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Schwarzes Gold Ein bisschen „Dallas“ im Ried - Ölrausch wieder möglich

 ·  O'zapft is“ könnte es bald in übertragenem Sinn in Südhessen heißen. Dort wird vielleicht schon bald nach Öl gebohrt. Nach Öl? In Hessen? Nichts Neues: In Stockstadt wurde das „Schwarze Gold“ bis in die 90er Jahre gefördert.

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„Hohe Ölpreise und bessere Computer machen's möglich: In Südhessen wird wieder nach Öl gesucht. Wenn alles nach Wunsch läuft, könnte dort das erste Mal seit langem wieder nach dem wertvollen Schatz im Untergrund gebohrt werden. „Wenn es Öl gibt, wird sich eine Bohrung bei den jetzigen Ölpreisen lohnen. Davon gehen wir fest aus“, sagt Thomas Gutschlag, Finanzchef der Deutschen Rohstoff AG in Heidelberg. Diese ist Gesellschafterin der Rhein Petroleum - und in deren Auftrag fahren seit Wochen spezielle Lastwagen unter anderem durch Südhessen und sammeln Unmengen an Daten. Bis zum Sommer sollen sie ausgewertet werden.

Die drei Spezial-Lastwagen werden noch vermutlich bis Anfang Februar auf der Suche nach Öl durch ein 245 Quadratkilometer großes Gebiet in Südhessen zwischen dem Rhein und der Autobahn 67 rattern. Der nördlichste Punkt ist Griesheim. Die Lastwagen sind mit schweren Platten ausgestattet, die auf einer festgelegten Route alle 40 Meter wuchtig auf den Boden geschlagen werden. Die Schwingungen werden von den insgesamt 18 000 in der Erde steckenden Mikrofonen registriert und die Daten dann an einen speziellen Übertragungswagen übermittelt. So können sich die Wissenschaftler ein Bild vom Untergrund machen.

Ölbohrungen in Stockstadt  wurden 1994  wieder eingestellt

Dieses Bild ist heutzutage deutlich klarer als noch vor einigen Jahren. „Wir können dank verbesserter Technologie viel mehr finden als früher“, sagt Gutschlag. Ebenso wie im mittleren Oberrheingraben (Baden-Württemberg) könnte es sich deshalb auch im nördlichen Teil (hessisches Ried) lohnen, trotz hoher Investitionen nach Erdöl und Erdgas zu suchen.

Würde in Südhessen nach Öl gebohrt, wäre das allerdings keine Premiere. In Stockstadt wurde von 1952 an mehr als 40 Jahre lang Öl gefördert, allerdings waren es nur geringe Mengen. Insgesamt sieben Millionen Barrel kamen ans Tageslicht. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 wurden weltweit 82 Millionen Barrel produziert - täglich. Weil es sich wirtschaftlich nicht mehr lohnte, wurden die Ölbohrungen in Stockstadt im Jahr 1994 eingestellt.

Schwerpunkt der Ölförderung liegt aber an und vor den Küsten

Sehr zum Ärger der Kommune: „Wir haben nicht zuletzt wegen der sprudelnden Gewerbesteuer gute Erfahrungen gemacht mit den Bohrungen“, sagt Frank Vollmer von der Stockstädter Bauverwaltung. „Damals dachte der eine oder andere sicherlich, er wird Millionär.“

Der Landesverband Hessen des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) hat generell nichts gegen Erdölbohrungen im Land. Sprecher Thomas Norgall verweist auf den CO2-Ausstoß beim langen Transport des importierten Erdöls, der bei der Förderung vor Ort gespart wird. „Es kommt aber natürlich auch darauf an, welche Technik benutzt wird und wo die Bohrungen stattfinden sollen - etwa im Gewerbegebiet oder in der Natur“, schränkt er ein.

In Deutschland liegt der Schwerpunkt der Ölförderung natürlich keineswegs in Hessen, sondern an und vor den Küsten. Etwa drei Prozent des jährlichen Ölbedarfs kann Deutschland aus eigenen Quellen decken. Nach Schleswig-Holstein und Niedersachsen belegt Rheinland-Pfalz mit seinem Anteil an den Öl-Vorkommen Rang drei in Deutschland.

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