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Star Wars : Spektakel und Subtilität

Seltener Anblick: „Star Wars“-Fans im Foyer der Alten Oper. Bild: Ly, Martin

Der Film Star Wars ist eine der erfolgreichsten der Filmgeschichte. Nun kann man sich die Musik davon live in der Alten Oper anhören.

          Die Macht ist mit uns und der Führer der S-Bahn vielleicht ein entfernter Bekannter von Han Solo gewesen, jedenfalls brauchten wir nicht den Hyperantrieb von dessen Raumschiff „Millenium Falke“, um auf den letzten Drücker in den Großen Saal der Alten Oper Frankfurt zu gelangen. Das Vorbeikommen an den bösen Stormtroopers ist dann keine Schwierigkeit, sind die doch vom aufgeregten Gewusel der Besucher abgelenkt, die sich bei der Europa-Premiere von „Star Wars in Concert – Eine neue Hoffnung“ einem besonderen Vergnügen hingeben möchten.

          Christian Riethmüller

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das meint nicht nur die Aufführung der berühmten Filmmusik von John Williams durch das City of Prague Philharmonic Orchestra unter Leitung des jungen deutschen Dirigenten Christian Schumann live und simultan zur Filmvorführung. Es meint auch die Vorführung selbst. Denn wer hat vorher schon einmal den Film „Star Wars Episode IV – Eine neue Hoffnung“, mit dem im Jahr 1977 eine der größten Erfolgsserien der Kinogeschichte begann, auf einer solch riesigen Leinwand gesehen, wie sie derzeit in der Alten Oper hängt? Vermutlich niemand im ausverkauften Saal, hatten und haben doch sonst allenfalls Autokinos Projektionsflächen dieses Ausmaßes. Sich mit den geflügelten Worten „Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis“ in das Weltraummärchen ziehen zu lassen, ist also schon allein ein visuelles Vergnügen, dem freilich die live eingespielte Filmmusik die Krone aufsetzt. Wie prägnant Williams’ Komposition ist, bestätigt nicht zuletzt die Titelmelodie des Films, die vermutlich fast jeder mitsummen kann, selbst wenn er die Geschichte vom Kampf Luke Skywalkers, Prinzessin Leias, Han Solos und Obi-Wan Kenobis gegen Darth Vader und den Todesstern des Imperiums nicht ohne weiteres rekapitulieren könnte.

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          Hilfreich wäre dabei aber auf jeden Fall Williams’ auffällige Verwendung von Themen und Leitmotiven, die sowohl Charakteren als auch Orten zugeordnet sind. Williams hat sich beim Komponieren nicht von ungefähr an den Opern Richard Wagners orientiert, was am offensichtlichsten im Heldenthema Luke Skywalkers anklingt, lässt sich doch dort Siegfrieds Hornruf erkennen. Neben Wagner waren auch Richard Strauss, Gustav Mahler oder William Walton inspirierend für Williams, was nicht nur für Melodik und Tonsprache, sondern auch für die Ansprüche ans Orchester gilt. Das ist für mehr als zwei Stunden fast ununterbrochen gefordert, was auch dem Dirigenten höchste Konzentration abverlangt. Wie Christian Schumann im Gespräch mit dieser Zeitung sagte, ist er daher froh, dass Williams seinerzeit nicht exakt auf Filmszenen komponierte, wie es heute gang und gäbe ist. So bleiben dem Dirigenten einige Sekunden, in denen er das Orchester im Bedarfsfall auf Tempo bringen kann, was den Pragern am Premierenabend ebenso eindrucksvoll gelingt wie sie es in zurückgenommenen Momenten verstehen, die Subtilität des Filmspektakels herauszustreichen.

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