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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Eintracht Frankfurt In Fürth wird die taktische Marschrichtung vorgegeben

 ·  Die Eintracht vor dem ersten ihrer beiden „Endspiele“ im Kampf um den Aufstieg in die Bundesliga: Der Trainer will sich dem Treiben den Konkurrenz nicht mehr verschließen.

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Daß ihn die anderen Ergebnisse nicht interessieren, hat Friedhelm Funkel, der Trainer der Frankfurter Eintracht, in den vergangenen Wochen immer ziemlich glaubhaft versichert. Vor dem Aufstiegsendspurt in der Zweiten Fußball-Bundesliga hat sich dies nun geändert, auch weil die Eintracht nach der 0:1-Niederlage vom vergangenen Montag gegen den MSV Duisburg unter Druck geraten ist. Jetzt spricht Funkel davon, "daß ich am Sonntag genau wissen muß, wie es in Fürth steht". Während die Eintracht bei Energie Cottbus in Sachsen darum kämpft, die beste Ausgangsposition der vier Anwärter auf Platz drei zu verteidigen, treffen in Fürth mit der Spielvereinigung und dem TSV 1860 München zwei Konkurrenten direkt aufeinander. Je nachdem, wie diese beiden im Ergebnis spielen, könnte sich die sportliche Marschroute der Eintracht während des Spiels in Cottbus verändern.

Denn der Eintracht würde ein Unentschieden reichen, um als Dritter in den letzten Spieltag zu gehen, wenn die Konkurrenz sich ebenfalls unentschieden trennt. Gewinnt Fürth, hat die Eintracht mit einem Remis ebenfalls beste Chancen. Gewinnen aber die Münchner, dann reicht wahrscheinlich nur ein Sieg. Es könne also tatsächlich vonnöten sein, "taktisch zu reagieren", sagt Funkel. "Vielleicht müssen wir volles Risiko gehen, vielleicht nicht." Um die Situation richtig einschätzen zu können, braucht er genaue Informationen über die Spielstände auf den anderen Plätzen. Auf Lizenzspielerleiter Rainer Falkenhain wird die Aufgabe zukommen, den Ergebnisdienst im Cottbusser "Stadion der Freundschaft" zu organisieren. Am liebsten wäre es Friedhelm Funkel allerdings, wenn er auf diese Informationen ganz verzichten könnte. "Wenn wir in Führung gehen und gewinnen, sind mir die anderen egal", sagt er.

Sicher nicht egal, aber auch nicht mehr von großer Bedeutung sind in dieser Woche die Trainingsinhalte. Seine Spieler seien "konditionell topfit", versichert der Frankfurter Fußball-Lehrer. "Wir müssen nicht mehr viel machen." Am Mittwoch war es schon ganz wenig. Die eine Hälfte des spielenden Personals, unter anderen Markus Pröll, Patrick Ochs und Arie van Lent, hatte Funkel zu einem sportmedizinischen Test geschickt. In der Regel werden solche Untersuchungen am Ende und zu Beginn einer Spielzeit gemacht, Funkel hatte die Vorverlegung schon vor längerer Zeit beschlossen. Die andere Hälfte des Lizenzspieleraufgebotes tollte bester Laune über den Platz, spielte vier gegen vier Fußballtennis in Turnierform.

Bei der Eintracht herrscht in diesen Tagen betonte Gelassenheit. Alleine der Trainer rannte nach der Übungseinheit und dem Plausch mit den Journalisten ziemlich schnell zum Auto. Womöglich hatte er einen Termin mit einem neuen Spieler für die kommende Saison. Denn die Planungen der Eintracht laufen auf Hochtouren, sind allerdings wegen der Niederlage vom Montag etwas ins Stocken geraten.

Immerhin deutet sich im eigenen Haus eine Entscheidung an. Der 35 Jahre alte Andree Wiedener hat nach seinen überraschend guten Leistungen in den vergangenen Wochen nun vielleicht doch noch eine Perspektive bei der Frankfurter Eintracht. Wiedener habe "total routiniert" gespielt, sagt sein Trainer. "Er hat eine Chance für die nächste Saison." Gleiches gilt für Jens Keller nicht mehr. Der Kapitän im Reservestand hat sich am vergangenen Freitag eine Verletzung in der Leiste zugezogen und wird wohl nicht mehr für die Eintracht spielen. Kellers Vertrag läuft ohnehin aus und wird auch nicht verlängert werden. Für Christian Lenze, der nach einer überstandenen Lungenentzündung mit leichtem Training begonnen hat, und Christopher Reinhard, der sich mit einer Mandelentzündung plagt, scheint diese Spielzeit auch vorüber zu sein.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.05.2005
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