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Eintracht Frankfurt Kein Bonus für die Neuen

07.09.2011 ·  Die beiden Neuzugänge Mohamadou Idrissou und Rob Friend stehen bei Trainer Armin Veh im Training unter besonderer Beobachtung. Eine Stammplatzgarantie gibt er ihnen aber nicht.

Von Josef Schmitt und Marc Heinrich
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Bei Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC Berlin waren Mohamadou Idrissou und Rob Friend mit Beginn dieser Fußballsaison ins Abseits geraten - zwar ausgestattet mit gut dotierten Bundesligaverträgen, aber ohne wirkliche Perspektive in der obersten Klasse. Nur deshalb kamen die beiden Profis auf den letzten Drücker vor Schließung der Transferbörse zur Eintracht, wo sie finanzielle Einbußen hinnehmen müssen, aber eben auch auf lange vermisste Stammplätze hoffen.

Eine Zusicherung, dass sie in Frankfurt auf mehr Einsatzzeiten kommen werden, mochte ihnen Trainer Armin Veh am Dienstag allerdings nicht ausstellen. Er machte stattdessen nach der vormittäglichen Übungseinheit deutlich: "Es ist nicht sicher, dass ich sie gleich aufstelle" - was der Coach in erster Linie mit Blick auf das schwere Auswärtsspiel an diesem Samstag beim FC Energie Cottbus (13.30 Uhr) verstanden wissen wollte. Und er fügte an: „Ich werde sie im Training ganz genau beobachten.“

Für Veh ist es keine Überraschung, dass Idrissou und Friend Spielpraxis fehlt. Er könne, berichtete er nach seinen Eindrücken, deutlich erkennen, "dass sie lange nicht über neunzig Minuten gespielt haben". In dieser Saison im Grunde nur einmal, beim Debüt im Eintracht-Trikot am Samstag beim Privatspiel gegen einen durchweg harmlosen Gegner, den Oberligadritten Baunatal. Das Spiel endete 7:1.

„Größere Variabilität“

Veh sagte, dass es bei ihm „keine Stammplatzgarantien“ gibt, schon gar nicht im Angriff. Im zuletzt favorisierten 4-2-3-1-System gibt es vier offensive Positionen, darum bemühen sich im nun breiter aufgestellten Kader gleich elf Akteure: Neben den Neulingen Idrissou und Friend noch die Angreifer Erwin Hoffer und Theofanis Gekas, dazu für die vorderen Mittelfeldplätze Sebastian Rode, Karim Matmour, Caio, Alexander Meier, Ümit Korkmaz, Benjamin Köhler und Marcos Alvarez.

Was der Trainer als „größere Variabilität“ bezeichnet, die mit den Verpflichtungen von Idrissou und Friend einhergegangen ist, bedeutet für die Spieler einen noch einmal verschärften Konkurrenzkampf. Denn Veh schuf sich zwar die Möglichkeit, die Grundordnung zu verändern, in besonderen Fällen also mit zwei Sturmspitzen anzugreifen. Grundsätzlich aber will er die zuletzt bewährte Formation vorerst beibehalten. Er habe „nicht viel Grund“ etwas zu variieren, sagt er, „wir haben ja bis jetzt ganz gut abgeschnitten“. Noch am Wochenende klang er anders, als er sich über "tausend Möglichkeiten" und "unzählige Optionen" freute, die ihm nun zur Verfügung stünden.

„Es interessiert mich nicht, ob ich sie gerade geholt habe“

Vor allem als Auswärtsteam trat die Eintracht zuletzt in der Tat überzeugend auf: In Fürth, Braunschweig und gegen den FSV holte sie bei einer Tordifferenz von 10:2 alle neun möglichen Punkte, was gegenüber der verbesserungsfähigen Heimbilanz mit nur drei Unentschieden deutlich auffällt. Veh wird es in Cottbus wohl beim Spiel mit einer Spitze und drei direkt dahinter positionierten Mittelfeldspielern belassen. Möglich also, dass Idrissou und Friend zunächst als Joker auf der Auswechselbank Platz nehmen müssen. Mögliche Konflikte scheut der Trainer jedenfalls nicht. „Es interessiert mich nicht, ob ich sie gerade geholt habe“, sagt er. Soll heißen: Die Neuen genießen keinen Bonus. In der Torwartfrage handelte Veh übrigens schon einmal ähnlich, als er sich nach dem zweiten Spieltag für Oka Nikolov und gegen den im Sommer hinzugekommenen Thomas Kessler entschied.

Idrissou scheut die Herausforderung nicht. Er kündigte in der Sendung „Heimspiel“ des Hessischen Rundfunks an, dass er sich auf den dritten Aufstieg mit Eintracht Frankfurt freue; der 31 Jahre alte Kameruner war in der Vergangenheit schon mit dem SC Freiburg und dem MSV Duisburg in die Bundesliga aufgestiegen. Auch zu seinem durchaus zweifelhaften Ruf, der bei seinen vorherigen Arbeitgebern regelmäßig zu vorzeitigen Vertragsauflösungen geführt hat, äußerte sich Idrissou. Auf sein wechselhaftes Wesen angesprochen, antwortete er geradezu philosophisch: „In Deutschland scheint die Sonne nicht jeden Tag. Manchmal regnet es auch.“ Und so sei eben auch er selbst manchmal „wie schlechtes Wetter“.

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Jahrgang 1974, Sportredakteur.

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