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Veröffentlicht: 09.05.2017, 12:20 Uhr

Zivilcourage bei Überfall Eintrachts Ko-Trainer Kovac schnappt Räuber

Robert Kovac beobachtet, wie ein Rentner nach dem Besuch einer Bank überfallen wird. Der Ko-Trainer von Eintracht Frankfurt nimmt die Verfolgung des Flüchtenden auf – und hat Erfolg.

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© Picture-Alliance „Zivilcourage ist wichtig“: Eintracht Frankfurts Ko-Trainer Robert Kovac.

Wer es mit einem Mann aufnimmt, der Raubüberfälle mit Routine begeht, muss eine gewisse Furchtlosigkeit mitbringen. Genau deshalb gilt Robert Kovac nun als Held. Begonnen hatte die Geschichte damit, dass der Ko-Trainer von Eintracht Frankfurt am Montagabend mit seinem Hund spazieren ging, als ihm ein junger Mann auffiel, der sich verdächtig vor einer Sparkasse im Frankfurter Westend herumdrückte.

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Kovac beobachtete den Mann und sah, wie der die Leute ausspähte, die die Bank betraten und verließen. Und Kovac sah, wie der Mann schließlich einem 72 Jahre alten Rentner folgte, der das Gebäude mit frischem Bargeld verließ. Als der Rentner in die Freiherr-vom-Stein-Straße eingebogen war, hörte Kovac Hilferufe. Der Dreiundvierzigjährige eilte herbei, sah das leicht verletzte Opfer am Boden – und den Räuber wegrennen. Kovac nahm die Verfolgung auf.

In diesem Teil der Geschichte beginnt nun die Mythenbildung, die das Ergebnis aber um nichts schmälern kann. Angeblich nämlich soll Kovac den Räuber im freien Lauf weggegrätscht haben. Gelernt ist eben gelernt, als ehemaliger Klasse-Verteidiger des FC Bayern München. Durch Fakten belegt ist zumindest, dass Kovac den Räuber gepackt und ihn so lange festgehalten hat, bis ein Streifenwagen eintraf. Geistesgegenwärtig hatte der Fußball-Trainer, quasi noch während er mit dem Räuber rang, die Polizei alarmiert.

Kovac selbst gab sich bescheiden. „Zivilcourage ist wichtig. Aber ich weiß natürlich nicht, ob ich immer so handeln würde“, sagte er. „Ich bin froh, dass es so ausgegangen ist.“ Die Polizei dankte ihm ausdrücklich. „Das war schon heldenhaft“, meint ein Sprecher. „Das würden wir aber jedem sagen. Unabhängig davon natürlich, ob es ein Prominenter ist.“ Ein immerhin polizei- und gerichtsbekanntes Gesicht ist übrigens auch der Täter, ein 28 Jahre alter Litauer. Bis wenige Stunden vor der Tat saß er noch in Untersuchungshaft.

© Twitter

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Von Eva-Maria Magel

Außer Beiträgen in Social Media werden auch E-Mails mit reichlich Interpunktion garniert. Der Einsatz von Frage- und Ausrufungszeichen erhöht sich jährlich um grob geschätzt 1000 Prozent. Mehr 1 2

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