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Sport-Sponsoring Licher steigt bei der Eintracht aus

Nach elf Jahren verabschiedet sich die Licher Privatbrauerei als Sponsor von Eintracht Frankfurt. Grund seien die Erwartungen des Vereins.

© picture-alliance/ dpa Spielerwechsel: Nach zehn Jahren müssen sich Besucher der Frankfurter Fußball-Arena an das Bier eines anderen Anbieters gewöhnen.

Nach elf Jahren verabschiedet sich die Licher Privatbrauerei als Sponsor von Eintracht Frankfurt. Als Grund nennt der zur Bitburger-Gruppe gehörende hessische Biermarktführer die Erwartungen des Vereins: „Wenn wir die finanziellen Forderungen von Eintracht Frankfurt erfüllen würden, könnten wir die von uns gelebte breite Unterstützung des Sports und der Kultur für Hessen nicht mehr aufrechterhalten“, wird der Geschäftsführer von Licher, Rainer Noll, in einer am Montag verbreiteten Mitteilung des Unternehmens zitiert. Eintracht Frankfurt hielt sich trotz dieser Nachricht bedeckt. „Wir wollen uns am Donnerstag zum neuen Trikotsponsor äußern“, sagte ein Sprecher des Vereins.

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Nach dem Rückzug von Licher scheint für den Konkurrenten Krombacher der Weg frei zu sein. In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass beide Brauereien darum konkurrieren, wer Trikotsponsor wird und künftig Bier in der Frankfurter WM-Arena ausschenken darf. Krombacher wäre nach vielen Jahren der erste Eintracht-Hauptsponsor, der nicht in Hessen sitzt. Formal hätte Licher dem Vernehmen nach bis zum Mittwoch Zeit, das Gebot von Krombacher zu überbieten. Auch die Frankfurter Radeberger Gruppe soll sich darum bemüht haben, in der Arena Bier zu verkaufen. „Natürlich wäre es für uns als Frankfurter Brauerei schön, wenn wir genau dort vertreten wären, wo viele Binding-Freunde samstags ihre Zeit verbringen“, hatte Radeberger-Chef Albert Christmann im Mai dieser Zeitung mit Blick auf laufende Gespräche zu den Schankverträgen geantwortet. Im ehemaligen Waldstadion war Radeberger mit den Marken Binding und Henninger vertreten gewesen.

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Bislang Premium-Partner der Eintracht

Aus Branchenkreisen war zu erfahren, dass Eintracht Frankfurt vom neuen Hauptsponsor mehr als fünf Millionen Euro dafür haben will, dass sein Name ein Jahr lang das Trikot der Bundesliga-Fußballer ziert. Als entscheidend gilt aber die Laufzeit der Ausschankverträge. Denn je länger eine Brauerei in einem Fußballstadion Bier ausschenken kann, desto besser rechnet sich das Sponsorengeld. Die WM-Arena im Stadtwald gilt für Bierbrauer als besonders attraktiv. Nur in den Stadien in Dortmund (Brinkhoffs No. 1) und Gelsenkirchen (Veltins) soll mehr Bier fließen, wobei nicht nur Fußballspiele eingerechnet sind. Selbst in der deutlich größeren Arena in München wird demnach weniger Bier ausgeschenkt als in Frankfurt. An keinem anderen Ort hab die Bitburger-Gruppe in den vergangenen Jahren so viel Bier verkauft wie in Frankfurt, heißt es. Bitburger sponsert die Fußball-Nationalmannschaft und ist auch in den Stadien in Hoffenheim, Leverkusen und Mönchengladbach vertreten. Licher soll Zwei- oder Dreijahresverträge gehabt haben.

Die mittelhessische Brauerei war seit der Saison 2000/01 durchgehend, also auch in der zweiten Liga, ein sogenannter Premium-Partner der Eintracht. „Der Verein hatte jedoch überraschend einen Mitbewerber das Trikotsponsoring angeboten“, teilte Licher nun mit. Damit sei gleichzeitig die Zusammenarbeit mit Licher für beendet erklärt worden. „Auch wenn ich für die wirtschaftlichen Interessen des Vereins Verständnis habe, bedauern wir als hessisches Unternehmen die Trennung von der Eintracht sehr“, wird Licher-Chef Noll weiter zitiert. Und: „Wir hätten uns gefreut, wenn der Verein zunächst mit uns über mögliche Alternativen gesprochen hätte.“ Dies dürfte umso mehr gelten, als die Krombacher-Brauerei vor einigen Jahren Licher als Trikotsponsor des Hand-Ballbundesligavereins HSG Wetzlar abgelöst hatte.

Licher ist seit Jahren auf vielen Trikots präsent

Bis 2004 hatte Licher den Verein rund 20 Jahre lang unterstützt. Die Hinwendung zu Krombacher durch das alte HSG-Management soll die Licher-Führung sehr verärgert haben. Erst seit der Saison 2010/11 ziert wieder das Licher-Logo die Trikots der HSG. Damit einher ging der Erwerb der Ausschankrechte für die Wetzlarer Rittal-Arena.

Licher-Geschäftsführer Noll sagte, abseits aller Stilfragen gehe es um eine rationale Bewertung der Lage. „Wenn man Biermarktführer in Hessen ist, will man auch den hessischen Sportverein Nummer eins haben.“ Licher wolle aber den Verbrauchern die Möglichkeit geben, die Marke aus Lich an vielen Sport- und Kulturstätten zu erleben. Licher ist seit Jahren auf vielen Trikots präsent. In der Basketball-Bundesliga sponsert die Brauerei die Frankfurt Skyliners und die Gießen 46ers, in der ersten und zweiten Handball-Liga die Mannschaften aus Melsungen, Hüttenberg und Großwallstadt. Die Eishockeyvereine in Bad Nauheim und Frankfurt profitieren auch von Licher.

Quelle: F.A.Z.

 
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