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Ariane Friedrich Comeback ohne Prognose

Sie war sportlich nicht gerade vom Glück begünstigt in den zurückliegenden zweieinhalb Jahren. Ariane Friedrich kämpft nun um ihre Rückkehr in den Kreis der internationalen Hochsprungelite und gegen vielfältige Hindernisse.

© dpa Vergrößern Unter Last: Ariane Friedrich trainiert, Ministerpräsident Bouffier sieht zu.

Riss der linken Achillessehne, Operation, Reha, ein Jahr Pause. Deutsche Hallenmeisterin (1,91 Meter), Schulterverletzung, deutsche Freiluftmeisterin (1,86), die sogenannte Facebook-Affäre, krankheitsbedingter Verzicht auf die EM, Aus in der Qualifikation bei den Olympischen Spielen in London. Schulteroperation, wieder sechs Wochen kein Sport, deshalb Verzicht auf die Hallensaison und langfristiger Aufbau für den Sommer 2013 - Ariane Friedrich war sportlich nicht gerade vom Glück begünstigt in den zurückliegenden knapp zweieinhalb Jahren.

29 Jahre alt ist die deutsche Hochsprung-Rekordhalterin (2,06 Meter/2009) seit Januar, doch nicht erst seitdem zwickt und zwackt es bisweilen. Es ist quasi der Normalzustand im Leben einer Hochleistungssportlerin, der Körper fordert seinen Tribut. Mit Trainer und Manager Günter Eisinger bereitet sich die Polizeikommissarin während der Osterferien in Valencia auf die neue Saison vor, im August findet in Moskau die Weltmeisterschaft statt, es ist der Saisonhöhepunkt der Leichtathleten.

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Unter spanischer Sonne hat Eisinger bereits „Ansätze von Sonnenbrand“ an seinem voluminösen Körper festgestellt, eingemietet hat sich die Trainingsgruppe ganz in der Nähe eines Medizinzentrums, so ist auch die physiotherapeutische Versorgung mit kurzen Wegen gewährleistet. Ariane Friedrich nimmt einen langen Anlauf für einen Sommer, der entscheidend sein dürfte für ihre weitere Karriere. Packt sie es noch einmal? Gelingen ihr wieder Weltklassesprünge?

Diese zwei Fragen treiben viele um: die Verantwortlichen ihres Klubs Eintracht Frankfurt, den Hessischen und Deutschen Leichtathletik-Verband, all die Sportdirektoren und Bundestrainer, die es so gibt, nicht zuletzt ihre Fans. Vor einer Woche war Ariane Friedrich beim Olympiastützpunkt Frankfurt zu Gast, ebenso Ministerpräsident Volker Bouffier und weitere Mitglieder der Landesregierung. Fünfmal in Folge riss sie eine 45 Kilogramm schwere Hantelstange nach oben, und der Kraftakt sollte symbolisieren: Ich bin fit, alles kann gut werden.

Ihr Bekanntheitsgrad ist weiterhin hoch, daran haben die körperlichen Tief- und sportlichen Rückschläge nichts geändert. Als der Dax erstmals seit Jahren wieder über 8000 Punkte geklettert war, diente ihr Foto als Symbolbild für den Höhenflug der Börse. Ariane Friedrich ist finanziell gut durch ihre internationale Flaute gekommen, alle Sponsoren und Partner habe ihr die Treue gehalten, Manager Eisinger hat gut verhandelt und bessere Zeiten in Aussicht gestellt. Ariane Friedrich muss nun liefern. Und sie weiß das natürlich.

„Sie ist auf dem Weg, wieder zwei Meter springen zu können“

Als sich die Autorin Sibylle Berg kürzlich über den „Mob der Frustrierten“ mit Bezug auf den Umgang mit der Schauspielerin Katja Riemann ausließ, wurde auch Deutschlands bekannteste Leichtathletin zum Fallbeispiel. Zitat: „Sportler werden nur gehasst, wenn sie Frauen und Hochspringerinnen und nach Meinung des Volkes zu oft in den Medien präsent sind.“ Ganz so einfach ist es natürlich nicht, aber sicher so: Ariane Friedrich polarisiert, mit ihrer Optik und ihrer Gestik, eigentlich mit allem, was sie tut. Vielleicht wie Katja Riemann.

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