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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Eintracht Frankfurt Bruchhagens Anfragen ohne Antworten

 ·  Heribert Bruchhagen hat nach der für ihn und die Eintracht enttäuschend verlaufenen Vollversammlung der Lizenzvereine vom Montag ganz offenbar frische Luft benötigt.

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Heribert Bruchhagen hat nach der für ihn und die Eintracht enttäuschend verlaufenen Vollversammlung der Lizenzvereine vom Montag ganz offenbar frische Luft benötigt. Gut beschirmt nahm sich der Vorstandsvorsitzende der Eintracht Frankfurt Fußball AG am Dienstag vormittag die Zeit, um beim Training der Mannschaft zuzuschauen. Die Stimmung des Eintracht-Chefs war mehr als gedämpft. Obwohl er sich bemühte, Gelassenheit auszustrahlen, war ihm die Unzufriedenheit über den Verlauf der Gespräche vom Montag anzumerken. Ziemlich deutlich wurde nämlich ein Antrag der Eintracht abgelehnt, Einblick in die Lizenzierungsunterlagen von Borussia Dortmund für die vergangene Saison nehmen zu dürfen. Mit 32:4 stimmten die 36 Lizenzvereine dafür ab, dies jetzt und in Zukunft nicht zuzulassen. Die Macht der großen Klubs, unterstützt vom Vorstand der Deutschen Fußball-Liga (DFL) um den Hamburger Werner Hackmann, hatte ganz offenbar die vielen kleinen Vereine beeindruckt.

"Wir haben hinnehmen müssen, daß wir keine Antworten bekommen werden", sagte Bruchhagen vorsichtig. Der von der Eintracht der DFL vorgelegte Fragenkatalog zur umstrittenen Lizenzerteilung der hochverschuldeten Dortmunder Borussia vor einem Jahr im portugiesischen Ort Almancil wird also nicht beantwortet werden. Die Antwort, daß es keine Antwort geben wird, stelle die Eintracht "natürlich nicht zufrieden", sagte Bruchhagen. Als letzte Möglichkeit bietet sich den Frankfurtern nun das Anrufen des neutralen Schiedsgerichtes. Innerhalb des dreiköpfigen Vorstandes der Eintracht habe sich bereits eine Meinung dazu herauskristallisiert, sagte der ehemalige DFL-Geschäftsführer Bruchhagen. "Wir werden jetzt mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Herbert Becker und Vereinspräsident Peter Fischer über unser weiteres Vorgehen beraten."

Die Eintracht tendiert ganz offenbar dazu, ihr Recht weiter zu suchen. Abschreckend wirken allerdings rund 100 000 Euro an Kosten, die bei einer Einberufung des neutralen Schiedsgerichtes anfallen würden. Erklärungen, warum die Eintracht in ihrem Bemühen, mehr Transparenz in die Lizenzierung zu bekommen, von den meisten Klubs ziemlich alleine gelassen worden ist, hat Bruchhagen keine. Es liegt allerdings der Verdacht nahe, daß die meisten Vereine froh darüber sind, daß Borussia Dortmund die Lizenz erhalten hat, weil sie nun glauben, selbst nichts mehr befürchten zu müssen.

Die zweite von der Eintracht in den vergangenen Monaten auf den Weg gebrachte Initiative, eine Aufstockung der Liga von 2006 an von 18 auf 20 Klubs, wurde am Montag noch nicht behandelt. Am 29. Juni soll eine von der DFL ins Leben gerufene Kommission Ergebnisse vorlegen. Der Eintracht hat man auf Wunsch inzwischen immerhin zugesagt, daß sie als Antragsteller vorher ihre Argumente vortragen darf. Die großen Klubs, allen voran der FC Bayern München, sind gegen eine Aufstockung, weil ihnen damit Termine für Privatspiele auf dem asiatischen Markt genommen werden. Aus Bruchhagens Sicht "völlig verständlich", allerdings hätten sich in Italien und Spanien auch die kleineren Vereine gegen die größeren in dieser Frage durchgesetzt. Nach dem Abstimmungsverhalten vom Montag aber sind die Hoffnungen ziemlich geschwunden, daß sich die vielen kleinen Vereine gegen die großen stellen könnten. Persönliche Konsequenzen will Bruchhagen nach den Enttäuschungen in keinem Fall ziehen. "Beleidigt sein bringt nichts."

Damit die Eintracht schon bald wieder zu den erstklassigen Klubs zählt, braucht es schon an diesem Freitag beim Spiel in Erfurt eine Fortsetzung der jüngsten Erfolgsserie. Die Trainingsarbeit wird in diesen Tagen auf das Nötigste beschränkt. "Kurz und knackig", wie Trainer Friedhelm Funkel sagt, sind die Übungseinheiten ausgelegt. Nur am Rande dabei, aber nicht mittendrin waren am Dienstag Andree Wiedener, Markus Beierle, Torben Hoffmann und Chris Hening. Wiedener und Beierle trainierten immerhin etwas intensiver, während Hoffmann und Hening nur leicht um den Platz trabten. "Ich werde wohl spielen können", sagt Wiedener und geht davon aus, daß seine im Spiel gegen Trier zugezogene Knieprellung bis zum Freitag abklingen wird. Fraglich ist dagegen der Einsatz von Hoffmann. Vielleicht an diesem Mittwoch, wahrscheinlich aber erst morgen will der Abwehrspieler, der an Problemen im Adduktorenbereich leidet, einen ernsthaften Trainingsversuch unternehmen. Der Brasilianer Chris darf sich noch länger schonen, da er wegen der fünften Gelben Karte wie Jermaine Jones auch gesperrt ist.

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