http://www.faz.net/-gzg-6wdak
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 01.01.2012, 19:15 Uhr

Sport-Vorschau Was für ein Jahr 2012

Der Sport sei immer überraschend und unvorhersehbar? Ganz so ist es nicht. Eine Vorschau auf das, was kommt - ganz ohne Zweifel.

© Wonge Bergmann Schöne Aussicht: Eintrachtprofi Gekas wird Torschützenkönig.

FSV Frankfurt

Alles wird gut bei den Bornheimern, denn sie überstehen die Saison in der Zweiten Fußball-Bundesliga ohne Abstieg – wenn auch nur über die Spiele in der Relegation gegen den Drittplazierten der dritten Liga. Also den SV Wehen Wiesbaden. Ihr Heimspiel gewinnen die Frankfurter vor 900 Zuschauern 1:0 – woraufhin der Geschäftsführer Uwe Stöver, angesprochen auf den schwachen Besuch, sagt: „Kann ja sein, dass viele schon in den Sommerurlaub gefahren sind.“ Jemand macht ihn darauf aufmerksam, dass es erst Mai ist. Der frühere FSV-Geschäftsführer Bernd Reisig gratuliert per Postkarte aus seinem Ferienhaus auf Mallorca zum Klassenverbleib, kündigt aber gleichzeitig seine Rückkehr an. „Um den Laden wieder flottzumachen“, wie er schreibt. Einige Werbeaktionen für höhere Zuschauerzahlen habe er schon im Kopf: Freibier für alle, die Eintritt zahlen, oder kostenloser Zutritt für Interessierte, die die FSV-Hymne am Eingang fehlerfrei summen können. Zum großen Coup werde allerdings seine Intervention beim Deutschen Fußball-Bund. Der soll die in der dritten Liga eigentlich gescheiterten Offenbacher Kickers per Dekret zum Aufsteiger in die zweite Liga machen und eine qualifizierte Mannschaft wieder zurückstufen. Allein das Heimspiel gegen den OFC werde den Zuschauerschnitt einer Saison um sechzig bis siebzig Prozent anheben. Danach wolle er sich bei der Stadt Frankfurt für ein größeres Stadion einsetzen. Die gerade modernisierte Haupttribüne müsse eben wieder abgerissen werden.

Mehr zum Thema

Frankfurt Skyliners

Der Verein aus der Basketball-Bundesliga startet vor der nächsten Saison eine neue Offensive, um seinen Status in der Stadt zu verbessern. Erst einmal kauft der Geschäftsführer Gunnar Wöbke einige neue amerikanischer Spieler ein, die zwar noch unbekannt sind, deren Nachnamen aber bald jedermann vertraut sein sollen. In der Reihenfolge ihrer Verpflichtung: Jackson, Johnson, Williamson, Richardson, Holgerson – der Letzte stellt sich allerdings als ein Schwede mit gefälschten Papieren heraus und wird von Wöbke sofort wieder weggeschickt. Trotz dieser Verstärkungen misslingt der Saisonstart, die Skyliners verlieren sechsmal nacheinander. Außerdem gibt es einen Rückschlag beim erwünschten Bau einer großen Multifunktionshalle, in der deutlich mehr Geld zu verdienen wäre als in der alten Ballsporthalle. Die Stadt Frankfurt macht noch einmal deutlich, dass sie hier keine Hilfe leisten könne, solange die Zuschauerzahlen bei den Skyliners so schlecht seien. In den ersten Spielen kommen im Schnitt nur noch 1500 Besucher, darunter die sehr großen Familien von Jackson, Johnson, Williamson und Richardson, die neugierig waren, wo ihr Vater, Bruder, Neffe, Enkel oder Urenkel denn jetzt sein Geld verdient. Solche neuen Zuschauer helfen den Skyliners natürlich nicht weiter. Dabei hätten sie mehr Zulauf nicht nur verdient, sondern auch dringend nötig, denn aus dem Römer kommt eine unmissverständliche Drohung: Sollten die Skyliners nicht bald mehr Zuschauer anlocken, dann müssen sie künftig im Bockenheimer Depot spielen.

Eintracht Frankfurt

1 | 2 | 3 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
FSV Frankfurt Als Kämpfer bin ich in der dritten Liga richtig

Nach langer Zeit kehrt Patrick Ochs als Fußball-Profi zurück. Im Interview spricht er über seine alten Sympathien für den FSV Frankfurt und seinen neuen Anlauf im Profi-Sport. Mehr Von Jörg Daniels

22.06.2016, 06:06 Uhr | Rhein-Main
Frankfurt Bundesliga-Vereine kassieren Rekordsumme für TV-Rechte

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die Medienrechte für die Fußball-Bundesliga von der Saison 2017/18 bis zur Saison 2020/21 vergeben. Sie bekommt für diese vier Spielzeiten der ersten und zweiten Liga die Rekordsumme von 4,64 Milliarden Euro. Mehr

09.06.2016, 17:08 Uhr | Sport
Skyliners Frankfurt Abschied von der Wohlfühloase

Center Johannes Voigtmann verlässt die Skyliners und wechselt nach Spanien, wo er bei Vitoria Laboral Kutxa den Schritt zum Spitzenspieler machen will. Mehr Von Jörg Daniels

24.06.2016, 06:07 Uhr | Rhein-Main
Fintech Hub Frankfurt Frankfurt Hub

Frankfurt Hub Mehr

16.06.2016, 15:24 Uhr | Wirtschaft
Eintracht Frankfurt Mit Bobic kommt frischer Wind rein

Eintracht Frankfurt will in der Bundesliga wieder eine größere Rolle spielen. Wie das gelingt erklärt Armin Kraaz, Leiter des Leistungszentrums, im Gespräch über Erwartungen an den künftigen Sportvorstand – und alte Fehler im Umgang mit Talenten. Mehr Von Marc Heinrich

19.06.2016, 13:42 Uhr | Sport

Regierung findet sich prima

Von Werner D’Inka

Bouffier und Al-Wazir haben Halbzeitbilanz gezogen. Dazu besuchten die beiden Protagonisten der schwarz-grünen Koalition einen Öko-Bauernhof und eine Justizvollzugsanstalt. Mehr 1 1

Abonnieren Sie unsere Rhein-Main Newsletter

  • Newsletter auswählen

    Newsletter auswählen