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Eintracht Frankfurt Chris verlängert bis 2009

 ·  Der Brasilianer bleibt länger bei der Eintracht. Überraschend schnell haben sich Spieler und Verein über eine Vertragsverlängerung geeinigt.

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Der Abstiegskampf der Frankfurter Eintracht wird in dieser Saison nicht wie schon einige Male in der Vergangenheit unter manchmal zermürbenden Vertragsverhandlungen mit Spielern leiden. Mit Christian Maicon Hening, genannt Chris, hat auch der letzte der Stammspieler beim Aufsteiger seinen Vertrag über diese Saison hinaus frühzeitig verlängert. Der 27 Jahre alte Brasilianer unterschrieb am Dienstag mittag auf der Geschäftsstelle in der Commerzbank-Arena einen neuen Dreijahresvertrag bis zum 30. Juni 2009. Die Vereinbarung gilt für die erste und die zweite Fußball-Bundesliga. Im Abstiegsfall der Eintracht allerdings hätte Chris einen Ausstiegsklausel, die es ihm erlauben würde, gegen eine festgeschriebene Ablösesumme den Verein zu verlassen - eine durchaus übliche Einschränkung im Profifußball. Dies war offenbar das Zugeständnis, das die Frankfurter für die schnelle Vertragsunterschrift machen mußte.

"Chris ist für Trainer Funkel ein Schlüsselspieler geworden", sagte der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen, "wir sind froh, daß wir ihn langfristig an die Eintracht binden konnten." Der Dreijahresvertrag belegt die Wertschätzung, die der vielseitige Defensivspezialist in Frankfurt genießt.

"Ich wollte bleiben, weil ich mich hier wohlfühle"

Am Montag mittag hatte Heribert Bruchhagen in einer weiteren Gesprächsrunde mit Chris' Berater Roger Wittmann die letzten Vertragsdetails noch einmal diskutiert und dabei das Angebot zeitlich befristet. Ganz offenbar waren die Konditionen so zufriedenstellend für den Spieler, daß die Entscheidung danach überraschend schnell gefallen ist. Seit einer Woche habe er mit seinem Berater Roger Wittmann immer wieder diskutiert, sagte Chris, dann sei alles ganz schnell gegangen. "Ich wollte bleiben, weil ich mich hier wohlfühle", sagte der Brasilianer. Dieser persönliche Aspekt wurde ganz sicher auch gefördert durch das besonnene Verhalten der Eintracht im vergangenen Sommer, als Chris vom Internationalen Fußballverband (Fifa) zu einer Geldstrafe in Höhe von 300 000 Dollar verurteilt worden war, weil er im vergangenen Jahr gleich zwei Verträge bei verschiedenen Vereinen unterschrieben hatte. "Es gibt nicht nur den Spieler Chris, es gibt auch den Menschen Chris", hatte damals Vorstandsmitglied Heiko Beeck gesagt. Die Eintracht gewährte Chris jedenfalls ein Darlehen, das seither über Abzüge beim monatlichen Gehalt abgetragen wird. Eine Lösung, die Chris ganz offenbar als Entgegenkommen der Eintracht empfunden hat.

Wichtig für die langfristige Bindung an den Verein war aber auch die jüngste sportliche Entwicklung. "Wir haben eine gute Mannschaft", sagt Chris, "und ich bin sicher, daß wir noch viel besser spielen können." Dazu kann er schon am Samstag beim brisanten Derby in Mainz beitragen. Dann wahrscheinlich wieder im Mittelfeld, nachdem er zuletzt in der Abwehrkette glänzen konnte. Eine Lieblingsposition habe er nicht, sagt Chris, "ich kann beides spielen". Das sieht Trainer Friedhelm Funkel genau so. Mit der Vertragsverlängerung des brasilianischen Allrounders wurde die wichtigste personelle Forderung des Trainers erfüllt. Zur Weiterentwicklung der Mannschaft sei es nötig, "die wichtigen Spieler zu halten", hatte Funkel gesagt.

In den eigenen Reihen ist nun nur noch der Vertrag des Trainers selbst nicht verlängert. Friedhelm Funkel macht keinen Hehl daraus, daß auch er gerne bleiben würde. "Jeder weiß, daß ich mich hier pudelwohl fühle", sagt der 51 Jahre alte Fußball-Lehrer. "Die Zusammenarbeit ist in allen Bereichen hervorragend." Eine Aufforderung zu baldigen Vertragsgesprächen sei diese Aussage nicht, versichert Funkel. Beim letzten Mal habe er sich mit Heribert Bruchhagen im Frühjahr zusammengesetzt "und ganz schnell Einigung erzielt". Auch in dieser Saison sei der Zeitplan ähnlich. Wie Friedhelm Funkel würden auch sein Assistent Armin Reutershahn und Torwarttrainer Andreas Menger gerne bei der Eintracht bleiben.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.11.2005
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