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Bremen - Frankfurt 4:1 Nichts zu holen für die Eintracht

29.10.2005 ·  Nach zuletzt zwölf Toren in zwei Spielen landete die Frankfurter Eintracht beim 1:4 in Bremen wieder in der Bundesliga-Realität. Allerdings ohne wirklich harten Aufprall.

Von Ralf Weitbrecht, Frankfurt
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Die Frankfurter Fußball-Festtage sind vorbei, und spätestens seit diesem 29. Oktober weiß die zuletzt so furios aufspielende Eintracht, daß ihr Klassenziel unvermindert Klassenverbleib heißt. Der SV Werder Bremen, durchaus beeindruckt von den beiden Frankfurter Sixpack-Siegen gegen Köln (6:3) und Schalke 04 (6:0), machte mit der Eintracht am elften Bundesligaspieltag kurzen Prozeß und gewann 4:1. Selbst die Führung der Frankfurter, herausgeschossen durch Ioannis Amanatidis (19. Minute), vermochte den Werder-Wirbel nicht zu beeinträchtigen. In der Folgezeit sorgten Torsten Frings (29.), Tim Borowski (52.), Miroslav Klose (61.) und abermals Borowski (90.) vor 41 000 Zuschauer für ein Resultat, das der Frankfurter Amanatidis als „zu hoch“ wertete.

Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel empfahl sich nach der Niederlage als Fan des gefestigten Tabellenzweiten. „Es war eine Augenweide, Werder zuzuschauen. Vor allem in der zweiten Halbzeit waren sie klar besser.“ Der Bremer Trainer Thomas Schaaf, der nach elf Spieltagen auf einen beruhigenden Vorsprung von acht Punkten vor Rang vier schauen kann, verkannte nicht, „daß uns Frankfurt zu Beginn gefordert hatte. Doch wir sind unserem Stil treu geblieben und haben immer wieder nachgelegt.“

Durchaus chancenreich

Daß der zuletzt gezeigte Hurra-Fußball der Eintracht auch in Bremen weitergehen könnte, hatten nur die wenigsten Optimisten gehofft. Immerhin: Trainer Funkel wähnte seine Mannschaft gegen den „haushohen Favoriten Werder“ durchaus chancenreich. Und tatsächlich: Nach 19 Minuten gingen die Frankfurter im Weserstadion 1:0 in Führung. Nach einem öffnenden Paß von Patrick Ochs über das halbe Spielfeld paßte Alexander Meier uneingennützig zu Amanatidis, und der Grieche hatte keine Mühe, seinen zweiten Saisontreffer zu erzielen. Das Tor fiel überraschend, denn die Bremer hätten eigentlich das erste Tor erzielen müssen. Doch Ivan Klasnic nach einer Ecke des in die Mannschaft zurückgekehrten Chefstrategen Johan Micoud brachte das Kunststück fertig, aus zwei Metern unbedrängt über das Frankfurter Tor zu zielen (9.).

Führung durch Amanatidis

Die Frankfurter Führung wirkte auf das Spiel des Tabellenzweiten motivierend, und so dauerte es auch nicht lange, bis Werder ausglich. Nach einer gefühlvollen Flanke Borowskis machte Frings etwas höchst Seltenes: Er nahm den Kopf zu Hilfe, um unhaltbar für Eintracht-Schlußmann Oka Nikolov zum 1:1 zu vollenden (29.). Noch lauter wurde es im Weserstadion, als auf der Anzeigentafel zwei Minuten später ein Tor aus der Ferne vermeldet wurde: Köln hatte gerade das 1:0 gegen Meister Bayern München erzielt, die Bremer Fans beklatschten es höchst freudig.

Die Feiertagslaune der Bremer Fans stieg nach dem Seitenwechsel an, als Klose, stärkster Akteur auf dem Feld, mit einem feinen Rückpaß einen dankbaren Abnehmer in Borowksi fand, der zum 2:1 traf. Klose selbst war auch deshalb zum 3:1 erfolgreich, weil Nikolov im Nachfassen patzte. Und als Borowski, der eine längere Auszeit zu nehmen schien, plötzlich wieder sein Können zeigte, stand es 4:1 (90.). „Keine Frage, mit diesem Ergebnis können wir zufrieden sein“, sagte Werder-Trainer und Bayern-Verfolger Schaaf. Ein Sieg gegen das Überraschungsteam der vergangenen Woche als Motivation für das nahende Champions-League-Spiel gegen Udine. Genau zum richtigen Zeitpunkt schnurrt der Werder-Motor besser denn je.

Werder Bremen - Eintracht Frankfurt 4:1
Bremen: Reinke - Owomoyela (75. Lagerblom), Naldo, Andreasen, Schulz - Baumann - Frings (71. Vranjes), Borowski - Micoud - Klose, Klasnic (65. Valdez). - Trainer: Schaaf
Frankfurt: Nikolov - Rehmer (20. Preuß), Chris, Vasoski - Ochs (85. Cha), Huggel, Jones, Spycher - Meier - Amanatidis, Copado. - Trainer: Funkel
Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)
Tore: 0:1 Amanatidis (19.), 1:1 Frings (29.), 2:1 Borowski (52. ), 3:1 Klose (61.), 4:1 Borowski (90.)
Zuschauer: 41.085
Gelbe Karten: Andreasen (2) - Ochs (4)

Quelle: F.A.S. vom 30. Oktober 2005
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Jahrgang 1961, Sportredakteur.

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