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Veröffentlicht: 11.01.2016, 12:30 Uhr

Online-Banking Mit Tan-Generator kann man es wagen

Gleich eine ganze Reihe von Verfahren stehen zum Online-Banking zur Verfügung, doch nicht alle Angebote von Geldhäusern wirken professionell. Ein Irrweg und einige Sicherheitstipps. Das Verbraucherthema.

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© dpa Eine sichere Methode: Online-Überweisung mit Hilfe eines Tan-Generators

Kein Zugriff mehr auf das Girokonto! Mit dem entspannten Abend nach zwei, drei raschen Überweisungen ist es vorbei. Eine unschöne Premiere für den langjährigen Online-Banking-Nutzer. Auf dem Bildschirm der Santander Bank erscheint die Information, dass das entsprechende Hilfsprogramm mit der aktuellen Version des Internetbrowsers Firefox nicht funktioniere. Man möge sich gedulden. Eine Telefonnummer für weitere Informationen ist angegeben. Doch die einzige Information, die der Kunde dort erhält, ist die, dass diese Nummer unbekannt sei. Der Abend ist gelaufen.

Jochen Remmert Folgen:

Am Morgen ein erster Anruf bei einer anderen Nummer des Geldinstituts. „Wir haben gar kein Chipkarten-Banking“, antwortet das Gegenüber selbstbewusst. Die Frage des Kunden, mit welchem Institut er denn dann wohl via Santander-Log-In auf der Santander-Seite mit der Santander-HBCI-Chipkarte finanztechnisch seit Jahren verkehre, bleibt unbeantwortet. Dann der Hinweis des Kunden, dass er zunächst BfG- und später SEB-Kunde gewesen sei, bevor Santander das Privatkundengeschäft der SEB übernommen habe. Die wiederum hatte zuvor die BfG-Bank geschluckt. Das Gegenüber lässt Milde walten und erteilt knappe Auskunft: Santander sei nicht Santander Consumer. Mit der erstgenannten Bank habe man nichts zu schaffen, er könne aber die Telefonnummer der Kollegen durchgeben.

Die lange Suche nach Abhilfe

Gut. Der nächste Anruf: Santander-Online-Banking funktioniert mit dem Firefox-Browser nicht mehr, was ist zu tun? „Sie brauchen den Internet-Explorer“, sagt eine Stimme, die irgendwann die Endlosschleife durchbricht. „Hab’ ich schon versucht, funktioniert nicht“, sagt der Kunde. Schweigen, dann doch die erhellende Antwort: „Sie müssen wohl die 32-Bit-Version nehmen, nicht die mit 64 Bit.“ Inzwischen sind fünf Stunden mit dem Versuch verstrichen, wieder online Strafzettel und andere Rechnungen begleichen zu dürfen. Okay, nun der Versuch, die alte 32-Bit-Version mit dem auf allen Rechnern des Hauses frisch installierten Windows 10 zu verheiraten. Keine Chance: Das Betriebssystem freut sich, dem User mitzuteilen, dass die neueste Version des Browsers schon auf dem Rechner installiert ist. Der Rückschritt auf 32 Bit scheint gar nicht vorgesehen. Letzter Ausweg: der alte Rechner unterm Dach. Tatsächlich, dort funktioniert das Chipkarten-Banking nach wie vor. Jetzt bloß nichts aktualisieren. Und bei Gelegenheit zu einer Bank wechseln, die das Online-Angebot wenigstens auf der Höhe der Zeit hält.

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Vor einem Institutswechsel sollte man sich allerdings unbedingt erkundigen, welche Variante des Online-Bankings angeboten wird und welche sicher wäre. Denn kurzzeitig keinen Online-Zugang zum eigenen Konto zu haben, ist zwar ärgerlich, wirklich tragisch wird die Sache aber erst dann, wenn ein nicht sicheres Verfahren dazu führt, dass Unbefugte Zugriff erhalten.

HBCI bei Privatkunden nicht verbreitet

Vorab: Egal welche Bank und welches Verfahren, auf allen fürs Online-Banking genutzten Rechnern - ob er auf dem Tisch steht oder in die Hosentasche passt - sollte eine sich immer wieder aktualisierende Virenschutz-Software installiert sein. Sylvia Beckerle, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, sagt, dass das auch deshalb wichtig sei, weil im Schadensfall der Kunde nachweisen müsse, dass er nicht fahrlässig gehandelt habe. Die Beweislast bei Manipulationen liege nach wie vor beim Kunden, nicht bei der Bank, wie der Bundesgerichtshof zuletzt 2012 entschieden habe. Damals war ein Bankkunde auf einen Pharming genannten Angriff hereingefallen. Der Mann hatte auf eine scheinbare Fehlermeldung auf der Seite seiner Bank reagiert und zehn seiner originalen Transaktionsnummern (Tan) eingegeben, was ihn am Ende 5000 Euro kostete. Also niemals solche Tans weitergeben, heißt eine weitere Regel des Online-Bankings.

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