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Abstiegskampf Kaum noch Sorgen für Mainz, kaum noch Hoffnung für Bochum

30.04.2005 ·  Der VfL Bochum steht vor dem Abstieg, Aufsteiger Mainz 05 kann dagegen mit einem weiteren Jahr in der obersten Spielklasse planen. Die desolaten Bochumer verloren die Partie gegen den direkten Mitkonkurrenten mit 2:6.

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Aufsteiger FSV Mainz 05 hat wahrscheinlich den fünften Bundesliga-Abstieg des VfL Bochum besiegelt. Die Rheinhessen gewannen am Samstag das Abstiegs-„Endspiel“ in Bochum mit 6:2 (1:1) und dürften wohl auch im kommenden Jahr im Fußball-Oberhaus mitwirken.

Vor 31.056 Zuschauern im Ruhrstadion ging Mainz durch Benjamin Auer bereits in der sechsten Minute in Führung, doch Vratislav Lokvenc sorgte mit seinem neunten Saisontor (27.) noch einmal für Hoffnung im Bochumer Lager. Nach der Pause sorgten Michael Thurk (60.), Fabian Gerber (65.), Antonio da Silva (68.), Benjamin Weigelt (77.) und Conor Casey (84.) für den höchsten Mainzer Sieg in der Bundesliga-Geschichte. Das 2:6 von Tommy Bechmann (87.) war nur noch Ergebnis-Kosmetik. Für Bochum dürfte nach dem Debakel die Chance auf den Klassenverbleib nur noch theoretischer Natur sein.

Neururer: „Schritt in die falsche Richtung“

„Wie groß die Enttäuschung bei uns ist, kann sich sicher jeder vorstellen. Wir hatten uns unglaublich viel vorgenommen und hätten einen riesigen Schritt nach vorn tun können. Leider haben wir einen Schritt in die falsche Richtung getan“, sagte der frustrierte VfL-Trainer Peter Neururer. Sein Kollege Jürgen Klopp war in Hochstimmung: „Ich bin natürlich sehr sehr zufrieden. Die Mannschaft kann stolz auf sich sein. Ich glaube, es war ein richtig guter Schritt in Richtung Klassenverbleib.“

Beide Teams mußten auf ihre Stammtorhüter verzichten. Bei Bochum fehlte der rot-gesperrte Rein van Duijnhoven. Bei den Rheinhessen fiel der angeschlagene Dimo Wache kurzfristig aus, für ihn sprang Christian Wetklo ein. Zudem mußte Klopp auch den gesperrten Niclas Weiland ersetzen. Dennoch erspielten sich die Gäste in der ersten Viertelstunde ein klares Übergewicht, waren aggressiver in den Zweikämpfen und spielten zielstrebig nach vorn. Bereits der erste Angriff wurde belohnt: Auer nutzte ein schönes Zuspiel des agilen Michael Thurk zur schnellen Führung. Die erste gute Möglichkeit der schwer ins Spiel kommenden Bochumer hatte der Brasilianer Edu (18.), der Wetklo mit einem Kopfball zu einer Glanzparade zwang.

Van-Duijnhoven-Ersatz mit Schwächen

Danach fand der VfL besser ins Spiel und hatte durch Marcel Maltritz (23.) und Lokvenc (26.) zwei weitere gute Chancen zum Ausgleich. Dieser gelang dem tschechischen Stürmer eine Minute später nach glänzender Vorarbeit von Dariusz Wosz und Christoph Preuß. Bis zur Pause hatten beide Teams durchaus noch ihre Möglichkeiten zur Führung, ließen sie aber ungenutzt.

Nach dem Wechsel hielten die Bochumer nur 15 Minuten lang gut mit, ehe sie nach einem schönen Konter der Mainzer das 1:2 durch Thurk kassierten. Danach brach der VfL fast völlig auseinander und mußte weitere Gegentreffer durch Gerber (65.) und da Silva (68.) hinnehmen. Beim Freistoßtor von da Silva unterlief Van-Duijnhoven-Ersatz Vander ein Riesenfehler, der wohl mit einer Flanke gerechnet hatte und durch einen Direktschuß überrascht wurde. 13 Minuten vor dem Ende stand der Bochumer Schlussmann beim 1:5 erneut Pate, indem er einen eher harmlosen Weitschuß von Weigelt unterschätzte. Die Tore von Casey und Bechmann waren nur noch eine Zugabe.

VfL Bochum - FSV Mainz 05 2:6 (1:1)
Bochum: Vander - Colding, Knavs, Meichelbeck, Bönig (64. Zdebel) - Maltritz - Wosz, Misimovic (64. Diabang) - Preuß (46. Bechmann), Lokvenc, Edu
Mainz: Wetklo - Abel, Friedrich (80. Bodog), Noveski, Weigelt - Balitsch, Babatz (85. Demirtas), da Silva - Gerber, Thurk (66. Casey) - Auer
Schiedsrichter: Fröhlich (Berlin)
Tore: 0:1 Auer (6.), 1:1 Lokvenc (26.), 1:2 Thurk (60.), 1:3 Gerber (65.), 1:4 da Silva (68.), 1:5 Weigelt (77.), 1:6 Casey (84.), 2:6 Bechmann (87.)
Zuschauer: 31.056
Gelbe Karten: Zdebel (5/4), Lokvenc (5/1), Meichelbeck (4), Wosz (4), Bönig (3) - Balitsch (5/1), Thurk (4)

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa/sid
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