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Eintracht Frankfurt Nicht fehlerfrei, aber alternativlos

Sowohl Olivier Occean als auch Takashi Inui sind in jüngster Zeit nicht sehr positiv aufgefallen. Trotzdem setzt Trainer Veh auf die beiden. Sony Kittel bleibt bei der Eintracht.

© dpa Vergrößern Überzeugt wie sein Team-Kollege Takashi Inui die Fans momentan nicht: Olivier Occean.

Ein paar wenige Zuschauer haben auf die Frankfurter Eintracht gepfiffen, als es beim 1:1 gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth am vergangenen Freitag nicht ganz so gut gelaufen war wie in den Wochen zuvor. Trainer Armin Veh hat auf die Pfiffe ebenso gelassen reagiert wie auf die schwächere Leistung seiner Mannschaft. Er verliert nicht die Geduld mit den Profis, und er verliert schon gar nicht das Vertrauen in sie. Endgültig festgelegt hat sich der 51 Jahre alte Fußball-Lehrer zwar noch nicht, aber es deutet vieles darauf hin, dass er auch beim Spitzenspiel am Samstag beim Tabellenführer Bayern München seine gewohnte Formation aufs Spielfeld schicken wird.

Das gilt auch und vor allem für Angreifer Olivier Occean, an dem einige Haupttribünenbesucher während des Fürth-Spiels ihrer Ärger ausgelassen hatten. „Wir können ja den Zuschauern nicht verbieten, zu pfeifen“, sagt Veh, „zumal Olli ja wirklich schlecht gespielt hat.“ Der Stürmer wird sich in den nächsten Tagen zwar das eine oder andere kritische Wort gefallen lassen müssen, aber er kann ziemlich sicher sein, seinen Stammplatz nicht zu verlieren. Nicht die vielen Abspielfehler und Ballverluste bei Zweikämpfen - einer davon hatte den Ausgleichstreffer der Gäste eingeleitet - wirft Veh seinem Stürmer vor, sondern dessen an diesem Tag gegenüber den Vorwochen geringere Laufleistung. „Wenn er nicht gut spielt, muss er wenigstens laufen“, sagt der Trainer, „das war diesmal zu wenig.“

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„Occean muss da durch“, lautet das Fazit 

Grundsätzlich gilt für die Besetzung der einzigen und vorderen Angriffsposition, dass Veh kaum Alternativen hat. Dorge Kouemaha würde der Trainer eine gute Rolle zutrauen, „wenn er denn so weit wäre“. Doch Kouemaha, der auf den letzten Drücker Ende August aus Lüttich gekommen ist, verfügt nach längerer Verletzungspause wegen einer Achillessehnenentzündung über keinerlei Spielpraxis. Veh sieht sich also außerstande zu beurteilen, in welcher Verfassung der Kameruner sich tatsächlich befindet, würde ihn deshalb gerne in der U23 in der Regionalliga spielen lassen. Doch dies verbieten die Statuten. Karim Matmour hat Occean schon das eine oder andere Mal vertreten, ist aber ein völlig anderer Spielertyp, weniger kraftvoll, dafür technisch versierter. „Occean muss da durch“, lautet das Fazit von Veh. Occean soll also in München Gelegenheit bekommen, sich selbst aus der Krise zu kämpfen.

Das gilt auch für Takashi Inui. Nach Alternativen für den kleinen Japaner befragt, der nach guten Leistungen zu Beginn der Saison zuletzt immer mehr abgebaut hat, wurde der Frankfurter Trainer deutlich. „Die Alternative ist Inui“, sagt er. Im Grunde ist Inui also alternativlos, auch wenn mit Benjamin Köhler, Stefano Celozzi oder Sonny Kittel drei Spieler auch auf der äußeren Position im linken Mittelfeld spielen könnten. Gerade in München gegen dribbelstarke Außenstürmer wie Arjen Robben oder Franck Ribéry wird es von großer Bedeutung sein, dass die vorderen Mittelfeldspieler die beiden Außenverteidiger Sebastian Jung und Bastian Oczipka tatkräftig unterstützen. „Wir dürfen die Verteidiger nicht alleine lassen“, sagt Veh. Inui müsse so fleißig nach hinten mitarbeiten, wie er es in den meisten Begegnungen getan habe, dann habe er keine Bedenken.

Kittel will sich „durchbeißen“

Sowenig wie der Frankfurter Trainer die Formation verändern will, so wenig will er das System verändern. Verstärkte Defensive komme nicht in Frage. „Düsseldorf hat sich hinten reingestellt und 0:5 verloren, Kittel will sich der HSV hat es ohne Stürmer versucht und 0:3 verloren“, erinnert Veh an die jüngsten fehlgeschlagenen Versuche der Konkurrenz, die Bayern zu stoppen. Dies sei denn auch nicht der Ansatz der Eintracht vor der besonderen Herausforderung in München. Die Bayern seien schließlich noch „einen Tick besser“ als viele andere gute Mannschaften in der „ganz starken Bundesliga“.

Veh setzt also auf Kontinuität. Und dies gilt bei der Eintracht auch für die nähere Zukunft. Zur Rückrunde im neuen Jahr wird es keine Veränderungen geben. Den durchaus umworbenen Sonny Kittel will Veh auch auf Leihbasis nicht gehen lassen. In einem persönlichen Gespräch hat er dem 19 Jahre alten Talent deutlich gemacht, „dass wir nicht vorhaben, ihn abzugeben“. Kittel habe im Gegenzug versichert, „dass er sich durchbeißen will“. Angreifer Rob Friend hat noch einmal öffentlich deutlich gemacht, dass er seinen Vertrag in Frankfurt erfüllen wird, obwohl er keine Möglichkeit bekommt zu spielen. Und neue Spieler hat der Vorstand in öffentlichen Statements ausgeschlossen. Dies freilich sieht Veh „nicht in Stein gemeißelt“.

Quelle: F.A.Z.

 
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