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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Eintracht Frankfurt Reimann bangt um den Einsatz von Verteidiger Hertzsch

 ·  Willi Reimann gibt sich sportlich, sehr sportlich sogar. Die Winterstiefel, die der Trainer der Frankfurter Eintracht bei widrigen Witterungsbedingungen während der Übungseinheiten gerne anzuziehen pflegt, hat er an diesem Donnerstag mit Fußballschuhen vertauscht.

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Willi Reimann gibt sich sportlich, sehr sportlich sogar. Die Winterstiefel, die der Trainer der Frankfurter Eintracht bei widrigen Witterungsbedingungen während der Übungseinheiten gerne anzuziehen pflegt, hat er an diesem Donnerstag mit Fußballschuhen vertauscht. Lautstark dirigiert der 54 Jahre alte Reimann seine Profis, motiviert, stachelt an - und spielt hier und da einen Kurzpaß. Sogar Lob gibt es aus profundem Munde. Als Stephan Lexa den heranstürmenden Ingo Hertzsch mit einem feinen Flankenball bedient und der Verteidiger mühelos einköpft, klatscht Reimann freudig in die Hände. So ähnlich könnte es auch am Samstag aussehen, wenn sich der FC Schalke 04 im Frankfurter Waldstadion der Eintracht am 24.Bundesligaspieltag zum sportlichen Wettstreit stellt. Doch Achtung: Obwohl der aus Leverkusen nach Frankfurt ausgeliehene Hertzsch am Donnerstag im Vormittagstraining einen guten Eindruck vermittelt, sieht Reimann dessen Einsatzchancen gar nicht so rosig. "Ich mache mir ernsthafte Sorgen, ob er überhaupt spielen kann", sagt der Eintracht-Trainer, der aufklärt: Sowohl die Wadenverletzung als auch die Probleme mit den Adduktoren würden es derzeit schwierig machen, eine genaue Einsatzprognose für den robusten Verteidiger abzugeben. Die Eintracht-Defensive ohne Hertzsch? Kaum auszudenken.

Dafür aber kann sich Reimann über die Rückkehr seines zuletzt in Kaiserslautern gesperrten Kapitäns Alexander Schur freuen. Schur wird zurück in die Mannschaft kehren und genau den Platz einnehmen, der durch die Gelb-Sperre von Chris gegen Schalke freigeworden ist. Der Brasilianer, auf dem Lauterer Betzenberg zum fünften Mal in dieser Saison verwarnt, muß ausgerechnet gegen Schalke 04 zuschauen. Gegen jenen Klub, bei dem er in der Hinrundenpartie noch so auftrumpfte und durch den Treffer zum 1:1-Endstand zu überzeugen wußte.

Reimann plant, dem Frankfurter Vorkämpfer Schur einen weiteren Abräumer zur Seite zu stellen. Christoph Preuß soll mithelfen, für ein "aggressives Mittelfeld" zu sorgen, wie sich der Eintracht-Trainer wünscht. "Gerade vor heimischer Kulisse wollen wir unser Spiel durchsetzen, und gegen Schalke müssen wir deshalb im Mittelfeld kompakter auftreten."

Die Partie gegen Schalke dürfte für die Eintracht zu einer echten Bewährungsprobe werden. Seit zehn Spielen schon sind die Profis des ehemaligen Eintracht-Trainers Jupp Heynckes ungeschlagen. Mehr noch: Im Fußballjahr 2004 haben die "Königsblauen" bislang keinen einzigen Gegentreffer erhalten. Sollte es der Eintracht also glücken, diese Erfolgsbilanz zu brechen? "Schalke kommt mit einer sehr guten Mannschaft nach Frankfurt", sagt Reimann, der der festen Überzeugung ist, "daß im letzten halben Jahr intensiv und gut auf Schalke gearbeitet worden ist". Doch auch in Frankfurt haben sie unter Reimanns Anleitung gut gearbeitet und die katastrophale Punkteausbeute der Hinserie revidiert. Zwar ist man nach dem unglücklichen 0:1 gegen Kaiserslautern in der Nachspielzeit um den gerechten Lohn vorab gezeigter Leistung gebracht worden.

Doch Reimann hat die Partie längst abgehakt. Nur die Kritik an der von ihm verantworteten Einwechslung von Abwehrspieler Nascimento neun Minuten vor Schluß scheint ihn immer noch zu beschäftigen. "Die Kritik ist nicht fachlich", so Reimann am Donnerstag. "Sie geht an der Fußball-Wirklichkeit vorbei."

Was in jedem Fall Wirklichkeit ist: Uwe Bindewald wartet noch immer auf die Geburt seines zweiten Kindes. Zwar ist der Eintracht-Verteidiger im Vergleich zum zuletzt geprüften Jurica Puljiz derzeit nicht erste Wahl, doch Reimann will Bindewald in jedem Fall mit in den Kader für das Schalke-Spiel nehmen und auf die Bank setzen. "Vielleicht schaffen wir ja, Geburt und Spiel unter einen Hut zu bringen", sagt er.

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Jahrgang 1961, Sportredakteur.

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