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Veröffentlicht: 09.05.2017, 09:17 Uhr

Insolvenz des Anbieters Ärger um Eintracht-Bezahlkarten

Weil der Anbieter insolvent ist, gibt es beim Frankfurter Spiel „massive Einschränkungen“ beim Einsatz des bargeldlosen Bezahlsystems. Andere Vereine haben die Just-Pay-Karten schon früher wieder abgeschafft.

von
© Peter Badenhop Viele Fans haben noch Geld auf ihren Karten aus dem Stadion von Eintracht Frankfurt.

Ob Besucher des letzten Heimspiels der Frankfurter Eintracht in dieser Saison gegen RB Leipzig anders als bisher üblich Bier und Bratwurst bar bezahlen können, ist noch offen. Die Stadion Frankfurt Management GmbH als Betreiber prüft diese Möglichkeit weiter, wie ein Sprecher sagte. Hintergrund ist, dass der Chipkartenbetreiber Payment Solution, mit deren „Just Pay“-System Fans der Eintracht im Waldstadion bezahlen können, beim Hamburger Amtsgericht Insolvenz angemeldet hat.

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Für das Spiel gegen Wolfsburg am vergangenen Samstag hatte das Unternehmen angekündigt, dass weiter mit den Karten gezahlt werden könne. Die Erfahrung des Stadionbetreibers war offensichtlich eine andere, er hatte sich nach dem Spiel über „massive Einschränkungen“ beim Einsatz des bargeldlosen Bezahlsystems „Just-Pay“ beschwert. Schon nach dem Ende der Halbzeitpause habe kein Fan mehr an den von Sicherheitspersonal flankierten Ausgabestellen seine Karte zurückgeben können.

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„Wir teilen die Verärgerung unserer Gäste und Besucher“, so die Stadion-GmbH. Sie erwarte eine schnelle und umfassende Klärung der Situation sowie Klarheit über die Möglichkeit zur Rückgabe der Karten und Auszahlung von Restbeträgen. Insolvenzverwalter Sven-Holger Undritz konnte dazu noch keine Angaben machen. Auf die Frage, was nun mit den Restguthaben geschehe, sagte ein Sprecher der Stadion-GmbH: „Das wüssten wir auch gerne.“ Sie prüfe, ob die Karteninhaber ihre Restbeträge im Zweifelsfall anders nutzen könnten.

Laut Insolvenzverwalter können Fans die Karten derzeit nur auf postalischem Weg zurückgeben. Auf der Homepage www.justpay.de stellt der Anbieter in der Rubrik „FAQs“ ein Formular zur Verfügung. Daraus ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich, ob die Rückerstattung des Restbetrags mit einer Bearbeitungsgebühr verbunden ist. Gemeinhin wird für diesen Service eine Gebühr von zwei Euro fällig, wie auch dem Frankfurter Stadionbetreiber bekannt ist. Das heißt, der Fan bekommt weniger Geld zurück, als ihm zusteht.

Die Bezahlkarten-Nutzung basiert nach Angaben des Stadionbetreibers auf zwei Übereinkünften. Zum einen haben demnach die Stadion-GmbH und Payment Solutions einen entsprechenden Vertrag geschlossen, zweitens gibt es eine Akzeptanz-Vereinbarung zwischen dem Just-Pay-Betreiber und der Catering-Firma Aramark, die für Speisen und Getränke im Waldstadion sorgt. Außer in Frankfurt gelten Just-Pay-Karten unter anderem in Berlin bei Spielen von Hertha BSC und in Kaiserslautern.

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Wie ein FCK-Sprecher sagte, konnten Fans beim Heimspiel am Sonntag gegen den FC St. Pauli die Bezahlkarten normal nutzen und aufladen. Letzteres sei aber kaum in Anspruch genommen worden. Dagegen habe es nach dem Spiel einen Ansturm auf die Rückgabestellen gegeben. Der Verein habe dafür einige zusätzliche Stände aufgebaut. Letztlich habe jeder Fan, der das gewollt habe, sein Geld zurückerhalten, hob der Sprecher hervor. Zum letzten Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg am 21. Mai plane der FCK wieder mit dem Einsatz der Just-Pay-Karten. Besuchern auch eine Barzahlung zu ermöglichen, wie sie etwa in Nürnberg und St. Pauli üblich ist, sei bisher nicht vorgesehen.

Dagegen haben sich andere Vereine, darunter die TSG Hoffenheim und der 1. FC Köln, schon vor geraumer Zeit von Payment Solutions verabschiedet. Hoffenheim stellte vor dieser Saison wieder auf Barzahlung um. Ein Sprecher gab als Grund außer „Service-Gründen“ auch den Erwerb eines neuen Kassensystems des Sponsors SAP an. In Köln gab eine Reihe von Überlegungen den Ausschlag, seit der Saison 2014/15 den Besuchern die Wahl zwischen Bargeld sowie Geldkarten- und Girogo-Funktion zu lassen. Wie ein Sprecher hervorhob, kam der Verein auch „Wünschen vieler Fans nach“.

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