Home
http://www.faz.net/-gzn-qc3j
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Als Experte bei den Mainzelmännchen Klar und deutlich - Gastanalytiker Klopp

17.06.2005 ·  Fußballtrainer Jürgen Klopp, spiritus rector des forschen Bundesliga-Aufsteigers FSV Mainz 05, hat einen neuen Job auf Zeit gefunden. Beim Confederations Cup arbeitet er als ZDF-Experte für das Fernsehen.

Von Ralf Weitbrecht
Artikel Lesermeinungen (0)

Jetzt ist die Wortschöpfung wirklich treffend: Klopptimistisch. Der Fußballtrainer Jürgen Klopp, spiritus rector des forschen Bundesliga-Aufsteigers FSV Mainz 05, darf optimistisch in die Zukunft schauen. Als frisch ausgezeichneter staatlich anerkannter Fußballehrer. Aber auch als Mann des gesprochenen Wortes. Das ZDF jedenfalls hat die Chance beim Schopfe gepackt und den allseits beliebten Klopp in sein Expertenteam aufgenommen. Spielanalysen, Kommentare, Kritiken - der Confederations Cup, der Mitte der Woche erst sportlich richtig ins Laufen gekommen ist, hat abseits des Fußballplatzes einen ersten Gewinner: Jürgen Klopp.

Welch eine Geburtstagsbescherung an diesem 16. Juni 2005. Es war nicht nur der Tag, an dem Klopp fern der Heimat 38 Jahre alt wurde. Es war auch der Tag, an dem mutig und unbekümmert in ein orangefarbenes Mikrophon gesprochen wurde. An der Seite von Multiplauderer Johannes B. Kerner, der zu alles und zu jedem - nicht nur im Fußball - irgendwie etwas zu sagen hat, gab Geburtstagskind Klopp ein beachtliches Debüt. Gewiß, der in Stuttgart geborene, lange Jahre in Frankfurt lebende und sportlich in Mainz beheimatete Fußballfachmann, war nicht immer frei von Platitüden. Doch was er an Analysen zum Besten gab, überzeugte durch Klarheit. Selbst Franz Beckenbauer, die Allmacht des deutschen Fußballs und als omnipräsenter Kommentator mit dem Medium Fernsehen seit Jahren bestens vertraut, blieb nichts anderes, als Klopps Einschätzungen zu bestätigen.

Klopps zeitlich befristeter Einstieg in die Welt der Mainzelmännchen hatte eine prima Grundlage. Brasilien gegen Griechenland, die Künstler von der Copacobana gegen die Arbeiter von der Akropolis. Klopp verehrt die Brasilianer, und wenn er gedurft hätte, hätte er sogar beim Aufwärmtraining mitgemacht, nur um möglichst nahe dran zu sein an den Ronaldinhos, Arianos, Kakas und Robinhos. "Einfach zauberhaft, was die können", schwärmte Klopp - und auch sein Expertenkollege Urs Meier, Schiedsrichter im Ruhestand, nickte nur fleißig.

Jürgen Klopp, der neue Liebling des Fernsehens? Als Aufstiegsmacher hat Klopp bewiesen, daß er sein Handwerk versteht. Als Gastanalytiker muß er erst noch zeigen, daß er mehr kann als nur flotte Sprüche klopfen. Für das ZDF jedenfalls paßt Klopp prächtig ins Programm. Denn ebenso wie der vom ARD-Kollegen Günter Netzer zum "kalifornischen Sonnyboy" titulierte Bundestrainer Jürgen Klinsmann verkörpert auch Namenskollege Klopp durchweg positive Ideale. Vielleicht paßt diese Kombination ja. Der zweite und von der Bedeutung wichtigste Einsatz steht an diesem Samstag an. Klinsmanns Kicker wollen zeigen, daß sie zumindest gegen Tunesien ohne Gegentor bleiben können - und Klopp darf nach den passenden Worten suchen.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Jahrgang 1961, Sportredakteur.

Jüngste Beiträge

Perspektivlosigkeit ist Gift

Von Rainer Schulze

Die Zukunft der Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte ist unklar. Das Land will sich von der Beteiligung trennen - Frankfurt hat die Hand gehoben. Eine Entscheidung tut not. Mehr