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Eintracht Frankfurt Chris vor dem Sprung zurück in die Abwehr

 ·  Seine Innenverteidigung muß Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel beim Spiel in Cottbus umbauen. Die Sperre von Aleksandar Vasoski treibt ihn jedoch nicht allein um.

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Entscheidend ist, was hinten rauskommt - Helmut Kohls Motto von einst gilt dieser Tage auch für Friedhelm Funkel. Vor dem Auswärtsspiel am Sonntag in Brandenburg bei Energie Cottbus muß der Trainer von Eintracht Frankfurt seine hintere Viererreihe neu sortieren. In deren Zentrum stehen üblicherweise Torben Hoffmann und der Mazedonier Aleksandar Vasoski - aber der ist ausgerechnet im vorletzten Saisonspiel und mitten im harten Ringen um den Aufstieg für eine Partie gesperrt; er hatte beim 0:1 gegen Duisburg zum fünften Mal in dieser Spielzeit die Gelbe Karte gesehen. Also muß Funkel umbauen. Ganz gegen seine Gewohnheit gab er drei Tage vor dem Duell bekannt, wen er für den vakanten Posten vorgesehen hat: "Chris oder Markus Husterer." Eine erfahrene Stammkraft also, die aus dem defensiven Mittelfeld zurückbeordert würde, oder einer der vielversprechenden jungen Spieler im Kader.

Die Abteilung Verteidigung ist bei der Eintracht auch abgesehen von Fragen der Aufstellung in den Mittelpunkt gerückt. So wird aus München vermeldet, daß der Transfer von Torben Hoffmann zu den "Löwen" von 1860 ausgemachte Sache sei. Der Spieler selbst hält sich noch bedeckt, Funkel versichert, er wisse "offiziell noch nichts". Es dürfte das übliche Versteckspiel vor einem Wechsel sein. Sobald feststeht, ob Frankfurt nun aufsteigt oder nicht, wird Hoffmann seinen Abschied bekanntgeben. Funkel hat längst berichtet, daß der Verein bereits auf der Suche nach Ersatz ist. Auch in diesem Fall gelte: "Die Eintracht ist mit ihren Planungen für die nächste Saison wesentlich weiter, als es in der Öffentlichkeit bekannt ist."

„Torben Hoffmann ist ein charakterstarker Spieler“

Für ein bayerisches Störmanöver im Kopf-an-Kopf-Rennen um den Aufstieg - die Münchner liegen nur einen Punkt hinter der Eintracht - hält er die offenbar wohlterminierte Bekanntgabe des Konkurrenten allerdings nicht. "Wenn sie einen guten Verteidiger suchen und Torben wollen - bitte schön, so ist das Geschäft." Der erst zu Saisonbeginn verpflichtete Innenverteidiger werde so oder so keine Sorgen bereiten. "Er ist ein charakterstarker Spieler und wird bis zuletzt alles für die Eintracht geben", versicherte Funkel. In nur noch zwei Spielen also. Zum ersten in Cottbus bricht die Mannschaft bereits an diesem Freitag auf - eine frühe Anreise wie vor der Partie bei Erzgebirge Aue, die mit einem stattlichen 5:0 endete. Eine Portion Aberglaube spielt, abgesehen von der bewährten Vorbereitung, durchaus mit.

Wieviel für den Tabellendritten in Cottbus und im abschließenden Heimspiel gegen Wacker Burghausen auf dem Spiel steht, verdeutlichen auch die Perspektiven des potentiellen Vasoski-Vertreters Chris. Der technisch versierte, bisweilen aber nachlässige Brasilianer sagt: "Die zweite Liga wäre schlecht für den Verein, schlecht für die Stadt und schlecht für mich." Eine weitere Saison ohne erstklassigen Fußball mag er sich nicht vorstellen. Sein ehemaliger Trainer bei Internacional Porto Alegre sage ihm in Telefongesprächen regelmäßig: "Du mußt in die erste Liga." Das weiß Chris natürlich schon länger. Unvergessen, daß er vor dieser Saison versucht hatte, der Eintracht trotz eines gültigen Vertrages einen Wechsel abzupressen und für mehrere Wochen in eine Art Trainingsstreik trat. Chris setzt natürlich darauf, daß die Eintracht demnächst gegen die Bayern und nicht mehr gegen Burghausen spielt. "Wir müssen nur die Ruhe bewahren", sagt er. "Schließlich waren wir in den vergangenen Monaten die beste Mannschaft in der zweiten Liga." Sollte es allerdings nichts werden mit dem Aufstieg, könnte er den Verein für eine festgeschriebene Ablösesumme verlassen. Bis spätestens 22. Mai dürfen sich Interessenten in Frankfurt melden - der Tag, an dem die Saison mit dem Heimspiel gegen Wacker Burghausen endet. Chris müßte also einen kurzentschlossenen Bieter präsentieren. Oder einen, der schon jetzt in den Startlöchern sitzt.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.05.2005
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Jahrgang 1964, Sportredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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