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3:1 gegen Stuttgart Es müllert in Mainz

Während der Mainzer Torhüter Heinz Müller maßgeblich am Stuttgarter Führungstreffer beteiligt ist, dreht Nicolai Müller mit seinen beiden Toren die Partie. Zudem zeigt die Masse der Anhänger „zivilien Ungehorsam“ gegenüber dem Stimmungsboykott.

© dpa Vergrößern Komm in unsere Arme: Doppeltorschütze Nicolai Müller (Mitte) wird von Zdenk Pospech und Adam Szalai (r.) geherzt

Weihnachtsgeschenke an seine Fans hat Mainz 05 in seiner bisherigen Bundesligageschichte nicht so ausgiebig verteilt. Einmal nur beendeten die Rheinhessen bis zum gestrigen Samstag eine Erstliga-Hinserie mit einem Sieg. Beim 3:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart haben die Rheinhessen sich und ihrem Anhang nun im siebten Jahr ein besonders schönes Geschenk geschnürt und sich nicht nur auf Europapokalrang sechs vorgespielt. Zudem ist es dem Team erstmals seit November 2011 gelungen, ein Spiel nach einem Rückstand noch zu gewinnen. Auch damals war der VfB übrigens der Gegner.

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Die große Mehrheit der 31.000 Zuschauer, die anders als an den recht ruhigen anderen Bundesligastandorten nicht dem Aufruf der Ultraszene zum Stimmungsboykott gefolgt war, dankte es ihrem Team mit Anfeuerungsrufen in annähernd üblicher Lautstärke.

Die Mainzer Spieler wiederum honorierten den „zivilen Ungehorsam“ der lautstarken Masse gegenüber der schweigenden Minderheit, indem sie die Huldigungen der Fans ausnahmsweise einmal an der besonders lautstarken Gegengeraden und eben nicht am Fanblock direkt hinter dem Tor über sich ergehen ließen. „Das war nicht abgesprochen, sondern  wir sind gruppenintuitiv dort hin gegangen, von wo aus wir nach dem Rückstand nach vorne gepeitscht worden sind“, sagte Julian Baumgartlinger.

Die Verfolger holen auf 17. Spieltag: Bayer bleibt erster Bayern-Verfolger © REUTERS Bilderstrecke 

Lediglich auf die übliche Zeremonie mit dem Mann des Tages auf dem Zaun verzichteten die Mainzer - sehr zum Leidwesen von Nicolai Müller. Denn der kleine Stürmer war mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack der entscheidende Mann in einer starken Bundesligapartie und hatte sich diese Ehre redlich verdient.

Zunächst hatte er nach einem feinen Zusammenspiel mit Zdenek Pospech aus zwölf Metern zum Ausgleich getroffen (55.), ehe er in der 71. Minute nach einer Kopfballverlängerung von Adam Szalai VfB-Torhüter Sven Ulreich mit einem Lupfer überwand und schließlich den Ball mit dem Kopf über die Linie bugsierte. „Der Sieg ist besonders schön, weil die Tabelle jetzt auch in der Winterpause gut aussieht“, sagte Müller. „In den vergangenen Wochen sind wir ja immer mal von weit oben bis auf  Platz zwölf gestürzt, Platz sechs gibt jetzt unsere Leistung in der Hinserie gut wieder.“

Beste Leistung des Jahres

Die stimmte am Samstag vom Anpfiff weg: Die Mainzer zeigten den wohl stärksten Auftritt im zu Ende gehenden Kalenderjahr. Immer wieder überraschten die Nullfünfer ihren Gegner mit schnellen und offenkundig einstudierten Umschaltaktionen, die die Schwaben sichtlich überforderten. Fast im Minutentakt erspielten sie sich Torchancen, die aber vornehmlich Andreas Ivanschitz und Adam Szalai nicht zu nutzen wussten.

So gestatteten die Mainzer kurz nach dem Seitenwechsel dem VfB Stuttgart das erste Tor. Martin Harnik köpfte nach eine Traoré-Flanke aus extrem spitzen Winkel zur Führung ein. Beim Abwehrversuch sah Heinz Müller nicht allzu gut aus, weil er den Ball ins eigene Netz lenkte.  Der Schlussmann musste sich freilich nicht allzu lange grämen, da sein Namensvetter Nicolai das Spiel anschließend drehte, ehe Elkin Soto, für den gesperrten Nikolce Noveski Kapitän seines Teams, in der Nachspielzeit noch zum 3:1 traf.

1. FSV Mainz 05 - VFB Stuttgart © dpa Vergrößern Mit Haken und Ösen: Szalai bekommt den Einsatz von Stuttgarts Maza (r.) zu spüren

„Das war das Sahnehäubchen auf einer sehr, sehr guten Hinrunde“, sagte Manager Christian Heidel. „Mit 26 Punkten war das die zweitbeste Halbserie, die wir bislang in der ersten Liga gespielt haben. Das ist herausragend.“ Noch schöner könnte der Jahresabschluss für die Mainzer freilich am Dienstag werden. Dann spielt der Klub um 19 Uhr bei Schalke 04 ums Erreichen des Viertelfinals im DFB-Pokal. Die Anhänger würden vermutlich auch ein zweites Weihnachtsgeschenk akzeptieren.

1. FSV Mainz 05 - VFB Stuttgart © dpa Vergrößern Luftsprung? Stuttgarts Kuzmanovic nimmt den Ball an

FSV Mainz 05 - VfB Stuttgart 3:1 (0:0)

FSV Mainz 05: Heinz Müller - Pospech, Svensson (77. Bell), Kirchhoff, Zabavnik (84. Júnior Díaz) - Baumgartlinger, Soto - Nicolai Müller, Ivanschitz (89. Polanski), Caligiuri - Szalai
VfB Stuttgart: Ulreich - Rüdiger (90.+1 Röcker), Maza, Niedermeier, Boka - Kuzmanovic, Gentner - Harnik, Holzhauser (68. Hajnal), Traoré (78. Didavi) - Ibisevic
Schiedsrichter: Brych (München)
Zuschauer: 31.376
Tore: 0:1 Harnik (48.), 1:1 Nicolai Müller (55.), 2:1 Nicolai Müller (71.), 3:1 Soto (90.+2)
Gelbe Karten: Kirchhoff (5), Nicolai Müller (3), Zabavnik (3) / Harnik (2), Ibisevic (5)

Quelle: FAZ.NET

 
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