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Eintracht Frankfurt Der Stand-by-Spieler

 ·  Zwischen Ersatzbank und der Stammelf-Eintracht-Stürmer Karim Matmour wartet auf seine Chance. Diese könnte er nun gegen Bayern München bekommen.

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Die schwarze Pudelmütze ist tief ins Gesicht gezogen. Doch das Lächeln verbirgt sie nicht. Dabei hat Karim Matmour eigentlich keinen Grund, mit einem Dauergrinsen durch die Gegend zu laufen. Doch der Algerier mit französischen Wurzeln tut es trotzdem. Weil er eine positive Grundeinstellung hat. Und weil er daran glaubt, dass seine Chance kommen wird. Die Chance, endlich wieder einmal und möglichst oft vom Anpfiff an in der Startelf der Frankfurter Eintracht zu sein.

Das letzte Mal liegt noch gar nicht so weit zurück. Am 20. Oktober, beim siegreichen Heimspektakel gegen Hannover 96, gehörte Matmour zu den elf Auserwählten von Trainer Armin Veh. Perfekt für den technisch beschlagenen Angreifer: Nach fünf Minuten schon erzielte er ein Tor. Es war das erste und bislang einzige in dieser Saison - wie auch die Nominierung für die Startelf ein bislang einmaliges Erlebnis gewesen ist. Matmour weiß, dass die Sympathien des Trainers Olivier Occean gehören, einem der wenigen echten Stürmer, die überhaupt im Kader des Bundesliga-Dritten stehen. Doch der Kanadier, der kein Vollstrecker im klassischen Sinne ist, schwächelt seit Wochen. Am vergangenen Freitag, beim 1:1 gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth, zeigte Occean seine wohl schlechteste Leistung im Eintracht-Dress.

Der Trainer entscheidet allein

Ihn deshalb für die kommende Prüfung beim souveränen Branchenprimus Bayern München nicht zu berücksichtigen, kommt für Veh nicht infrage. Und trotzdem: Matmour macht sich Hoffnungen, mehr zu sein als nur ein Stand-by-Spieler, der seine besten Momente bisher in der vergangenen Zweitligasaison hatte. Da erzielte der 27 Jahre alte Profi die ganz besonders späten und wichtigen Tore. Auch jetzt traut sich Matmour wieder zu, für die Eintracht Verantwortung zu übernehmen. „Ich fühle mich seit ein paar Wochen richtig gut“, sagt er. Auch vor der Dienstreise zu Bayern München hat der stark offensiv ausgerichtete Mittelfeldspieler „ein gutes Gefühl“. Gleichzeitig weiß er aber auch: „Der Trainer allein wird entscheiden, wer für seine Taktik die besten Spieler sind.“

Am grauen Mittwoch, als die Eintracht schon fast bei Dunkelheit ein munteres Trainingsspielchen absolviert, steht Matmour in der A-Elf. Zufall oder doch mehr als nur ein Fingerzeig? „Umsonst habe ich das nicht gemacht“, sagt Trainer Veh, ohne sich in weitergehenden Erörterungen zu verlieren. Er weiß: Bis zum Samstag kann noch viel passieren. Seiner Linie wird sich der Coach dabei treu bleiben und am grundsätzlichen Spiel seiner Mannschaft nichts ändern. Matmour, der Pendler zwischen Ersatzbank und Stammelf, der bei sieben der bisher zehn absolvierten Spiele dabei gewesen ist, weiß um seinen Stellenwert.

„Die Bayern sind stark, aber sie sind auch menschlich“

Klug stellt er denn auch das Wohl der Mannschaft über eigene Interessen. „Die Bayern sind die Besten. Aber wir wollen auch in München unseren Fußball spielen und punkten.“ Matmour vertraut darauf, dass auch der souveräne Tabellenführer der Fußball-Bundesliga, sieben Punkte vor der Eintracht liegend, verwundbar ist. „Die Bayern sind stark, aber sie sind auch menschlich“, sagt er fast schon philosophisch. „Sie haben gute und schlechte Tage.“ Über die Aussichten der Eintracht, vielleicht für eine Überraschung auch in München zu sorgen, sagt Matmour: „Wir wissen, dass das für uns ein ganz schweres Spiel werden wird. Aber wir wissen auch, was wir können.“

Das bisherige Können hat die Frankfurter in die Spitzengruppe der Liga geführt. Nach den jüngsten Rückschlägen in Stuttgart und gegen Fürth kommen jetzt die Prüfungen, in denen sich der weitere Kurs der Eintracht abzeichnen dürfte. Bei den Bayern, gegen Augsburg, in Schalke - und dann am letzten November-Dienstag das Derby gegen Mainz 05: Vehs Mannschaft steht vor spannenden Wochen. Matmour auch.

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