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Sky Chefs : Lufthansa-Köchen droht Logistiktarif

Dienst am Fluggast: Für einen Flug wird Essen vorbereitet. Bild: dapd

Die Unternehmensleitung der LSG Sky Chefs, Cateringtochter der Lufthansa, droht im Streit um Kostensenkungen mit der Gewerkschaft Verdi damit, den Verband zu wechseln.

          Die Unternehmensleitung der LSG Sky Chefs Frankfurt ZD GmbH, Cateringtochter der Lufthansa, droht im Streit um Kostensenkungen mit der Gewerkschaft Verdi damit, vom Arbeitgeberverband Luftverkehr zu dem der Vereinigung des Verkehrsgewerbes Hessen zu wechseln. Nach einem Papier, das dieser Zeitung vorliegt, ist ein entsprechender Antrag der Geschäftsleitung vom Aufsichtsrat bereits gebilligt worden. In dem Papier heißt es: „In Folge des Verbandswechsels werden die bisherigen Vergütungstarifbedingungen durch die Vergütungstarifbedingungen der VVH abgelöst, was eine Reduzierung der monatlichen Grundvergütung der Mitarbeiter bedeutet.“

          Jochen Remmert

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Unternehmen rechnet den Unterlagen zufolge dadurch mit einer mittelfristigen Senkung der Personalkosten um 15Prozent über alle Mitarbeiterstufen hinweg. Bei der Gewerkschaft Verdi hieß es gestern dazu, dass gerade bei gewerblichen Kräften unter den 2000 Mitarbeitern des Frankfurter Hauses Einbußen von bis zu 40 Prozent möglich seien. Verdi spricht von „Tarifflucht“.

          Unternehmen müsse subventioniert werden

          Hintergrund ist ein seit Jahren dauerndes Tauziehen um Kostensenkungen im gesamten Lufthansa-Catering, das 2011 in einzelne Organisationseinheiten aufgeteilt wurde. In den deutschen Dependancen des Catering-Weltmarktführers sollen Verdi zufolge 25 Millionen der etwa 200 Millionen Euro Personalkosten im Jahr eingespart werden. 1000 von 6000 Stellen sollen laut Verdi ganz gestrichen werden. Zum Sparkurs gehören demnach auch Schließungen von Dependancen, beispielsweise in Nürnberg, Münster/Osnabrück und Paderborn sowie Verkleinerungen der Niederlassungen in Stuttgart und Hamburg. Zudem ist, wie es bei Verdi weiter heißt, auch an weiteren Standorten vorgesehen, das Tarifgefüge des Arbeitgeberverbands Luftverkehr zu verlassen, dessen Präsident Lufthansavorstand Stefan Lauer ist.

          In einem Schreiben an die Mitarbeiter begründet das Unternehmen dies damit, dass die LSG-Sky-Chef-Standorte in Deutschland zusammen mit 75 Millionen Euro im Jahr subventioniert würden. Beim Frankfurter ZD-Betrieb habe 2012 ein Verlust von fast neun Millionen Euro zu Buche gestanden.

          Auf drei Tage Urlaub verzichten

          Um das Catering weiter im Lufthansa-Konzern und im Arbeitgeberverband der Branche zu halten, hat Verdi nach eigenem Bekunden Sparvorschläge im Volumen von 17 Millionen Euro gemacht. Dazu gehört, die Wochenarbeitszeit um zwei auf 39 Stunden zu erhöhen, auf drei Tage Urlaub zu verzichten und eine Entgeltabsenkung um drei Prozent hinzunehmen, sofern die Mitglieder zustimmen. Wie eine Sprecherin des Unternehmens sagte, erkenne man die Bereitschaft zum Verzicht durchaus an, es sei aber nicht genug.

          Am 26.Februar beginnen die Tarifverhandlungen im Konzern. Die LSG-Unternehmensleitung will nun bis zum 25. dieses Monats warten. Sofern kein weitergehendes Angebot von Verdi kommt, ist der Gewerkschaft zufolge damit zu rechnen, dass es zum Austritt der LSG Sky Chefs aus dem Arbeitgeberverband Luftverkehr kommt. Wie es bei Verdi heißt, sieht das Tarifvertragsgesetz allerdings für alle Mitglieder der Gewerkschaft, die den ursprünglichen Tarifvertrag geschlossen hat, eine Bestandsgarantie vor. Für Nichtmitglieder gelte das nicht.

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