18.04.2007 · Ein Mädchen weiß weder ein noch aus. Es leidet am Leben, an seiner Mitwelt, an sich selbst. Vor lauter Verzweiflung beißt es sich in den Unterarm, bis aufs Blut, immer und immer wieder. Ein Mann steht vor zwei Türen, eine links, eine rechts.
Von Werner D'InkaEin Mädchen weiß weder ein noch aus. Es leidet am Leben, an seiner Mitwelt, an sich selbst. Vor lauter Verzweiflung beißt es sich in den Unterarm, bis aufs Blut, immer und immer wieder. Ein Mann steht vor zwei Türen, eine links, eine rechts. Sosehr er sein Hirn zermartert, er weiß nicht, wohin. Aber er ahnt, daß er es einmal wußte. Er hat es vergessen. Manchmal verzweifelt er daran, wird still und mutlos. Ein anderes Mal macht es ihn zornig, daß sein dummer, alter Kopf nicht mehr will. Dann wird er wütend auf sich selbst, oder sein ohnmächtiger Zorn richtet sich ziellos gegen andere.
Zwei Menschen von vielen mitten unter uns, die Hilfe brauchen. Seit 13 Jahren unterstützen Sie, die Leser dieser Zeitung, großzügig Menschen in Not. Vor kurzem feierte das Frankfurter Clementine-Kinderhospital das Richtfest eines Erweiterungsbaus für kleine Patienten. Die mobile Kinderkrankenpflege des Diakonischen Werks kann sich seit diesem Jahr um noch mehr Kinder in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet kümmern. Und in Haiti geht der Bau einer Augenstation voran, die die Christoffel-Blindenmission baut, damit Menschen wieder sehen können. Drei von vielen Projekten, die die Spendenaktion „F.A.Z.-Leser helfen“ erst möglich gemacht hat.
Geld für Forschung und Gespräche
Die beiden Vorhaben, für die wir in diesem Jahr um finanzielle Hilfe bitten, umfassen die Spanne eines Menschenlebens. „Verhaltensauffällige Kinder“ - nichts sagt dieser blasse Begriff über Angst, Verzweiflung, Sehnsucht, Hoffnung in Kinderseelen und nichts darüber, wie es wirklich ist, wenn ein Neugeborenes nicht mehr aufhören will zu schreien. Das Institut für analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie hilft seit 1973, wo es kann. Doch es fehlt an Platz. Mit Ihren Spenden kann das Sigmund-Freud-Institut um ein Stockwerk erweitert, es können mehr therapeutische Gespräche geführt und es kann noch mehr geforscht werden, warum Kinder und Jugendliche „auffällig“ werden.
Hilfe brauchen auch Menschen, deren Leben sich neigt. Weit über eine Million an Demenz Erkrankte gibt es in Deutschland. Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto schwerer fällt ihnen die Antwort auf die einfachsten Alltagsfragen: Wo bin ich? Was geschieht da? Wer ist der, der mit mir spricht? Das Altenzentrum „Santa Teresa“ in Frankfurt nimmt sich der Demenzkranken auf eine Weise an, die ihre Würde respektiert.
Spenden ungeschmälert zugunsten der Projekte
Mitarbeiter der Caritas suchen nach dem abgerissenen Erinnerungsfaden, legen das Ende in die Hand der Patienten zurück. Mit verblüffend einfachen Mitteln gelingt es, ihrer Erinnerung Halt zu geben, wenn man sich auf die Biographien der Betroffenen einläßt. Aber auch einfache Mittel kosten Geld.
Geld, um das wir Sie wiederum herzlich bitten. Jeder Euro kommt ungeschmälert den beiden Projekten zugute - damit nicht mehr ganz so viele Kinder weder ein noch aus wissen, damit weniger Demenzkranke verzweifeln.