Ein 52 Jahre alter Mann ist in Oberursel erstochen worden. Als Tatverdächtigen hat die Polizei den 23 Jahre alten Sohn des Opfers festgenommen. Die Tat hatte sich am Montag gegen 17 Uhr ereignet, wie die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Doris Möller-Scheu, sagte. Der Sohn soll in der gemeinsamen Wohnung an der Straße Vorstadt auf den Vater eingestochen haben. Der Ältere lief blutend auf die Straße, eine Einkaufsstraße, brach dort zusammen und starb wenig später im Krankenhaus. Zeugen riefen die Polizei, auch der Sohn setzte einen Notruf ab. Im Flur der Wohnung fanden sich Blutspuren. Auch eine mögliche Tatwaffe wurde entdeckt, ein Küchenmesser mit einer 20Zentimeter langen Klinge.
Der Sohn ließ sich ohne Widerstand festnehmen. Er stand unter Schock. Gegenüber den Beamten, die ihn festnahmen, sagte er, er habe zugestochen. Das kann Möller-Scheu zufolge aber juristisch noch nicht als Geständnis gewertet werden. Vor einer Befragung muss ein Verdächtiger über sein Schweigerecht informiert werden, verwertbar ist nur eine Aussage nach dieser Belehrung.
Haftbefehl wegen Totschlags
Die Polizei nahm bei dem jungen Mann eine Blutprobe, um festzustellen, ob er unter dem Einfluss von Alkohol oder Medikamenten stand. Die Staatsanwaltschaft beantragte einen Haftbefehl wegen Totschlags, der am Nachmittag vom Amtsgericht Bad Homburg erlassen wurde, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Der Leichnam des Opfers wurde Nachmittag obduziert.
Über das Motiv der Tat gibt es noch keine genauen Angaben. Der Verdächtige hat dazu nicht viel ausgesagt. Die Polizei vermutet einen Streit in der Familie. Die Beamten waren zuletzt damit beschäftigt, Nachbarn, Freunde und Verwandte nach einem möglichen Grund für die Bluttat zu befragen. Die Eltern des jungen Mannes lebten getrennt, Vater und Sohn wohnten zu zweit in der Wohnung in der Vorstadt.