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Veröffentlicht: 19.05.2017, 08:01 Uhr

Eintracht Frankfurt „Vollgas muss sein“

Alexander Meier ist wieder fit und fiebert mit der Eintracht dem Saisonfinale gegen Leipzig und dem Höhepunkt, dem Pokalfinale in Berlin, entgegen. Und das sehr selbstbewusst.

von , Frankfurt
© EPA Vortreffen für das Finale: Alexander Meier (rechts) ist schon am 5. Mai in Berlin gewesen - mit Nuri Sahin und Katarina Witt.

Nichts zwickt und schmerzt mehr. „So weit ist also alles ganz gut“, sagte Alexander Meier. „Es ist von Tag zu Tag besser geworden.“ Ob es freilich schon wieder reicht, um gemeinsam mit den Mannschaftskollegen der Frankfurter Eintracht um Bundesligapunkte zu spielen, vermag der Noch-Kapitän nicht zu sagen. „Der Trainer und ich werden bis zum Leipzig-Spiel darüber reden“, sagte Meier am Donnerstag.

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Es war der Tag, an dem der dienstälteste und erfahrenste Eintracht-Profi am Nachmittag wieder im Mannschaftstraining mitmischte. Meier tat dies hinter verschlossenen Türen, und schon vorher war er sich nicht sicher, „ob es Sinn macht, dass ich jetzt gegen RB Leipzig zehn oder fünfzehn Minuten mitspiele, oder ob ich lieber bis zum Pokalfinale warten soll“.

Ausfall seit sieben Wochen

Der Routinier weiß aus seiner langjährigen Historie, in der er immer wieder mal von Rückschlägen heimgesucht wurde: „Das erste Spiel nach einer Verletzung ist immer das beste, dann kommt ein Tief.“ Volle Konzentration also auf das „große Spiel“ am 27. Mai, wie Meier das DFB-Pokalfinale der Eintracht gegen Borussia Dortmund bezeichnet.

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Gemeinsam mit Linksverteidiger Bastian Oczipka, der am Tag zuvor mit Nachdruck auf die Bedeutung des letzten Bundesliga-Heimspiels dieser Saison hingewiesen hat, ist auch Meier der festen Überzeugung: „Vollgas muss sein. Wir müssen im Rhythmus für das Finale bleiben. Jeder will sich empfehlen. Zudem sind wir es unseren Fans schuldig“, nahm Meier die Mannschaft in die Pflicht. „Sie haben uns unglaublich unterstützt, auch und gerade in Zeiten, als wir verloren haben.“

Sieben lange Wochen fehlt Meier jetzt schon der Eintracht. Seine Verletzung damals, zugezogen im Training, kam „nicht schleichend, sondern plötzlich“, wie sich der 34 Jahre alte ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig erinnerte. „Ich habe im Zweikampftraining abgestoppt. Muskel und Sehne wurden geschädigt. Genau das ist es, warum diese Verletzung auch so lange dauert.“ Letztmalig in der Liga war Meier am 25. Spieltag gegen seinen alten Klub Hamburger SV am Ball. Bei der Nullnummer am 18. März wurde Meier von Trainer Niko Kovac in der 84. Minute eingewechselt.

Meiers feine Antennen

Die Eintracht war Tabellensiebter. Jetzt steht sie auf Rang elf – und der HSV kämpft im spannendsten Spiel des kommenden Wochenendes darum, nicht schon wieder Relegation spielen zu müssen. „Der HSV schafft es. Er gehört in die Bundesliga. Das wünsche ich allein schon Herrn Bruchhagen.“ Heribert Bruchhagen, fast dreizehn Jahre lang Vorstandsvorsitzender der Eintracht, galt stets als Förderer von Meier, der im Übrigen mit dem, was die Eintracht in dieser Saison erreicht hat, zufrieden ist.

„Wir zwischen Platz neun und zwölf: Vor der Saison hätte jeder gesagt, super, das machen wir“, sagte Meier, der selbstkritisch einräumte: „Die Hinserie war für unsere Verhältnisse zu gut, die Rückserie zu schlecht. Insgesamt also ist die Saison okay bis gut.“ Neben Marco Russ ist Meier nicht nur der einzige Spieler, der 2006 dabei gewesen ist, als die Eintracht mit ihrem damaligen Trainer Friedhelm Funkel den Einzug in das Pokalfinale schaffte.

Meier hat auch feine Antennen dafür, wie die Eintracht funktioniert, was mit ihr sportlich möglich ist – und was nicht. „Ich kann mich und die Mannschaft realistisch einschätzen“, sagte der 34 Jahre alte Fußballprofi. „Ich weiß, was normalerweise passiert. Es pendelt sich in der Realität ein.“

„Keine klare Sache“

Gegenwart und Wirklichkeit der Eintracht bedeuten in diesen Tagen und Wochen: Die Kovac-Truppe ist bestrebt, sich nach dem Absturz der vergangenen Monate ordentlich aus der Bundesliga zu verabschieden und gleichzeitig die Wege für das Pokalfinale zu ebnen. Über Leipzig nach Berlin: Bei der ganz speziellen Reise in die Hauptstadt wollen alle dabei sein – Meier spielend.

Er weiß um Flair und Fluidum des Finales, und er weiß auch: „Beim letzten Mal waren die Bayern besser und haben verdient 1:0 gewonnen. Jetzt wollen wir Dortmund ärgern und sie nicht ins Spiel kommen lassen“, sagte er. „Ganz Deutschland guckt zu.“ Meier ist sicher: „Die sind aufgeregt, wir sind aufgeregt. Es wird keine klare Sache.“ Das soll es auch nicht an diesem Samstag sein, wenn der Meisterschaftszweite RB Leipzig ins Frankfurter Waldstadion kommt.

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