eilten, wenn er (was mehrmals passierte) den Überblick zu verlieren drohte. Der bis agilste Mann auf dem Rasen, Mijat Gacinovic, besaß maßgeblichen Anteil, dass die Frankfurter in Führung gingen. Der flinke Serbe schaltete schnell, als er merkte, dass ein Rückpass von Dominic Maroh auf den Kölner Torhüter Timo Horn zu kurz geraten könnte. Gacinovic eroberte im Sprint die Kugel, legte sie sofort am herausgeeilten Schlussmann vorbei – und kam dabei, von Horn bei seinem Rettungsversuch touchiert, zu Fall.

          Wieder ist Köln nicht einverstanden mit Schiedsrichter-Entscheidungen. Bilderstrecke
          Wieder ist Köln nicht einverstanden mit Schiedsrichter-Entscheidungen. :

          Schiedsrichter Martin Petersen entschied sofort auf Strafstoß, was die Kölner Profis, die vehement (aber vergeblich) den Einsatz des Videobeweises forderten, zürnen ließ. Haller behielt in der hitzigen Situation die Nerven und traf vom Elfmeterpunkt nach kurzem Anlauf und einer Körpertäuschung zum 1:0. Durchatmen konnten die Frankfurter auch kurz darauf, als Falette auf der anderen Seite Leon Bittencourt im Eintracht-Strafraum bei einem Kopfballduell mit einem Stoß in den Rücken zu Boden brachte – diesmal die Pfeife des Referees aber stumm blieb (33.). Nicht minder wichtig aus Sicht der Kovac-Elf, dass zudem Makoto Hasebe nach einer unübersichtlichen Szene für den bereits geschlagenen Hradecky zur Stelle war und einen Schuss von Marco Höger aus vier Metern mit dem Hals abblockte (28.).

          Im zweiten Abschnitt verstärkten die Kölner mit der Hereinnahme des früheren Mainzers Marcel Risse als drittem Stürmer sogleich ihre offensiven Bemühungen. Hradecky griff aber beherzt zu, als Yuya Osako bei einem Vorstoß vor ihm auftauchte und aus zwölf Metern abzog (50.); und genauso machte er es auch bei Versuchen von Milos Jojic (61.) und Risse (72.). Auf die Tatsache, dass der FC nun weiter aufrückte, um die Eintracht in deren Hälfte zurückzudrängen, reagierten die Frankfurter mit aufmerksamer Verteidigungsarbeit und gelegentlichen Kontern. Einen davon schloss Gacinovic viel zu überhastet ab, was Kovac an der Seitenlinie sichtlich aufregte, denn in dieser Szene wäre durchaus mehr drin gewesen (63.). Weitere aufregende Momente bot die Schlussphase nicht: Alles, was den Kölnern einfiel, um eine Wende herbei zu führen, war nicht gut genug, um die Eintracht aus der Reserve zu locken – so brachte sie den Vorsprung konzentriert über die Zeit.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Mehr als nur ganz ordentlich

          Eintracht Frankfurt : Mehr als nur ganz ordentlich

          Fast schon unheimlich ist die Siegesserie von Eintracht Frankfurt bei Auswärtsspielen. Nach dem Erfolg in Hamburg setzt die Mannschaft darauf, auch zu Hause besser zu punkten.

          Schwierige Aufgabe für Armin Veh Video-Seite öffnen

          1. FC Köln : Schwierige Aufgabe für Armin Veh

          Am Montag wurde der 56-jährige als neuer Geschäftsführer Sport beim Bundesliga-Schlusslicht 1. FC Köln vorgestellt. Veh hat einen Vertrag bis Juni 2020 unterschrieben. Vermutlich wird er sich zunächst mit der 2. Bundesliga befassen müssen.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Was, wenn der „worst case“ eintritt? In der City of London stellen sich die Banker auf alles ein.

          Europas Finanzzentrum : Wie Londons Banken den Schmalspur-Brexit planen

          Die Manager in Europas größtem Finanzzentrum fürchten zwar den EU-Austritt Großbritanniens, doch die Folgen für die Banken in London bleiben vorerst überschaubar. Fällt der „Brexodus“ gar gänzlich aus?

          Nach Spitzentreffen mit Union : Schlingernde Sozialdemokraten

          Während die Union nach dem Gespräch der Chefs von CDU, CSU und SPD endlich über eine große Koalition sprechen will, halten sich die Sozialdemokraten bedeckt und schieben Entscheidungen weiter auf. Für ziemlich falsch hält das indes eine anderen Partei.

          Amerikas Präsident unter Druck : Immer Ärger mit Donald

          Eigentlich sollte es eine Woche der Triumphe werden – doch dann ging die Alabama-Wahl schief und Donald Trump hat mal wieder Ärger an allen Fronten. Immerhin ein Projekt des amerikanischen Präsidenten steht kurz vor der Vollendung.
          Sandra Maischberger und ihre Gäste in der Jahresrückblick-Sendung am Mittwochabend.

          TV-Kritik: Sandra Maischberger : Nur nicht einschüchtern lassen

          Das Jahr 2017 kann wohl nicht so schlimm gewesen sein – jedenfalls wenn Olivia Jones und Sophia Thomalla darüber Auskunft geben dürfen. Wenigstens gilt das für Deutschland. In der Türkei sieht das anders aus. Droht Günter Wallraff dort die Verhaftung?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.